Allen & Heath Qu-3 und Qu-3D für Live und AV

Zwei Allen & Heath Qu-3-Digitalmischpulte mit Touchscreens, Kanaldisplays und neun Fadern in schräger Draufsicht.

Allen & Heath erweitert die Qu-Serie um zwei besonders kompakte Digitalmischpulte. Qu-3 und Qu-3D kombinieren 96-kHz-Verarbeitung, 36 interne Eingangskanäle und eine Bedienoberfläche mit 8+1 Fadern. Damit richten sich die neuen Modelle an Veranstaltungstechniker, die einen platzsparenden Mischplatz für Live-Musik, Konferenzen und Festinstallationen suchen. Das Qu-3D ergänzt die Ausstattung um eine integrierte Dante-Schnittstelle.

36 Eingangskanäle bei 96 kHz

Beide Modelle basieren auf der XCVI-Plattform von Allen & Heath. Die FPGA-basierte Signalverarbeitung arbeitet mit 96 kHz und stellt 32 Mono-Eingangskanäle sowie zwei Stereo-Eingangskanäle bereit. Laut Hersteller kommen dieselben Mikrofonvorverstärker und 96-kHz-Wandler wie bei den größeren Modellen der aktuellen Qu-Reihe zum Einsatz.

Lokal bieten beide Pulte 16 Mic/Line-Eingänge als XLR/Klinke-Kombibuchsen und acht XLR-Ausgänge. Weitere Anschlüsse lassen sich über kompatible SLink-Stageboxen ergänzen. Bei der Planung zählen deshalb sowohl die internen Kanalressourcen als auch die tatsächlich benötigten Ein- und Ausgänge. Wie deren Zuordnung gelingt, erklärt unser Tutorial Digitale Stagebox einrichten.

8+1 Fader und sechs Bedienebenen

Auf der Oberfläche stehen neun motorisierte 100-mm-Fader und ein 7-Zoll-Touchscreen bereit. Sechs Fader-Ebenen erschließen die Kanäle, während acht frei belegbare SoftKeys häufig benötigte Funktionen erreichbar machen. Hinzu kommen Kanaldisplays und farbige Pegelanzeigen. Der Displaywinkel ist auf die Bedienung am Tisch ausgelegt.

Allen & Heath Qu-3D in Nahaufnahme mit Equalizer-Kurve auf dem Touchscreen, beleuchteten Funktionstasten und LED-Pegelanzeigen.
Klangbearbeitung im Blick: Der Touchscreen des Allen & Heath Qu-3D zeigt den Equalizer der Stereo-Hauptsumme. Beleuchtete Funktionstasten und Pegelanzeigen ergänzen die Bedienoberfläche.

Für den Veranstaltungsalltag bedeutet dieses Konzept: Der Mischplatz beansprucht wenig Stellfläche, während sich die Kanalbelegung an die jeweilige Produktion anpassen lässt. Bei einer Band können beispielsweise die wichtigsten Gesangs- und Instrumentenkanäle auf einer gemeinsamen Ebene liegen. Bei einer Konferenz stehen dagegen Moderation, Podiumsmikrofone und Zuspieler im Vordergrund.

Monitorwege und Matrix für die PA

Für separate Mischungen gibt es zwölf Mixbusse, davon sechs mono beziehungsweise koppelbar und sechs stereo. Dazu kommen die Stereo-Hauptsumme, vier Mono-Matrizen mit Kopplungsmöglichkeit und sechs Stereo-Effektprozessoren. Damit lassen sich Monitorwege, Effektmischungen und zusätzliche Beschallungszonen organisieren. Die Aufgaben dieser Signalwege erläutert unser Beitrag Mischpult-Routing mit AUX, Subgruppen, DCA und Matrix.

Assistenzfunktionen für Soundcheck und Konferenz

Gain Assist und Feedback Assist sollen die Einrichtung erleichtern. Während Gain Assist beim Einpegeln unterstützt, hilft Feedback Assist beim Bearbeiten problematischer Rückkopplungsfrequenzen. Beide Funktionen können gerade bei knappen Aufbauzeiten nützlich sein. Die Grundlagen einer sauberen Pegelstruktur behandelt unser Tutorial zum Gain-Staging.

Für Konferenzen, Podiumsdiskussionen und moderierte Veranstaltungen ist außerdem ein automatischer Mikrofonmischer mit 32 Kanälen integriert. Er unterstützt die Abstimmung mehrerer Sprachmikrofone. Darüber hinaus sind beide Pulte für DEEP Processing vorbereitet und können mit zusätzlichen Bearbeitungsoptionen aus dem dLive-Umfeld erweitert werden.

Qu-3D mit erweiterbarem Dante

Der wesentliche Unterschied zwischen den Varianten liegt in der Audiovernetzung. Das Allen & Heath Qu-3D besitzt eine integrierte Dante-Schnittstelle mit 16 Ein- und 16 Ausgangskanälen. Diese lässt sich kostenpflichtig auf 32 × 32 Kanäle erweitern.

Dante-Anschluss des Allen & Heath Qu-3D mit eingestecktem EtherCON-Netzwerkkabel und leuchtender Link/Act-Anzeige.
Dante am Allen & Heath Qu-3D: Die integrierte Schnittstelle bietet 16 × 16 Audiokanäle und lässt sich kostenpflichtig auf 32 × 32 Kanäle erweitern.

Damit ist das Qu-3D besonders für Produktionen und Veranstaltungsorte interessant, die bereits mit Dante arbeiten. Audiosignale können in ein vorhandenes Dante-System eingebunden werden, etwa für Konferenztechnik, Broadcast oder vernetzte Festinstallationen. Das Qu-3 bietet die kompakte Qu-Bedienoberfläche ohne die integrierte Dante-Schnittstelle der D-Variante.

Live-Mitschnitte per USB und SD-Karte

Ein USB-C-Audiointerface mit 32 × 32 Kanälen ermöglicht Mehrspuraufnahmen am Computer. Über SD-Karte lassen sich bei 96 kHz bis zu 16 und bei 48 kHz bis zu 32 Kanäle aufnehmen oder wiedergeben. USB-A übernimmt Stereoaufnahmen und -wiedergabe. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für Konzertmitschnitte und die Dokumentation von Veranstaltungen.

Preis und Verfügbarkeit des Allen & Heath Qu-3 / Qu-3D

Konkrete Verkaufspreise und Liefertermine nennt die Pressemitteilung vom 4. November 2026 noch nicht. Weitere technische Informationen bietet die Produktseite von Allen & Heath.

Allen & Heath Qu-3/Qu-3D – Fazit

Mit Qu-3 und Qu-3D bringt Allen & Heath die aktuelle Qu-Plattform auf eine kleinere Bedienoberfläche. Für PA-Anwender sind vor allem die Kombination aus physischen Fadern, umfangreichen Mischmöglichkeiten und den Assistenzfunktionen interessant. Das Konzept passt zu mobilen Mischplätzen und AV-Regien mit begrenzter Stellfläche. Wer Dante in seine Produktion einbinden möchte, findet dafür im Qu-3D die entsprechend ausgestattete Variante.

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