Behringer CX3400 V2 Test: Digitale Lautsprecher-Controller haben in modernen PA-Systemen viele Aufgaben übernommen. Trotzdem gibt es Anwendungen, bei denen eine klassische Hardware-Frequenzweiche genau das richtige Werkzeug ist: einschalten, Trennfrequenzen einstellen, Pegel anpassen und loslegen. Genau hier setzt die Behringer CX3400 V2 an. Sie kann als Stereo-2-Wege-, Stereo-3-Wege- oder Mono-4-Wege-Frequenzweiche arbeiten und bringt darüber hinaus Limiter, ein einstellbares Delay für den Tieftonweg, Phasenumkehr, Mute-Funktionen, Low Cut, Low Sum und eine spezielle CD-Horn-Korrektur mit. Behringer selbst positioniert die CX3400 V2 entsprechend als flexibel einsetzbare Frequenzweiche für mehrwegige Beschallungssysteme.
Für mich liegt der Reiz der Behringer CX3400 V2 Frequenzweiche gerade darin, dass sie nicht versucht, ein kompletter Lautsprecher-Management-Prozessor zu sein. Es gibt keine verschachtelte Benutzeroberfläche, sondern unmittelbar zugängliche Bedienelemente für die wesentlichen Aufgaben einer Frequenzweiche. Gleichzeitig sollte man genau darin auch ihre Grenzen sehen: Wer umfangreiche DSP-Bearbeitung, komplexe Laufzeitkorrekturen oder speicherbare System-Presets benötigt, sucht in einer anderen Produktklasse.
Kurzinfo auf einen Blick
Die Behringer CX3400 V2 ist eine flexible aktive Frequenzweiche für Stereo-2-/3-Wege- und Mono-4-Wege-PA-Systeme. Sie bietet Linkwitz-Riley-Filter, Limiter, Low Cut, Low Sum, Phasenumkehr und bis zu 2 ms Delay. Besonders stark ist die direkte Bedienung ohne Menü-Diving. Für komplexe DSP-Setups mit Presets und umfangreichen Delays ist sie dagegen weniger geeignet.
Was macht die Behringer CX3400 V2?
Eine aktive Frequenzweiche sitzt im Signalweg vor den jeweiligen Endstufen beziehungsweise vor den entsprechenden Verstärkerwegen eines aktiven Lautsprechersystems. Sie zerlegt das Audiosignal in verschiedene Frequenzbereiche, sodass beispielsweise ein Subwoofer nur tiefe Frequenzen erhält, während Mittel- und Hochtonsysteme von Frequenzen entlastet werden, die sie ohnehin nicht sinnvoll wiedergeben sollen.
Bei der CX3400 V2 stehen dafür drei grundsätzliche Konfigurationen zur Verfügung: Stereo 2-Wege, Stereo 3-Wege und Mono 4-Wege. Laut Behringer arbeitet die Frequenztrennung mit zustandsvariablen Linkwitz-Riley-Filtern und einer Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave.
Ich halte dieses Konzept gerade für klassische aktiv getrennte PA-Racks für interessant. Statt eine Vielzahl von DSP-Seiten konfigurieren zu müssen, sehe ich direkt, welche Frequenzbereiche ich bearbeite und welcher Ausgang welchem Lautsprecherweg zugeordnet ist. Das erleichtert vor allem dann die Arbeit, wenn ein System häufig ähnlich aufgebaut wird und keine komplexen Presets benötigt werden.
Behringer CX3400 V2 Test: drei Betriebsarten für unterschiedliche PA-Systeme
Stereo 2-Wege für Subwoofer und Topteile
Im Stereo-2-Wege-Betrieb wird das linke und rechte Eingangssignal jeweils in einen Low- und einen High-Weg aufgeteilt. Damit lässt sich beispielsweise ein klassisches Stereo-System aus Bass- und Topteilwegen aufbauen. Die Trennfrequenz lässt sich im unteren Bereich von 44 bis 930 Hz einstellen. Über den rückseitigen XOVER-FREQ-Schalter kann dieser Regelbereich um den Faktor zehn auf 440 Hz bis 9,3 kHz verschoben werden.
Mir gefällt an diesem Aufbau, dass ich nicht nur die eigentliche Trennung festlege, sondern Low und High separat im Pegel korrigieren kann. Die Ausgangspegel lassen sich jeweils um ±6 dB anpassen. Dazu kommen Mute und Polaritätsumkehr. Gerade beim Einrichten einer Beschallungsanlage sind diese simplen Funktionen ausgesprochen nützlich, weil ich einen einzelnen Weg schnell isolieren und kontrollieren kann.
Stereo 3-Wege für komplexere Beschallungssysteme
Noch interessanter wird die Behringer CX3400 V2 im Stereo-3-Wege-Betrieb. Hier stehen pro Seite Low, Mid und High zur Verfügung. Für jeden dieser Wege lassen sich Ausgangspegel, Mute und Polarität kontrollieren. Die Low/Mid-Trennung lässt sich ebenfalls über zwei Frequenzbereiche einstellen, während eine zusätzliche Mid/High-Trennfrequenz vorhanden ist.
Das ist aus meiner Sicht einer der größten Vorteile der CX3400 V2: Trotz des kompakten 19-Zoll-Formats kann sie ein vollständiges aktives Dreiwege-Stereosystem verwalten. Low-, Mid- und High-Ausgänge liegen dabei symmetrisch über XLR vor. Die Anleitung bestätigt außerdem, dass die beiden Low-Wege im Stereobetrieb über Low Sum zusammengefasst und auf den Low-Ausgang von Kanal 1 geführt werden können.
Damit eignet sich die Frequenzweiche nicht nur für klassische Mehrwege-Lautsprechersysteme, sondern auch für Setups, bei denen die oberen Frequenzbereiche stereo bleiben sollen, während der Bass zentral in Mono gefahren wird.
Mono 4-Wege für aufwendige Einzelsysteme
Alternativ kann die CX3400 V2 im Mono-4-Wege-Betrieb arbeiten. Dann wird ein Eingangssignal auf Low, Low-Mid, High-Mid und High verteilt. Entsprechend stehen drei Übergangsbereiche zur Verfügung. Jeder der vier Ausgangsbereiche besitzt Pegelanpassung, Mute und Polaritätsumkehr.
Für die typische kleine Band-PA dürfte diese Betriebsart seltener relevant sein. Bei individuell aufgebauten Mehrwege-Systemen, Festinstallationen oder speziellen Monitor- und Lautsprecherkonzepten kann sie dagegen ausgesprochen interessant werden. Ich finde es positiv, dass Behringer nicht bei einer simplen Stereo-2-Wege-Weiche stehenbleibt, sondern mit demselben Gerät deutlich komplexere Konfigurationen ermöglicht.
Bedienung der Behringer CX3400 V2
Die Frontplatte sieht auf den ersten Blick vergleichsweise voll aus. Das liegt vor allem daran, dass die Regler abhängig von der gewählten Betriebsart unterschiedliche Funktionen übernehmen. LEDs kennzeichnen laut Hersteller, welche Bedienelemente im gerade gewählten Modus aktiv sind. Gerade bei einer Frequenzweiche mit mehreren Betriebsarten ist das sinnvoll, denn auf diese Weise muss man nicht ständig überlegen, welcher Regler gerade welchen Ausgang beeinflusst. Behringer beschreibt diese LED-Anzeige ausdrücklich als Orientierungshilfe für Betriebsmodus und aktive Bedienelemente.
Für mich ist dieses Konzept nach kurzer Eingewöhnung schlüssig. Allerdings sollte man sich vor dem ersten Einsatz tatsächlich mit der rückseitigen Beschriftung und dem Handbuch beschäftigen. Die CX3400 V2 ist zwar nicht kompliziert, aber die Mehrfachbelegung der Bedienoberfläche verlangt ein grundlegendes Verständnis des gewählten Betriebsmodus.
Trennfrequenzen mit 24-dB-Linkwitz-Riley-Filtern
Technisch arbeitet die Frequenzweiche mit Linkwitz-Riley-Filtern mit 24 dB/Oktave. Der untere Trennfrequenzbereich reicht von 44 bis 930 Hz. Durch die x10-Umschaltung stehen stattdessen 440 Hz bis 9,3 kHz zur Verfügung. Je nach Betriebsmodus gelten diese Bereiche für die unterschiedlichen Übergänge zwischen Low, Mid beziehungsweise High.
Eine Flankensteilheit von 24 dB/Oktave ist für PA-Anwendungen eine praxisgerechte Lösung, weil die einzelnen Lautsprecherwege relativ deutlich voneinander getrennt werden. Gerade bei aktiv betriebenen Mehrwege-Systemen möchte ich schließlich vermeiden, dass beispielsweise ein Basslautsprecher weit in den Mittelton hinein arbeitet oder ein Hochtonweg unnötig tiefe Frequenzen verarbeiten muss.
Behringer CX3400 V2 Test – Low Cut schützt den Tieftonbereich
Zusätzlich besitzt die CX3400 V2 einen schaltbaren 25-Hz-Hochpassfilter. Laut technischen Daten handelt es sich um ein Butterworth-Filter mit 12 dB/Oktave.
Ich würde den Low Cut bei vielen PA-Anwendungen durchaus als sinnvolle Sicherheitsfunktion betrachten. Extrem tieffrequente Signalanteile benötigen viel Leistung und verursachen erhebliche Membranauslenkung, obwohl sie musikalisch häufig kaum verwertbaren Pegel liefern. Allerdings sollte der Filter nicht als Ersatz für eine auf den konkreten Lautsprecher abgestimmte Schutzfilterung verstanden werden. Welche untere Grenzfrequenz tatsächlich sinnvoll ist, hängt weiterhin vom eingesetzten Subwoofer beziehungsweise Lautsprechersystem ab.
Delay bis 2 ms zur Phasenanpassung
Eine der interessanteren Zusatzfunktionen ist das einstellbare Delay für den Low-Ausgang. Dieses reicht von 0 bis 2 ms und soll dabei helfen, unterschiedliche Lautsprecherwege zeitlich beziehungsweise phasenbezogen besser aufeinander abzustimmen.
Für mich ist das ein sinnvolles Extra, allerdings sollte man die Funktion richtig einordnen. Das Delay steht nicht als umfassende Laufzeitmatrix für sämtliche Ausgänge zur Verfügung, sondern bezieht sich auf den Tieftonweg. Außerdem sind maximal 2 ms für grundlegende Korrekturen brauchbar, aber nicht mit den wesentlich umfangreicheren Delay-Möglichkeiten moderner Lautsprecher-DSPs vergleichbar.
Wer beispielsweise weit voneinander entfernte Lautsprecherzonen, Delay-Lines oder größere räumliche Versätze korrigieren möchte, braucht deshalb eine umfassendere Lösung. Für die Abstimmung unmittelbar zusammengehörender Lautsprecherwege kann das integrierte Delay hingegen praktisch sein.
Behringer CX3400 V2 Test – Ausgangspegel, Mute und Phase direkt im Zugriff
Jeder aktive Frequenzbereich lässt sich mit seinem Output-Regler um ±6 dB anpassen. Hinzu kommen Mute-Tasten sowie eine Polaritätsumkehr für die jeweiligen Ausgänge. Die Dokumentation beschreibt diese Funktionen sowohl für den Stereo-2-Wege- als auch für den Stereo-3-Wege- und Mono-4-Wege-Betrieb.
Genau diese direkte Bedienung ist für mich eine Stärke der Behringer-Frequenzweiche. Wenn ich ein Mehrwege-System einrichte, kann ich beispielsweise den Mittel- oder Hochtonweg kurz stummschalten und gezielt kontrollieren, was aus den übrigen Lautsprechern kommt. Ebenso kann die Polaritätsumkehr bei der Fehlersuche oder bei der Abstimmung zweier Wege hilfreich sein.
Das ersetzt natürlich keine akustische Messung. Dennoch erleichtert es die grundlegende Inbetriebnahme erheblich.
Limiter für die Lautsprecherausgänge
Die Behringer CX3400 V2 Frequenzweiche verfügt außerdem über Limiter für die Crossover-Ausgänge. Der Threshold lässt sich laut technischen Daten zwischen –6 dB und OFF einstellen. Über den Limiter-Schalter werden die Limiter gemeinsam aktiviert. LEDs zeigen anschließend an, wenn der eingestellte Schwellenwert überschritten wird und das Gerät den Ausgangspegel reduziert.
Ich sehe den Limiter vor allem als zusätzliche Schutzstufe. Er macht die CX3400 V2 dadurch flexibler als eine Frequenzweiche, die lediglich Frequenzen trennt. Allerdings sollte auch hier die Erwartung realistisch bleiben: Ein moderner Lautsprechercontroller bietet normalerweise erheblich detailliertere Schutzmöglichkeiten und kann Limiterparameter wesentlich genauer auf Treiber, Endstufen und Lautsprecher abstimmen.
Für ein überschaubares PA-System ist die integrierte Lösung dennoch willkommen. Vor allem dann, wenn ein Setup bewusst einfach bleiben soll, ist es angenehm, Trennung und grundlegenden Pegelschutz in einem Gerät zu vereinen.
CD-Horn-Korrektur für Constant-Directivity-Hörner
Eine Besonderheit der CX3400 V2 ist die CD-Horn-Korrektur. Sie ist für Constant-Directivity-Hornsysteme gedacht und hebt den Hochtonbereich entsprechend an. Laut Behringer setzt die Korrektur bei 3,5 kHz mit einer Anhebung von 3 dB ein und steigt anschließend mit 6 dB pro Oktave bis 22,5 kHz weiter an.
Das ist allerdings keine Funktion, die ich pauschal aktivieren würde. Sie ergibt nur dann Sinn, wenn das eingesetzte Hochtonsystem eine entsprechende Entzerrung benötigt. Bei modernen Aktivlautsprechern oder bereits entzerrten Lautsprechersystemen wäre eine zusätzliche CD-Horn-Korrektur möglicherweise sogar kontraproduktiv.
Behringer CX3400 V2 Test – Low Sum macht den Subwoofer-Betrieb einfacher
Sehr praxisnah finde ich die Low-Sum-Funktion. Im Stereobetrieb können die Tieftonanteile des linken und rechten Kanals zusammengeführt und als Mono-Signal über den Low-Ausgang von Kanal 1 ausgegeben werden. Das Handbuch nennt ausdrücklich den Subwoofer-Betrieb als Anwendungsfall.
Behringer beschreibt die Funktion auf der Produktseite ebenfalls als Mono-Bass-Modus, bei dem die LF-Signale beider Kanäle addiert und zum Low-Ausgang von Kanal 1 geführt werden.
Gerade für kleinere Beschallungsanlagen halte ich das für praktisch. Die Topteile können weiterhin stereo betrieben werden, während ein einzelner Subwoofer oder ein gemeinsamer Mono-Bassweg versorgt wird. Dafür wird kein zusätzlicher Summierer benötigt.
Anschlüsse und Rack-Einbau
Die Ein- und Ausgänge der CX3400 V2 sind als XLR-Anschlüsse ausgeführt. Die technischen Daten nennen HF-gefilterte, elektronisch servosymmetrische Ein- und Ausgänge. Die maximale Eingangsspannung beträgt +22 dBu, die maximale Ausgangsspannung +21 dBu. Die Eingangsimpedanz liegt bei über 50 kOhm symmetrisch beziehungsweise über 25 kOhm unsymmetrisch, die Ausgangsimpedanz wird mit 100 Ohm angegeben.

Mit Abmessungen von 44 × 483 × 147 mm entspricht das Gehäuse praktisch einer Höheneinheit im 19-Zoll-Rack. Das Gewicht beträgt lediglich 1,7 kg. Die Leistungsaufnahme wird mit 15 Watt angegeben; das Schaltnetzteil arbeitet laut Anleitung im Bereich von 100 bis 240 Volt bei 50/60 Hz.
Damit lässt sich die Frequenzweiche ohne großen Platzbedarf in ein Endstufen- oder Systemrack integrieren. Gerade dort sehe ich auch ihren sinnvollsten Einsatz: als fest verkabelte Zentrale zwischen Mischpult beziehungsweise Signalquelle und den einzelnen Verstärkerwegen.
Technische Daten der Behringer CX3400 V2
| Merkmal | Behringer CX3400 V2 |
|---|---|
| Betriebsarten | Stereo 2-Wege, Stereo 3-Wege, Mono 4-Wege |
| Filter | Linkwitz-Riley, 24 dB/Oktave |
| Trennfrequenz unterer Bereich | 44–930 Hz |
| x10-Bereich | 440 Hz–9,3 kHz |
| Low Cut | 25 Hz, 12 dB/Oktave, Butterworth |
| Input Gain | ±12 dB |
| Output Gain | ±6 dB |
| Low Delay | 0–2 ms |
| Limiter Threshold | –6 dB bis OFF |
| Eingänge/Ausgänge | XLR, elektronisch servosymmetrisch |
| maximaler Eingangspegel | +22 dBu |
| maximaler Ausgangspegel | +21 dBu |
| Frequenzgang | <10 Hz bis >55 kHz bei +0/–3 dB |
| Dynamikumfang | >110 dB, ungewichtet |
| THD + Noise | <0,04 % bei deaktiviertem Limiter |
| Stromverbrauch | 15 W |
| Abmessungen | 44 × 483 × 147 mm |
| Gewicht | 1,7 kg |
Die technischen Werte stammen aus dem Quick Start Guide der CX3400.
Behringer CX3400 V2 Test – Klang und Signalqualität: Was sagen die technischen Daten?
Bei einer Frequenzweiche ist für mich weniger entscheidend, ob sie einen vermeintlich eigenen „Sound“ erzeugt. Im Idealfall erledigt sie ihre Signalaufteilung möglichst unauffällig und reproduzierbar. Die CX3400 V2 ist deshalb vor allem anhand ihrer technischen Werte und ihrer Möglichkeiten zur Systemanpassung zu beurteilen.
Der Hersteller spezifiziert einen Dynamikumfang von mehr als 110 dB und einen Frequenzgang von unter 10 Hz bis über 55 kHz bei –3 dB. Für THD plus Noise werden bei deaktiviertem Limiter weniger als 0,04 Prozent angegeben.
Diese Daten passen grundsätzlich zu dem Anspruch, die Frequenzweiche als neutrales Werkzeug innerhalb einer PA-Signalkette einzusetzen. Einen belastbaren subjektiven Klangvergleich oder eigene Messwerte würde ich daraus allerdings nicht ableiten. Entscheidend ist ohnehin die korrekte Einstellung des gesamten Lautsprechersystems. Eine falsch gewählte Trennfrequenz lässt sich schließlich auch durch eine technisch saubere Frequenzweiche nicht kompensieren.
Ein wichtiger Punkt: Betriebsart nicht während des Betriebs umschalten
Bei der Einrichtung sollte man einen Hinweis aus der Bedienungsanleitung unbedingt beachten. Behringer warnt ausdrücklich davor, die Betriebsart beziehungsweise bestimmte rückseitige Umschaltungen bei eingeschalteter Anlage vorzunehmen. Dabei können starke Störgeräusche entstehen, die Lautsprecher oder andere Komponenten beschädigen können.
Für mich gehört deshalb zur sinnvollen Arbeitsweise: Betriebsart und Frequenzbereich zuerst festlegen, anschließend Verkabelung und Einstellungen kontrollieren und erst danach das komplette PA-System einschalten.
Wo liegen die Stärken der Behringer CX3400 V2?
Die größte Stärke sehe ich in der Kombination aus Flexibilität und direkter Bedienung. Stereo 2-Wege, Stereo 3-Wege und Mono 4-Wege decken erstaunlich viele klassische Beschallungskonzepte ab. Gleichzeitig stehen Funktionen wie Ausgangspegel, Mute, Polaritätsumkehr, Low Cut, Delay, Limiter, CD-Horn-Entzerrung und Low Sum ohne komplexe Menüstruktur zur Verfügung.
Besonders gelungen finde ich Low Sum für Mono-Subwoofer-Anwendungen und die einzelnen Mute-Funktionen. Beides erleichtert den praktischen Aufbau eines Systems erheblich. Auch die XLR-Anschlüsse und das kompakte Rackformat passen gut zum professionellen beziehungsweise semiprofessionellen PA-Einsatz.
Behringer CX3400 V2 Test – Wo liegen die Grenzen?
Die Kehrseite des bewusst direkten Konzepts zeigt sich bei komplexeren Systemen. Das Delay reicht lediglich bis 2 ms und ist auf den Low-Weg ausgerichtet. Auch der Limiter ist wesentlich einfacher aufgebaut als die Schutzsektionen moderner DSP-Lautsprechercontroller.
Zudem findet sich im dokumentierten Funktionsumfang nichts, was mit aktuellen DSP-Systemen in puncto parametrischem EQ, umfangreicher Laufzeitkorrektur, Netzwerksteuerung, Messintegration oder speicherbaren Presets vergleichbar wäre. Wer regelmäßig unterschiedliche Veranstaltungsorte beschallt und komplette Lautsprecher-Presets abrufen möchte, wird deshalb mit einem modernen Systemcontroller komfortabler arbeiten.
Mich stört das bei der CX3400 V2 allerdings nur bedingt, denn genau diese Einfachheit kann auch ihr Vorteil sein. Für eine fest definierte Anlage möchte nicht jeder zunächst Software starten, Netzwerke konfigurieren oder Presets verwalten.
Für wen eignet sich die Behringer CX3400 V2?
Ich sehe die Behringer CX3400 V2 Frequenzweiche vor allem bei Bands, DJs, kleineren Clubs, Proberäumen, Installationen und Anwendern, die ein klassisches aktiv getrenntes Mehrwege-System betreiben. Auch beim Aufbau eigener Lautsprechersysteme kann die Kombination aus Stereo-3-Wege- und Mono-4-Wege-Betrieb interessant sein.
Behringer nennt selbst kleine Clubs, größere Hallen, Monitor-Systeme sowie Studio-Monitoring in Verbindung mit einem zusätzlichen Subwoofer als mögliche Einsatzbereiche.
Wer hingegen ein aktuelles Touring-System plant, umfangreiche Lautsprecher-Presets benötigt oder mehrere Lautsprecher räumlich exakt verzögern möchte, sollte eher zu einem entsprechend ausgestatteten DSP-Controller greifen.
Fazit zum Behringer CX3400 V2 Test
Die Behringer CX3400 V2 ist eine erfreulich geradlinige Frequenzweiche für klassische aktive Mehrwege-Systeme. Für mich ist ihre größte Stärke nicht eine einzelne spektakuläre Funktion, sondern die Kombination aus Stereo-2-Wege-, Stereo-3-Wege- und Mono-4-Wege-Betrieb mit praxisnahen Werkzeugen wie Mute, Polaritätsumkehr, Low Cut, Low Sum, Limiter und einem kleinen Delay für den Bassweg.
Besonders bei überschaubaren PA-Systemen kann die direkte Bedienung ein echter Vorteil sein. Trennfrequenzen und Ausgangspegel sind unmittelbar erreichbar, während Status-LEDs anzeigen, welche Regler im gewählten Betriebsmodus relevant sind. Die 24-dB-Linkwitz-Riley-Filter, die symmetrischen XLR-Anschlüsse und das kompakte 19-Zoll-Gehäuse runden das Konzept sinnvoll ab.
Allerdings darf man die CX3400 V2 nicht mit einem modernen Lautsprecher-DSP verwechseln. Umfangreiche EQs, lange beziehungsweise frei zuweisbare Delays und komplexe Preset-Verwaltung gehören nicht zu ihrem dokumentierten Konzept. Wer genau diese Funktionen nicht benötigt und eine unmittelbar bedienbare Frequenzweiche für ein fest definiertes PA-Setup sucht, bekommt mit der Behringer CX3400 V2 jedoch ein erstaunlich vielseitiges Werkzeug.
Herstellerlink: https://www.behringer.com/en/products/0819-AAH
FAQ zur Behringer CX3400 V2
Was ist die Behringer CX3400 V2?
Die Behringer CX3400 V2 ist eine aktive Frequenzweiche für Mehrwege-Lautsprechersysteme. Sie teilt das Eingangssignal in unterschiedliche Frequenzbereiche auf und stellt diese über separate Ausgänge für verschiedene Lautsprecher- beziehungsweise Verstärkerwege bereit.
Welche Betriebsarten bietet die CX3400 V2?
Die Frequenzweiche kann als Stereo-2-Wege-, Stereo-3-Wege- oder Mono-4-Wege-System eingesetzt werden. Dadurch lässt sie sich sowohl für relativ einfache Subwoofer-/Topteil-Systeme als auch für komplexere aktiv getrennte Mehrwege-Anlagen nutzen.
Welche Filter verwendet die Behringer CX3400 V2?
Die eigentliche Frequenztrennung erfolgt mit Linkwitz-Riley-Filtern und einer Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave. Zusätzlich steht ein schaltbares 25-Hz-Butterworth-Hochpassfilter mit 12 dB/Oktave zur Verfügung.
Besitzt die CX3400 V2 einen Limiter?
Ja. Die Ausgänge verfügen über Limiter, deren Einsatzschwelle eingestellt werden kann. Die Limiter werden gemeinsam aktiviert, während LIM-LEDs ein Eingreifen anzeigen.
Kann ich mit der CX3400 V2 einen Mono-Subwoofer betreiben?
Ja. Über die Low-Sum-Funktion lassen sich die Tieftonanteile beider Stereokanäle zusammenführen und über den Low-Ausgang von Kanal 1 als Mono-Basssignal ausgeben.
Hat die Behringer CX3400 V2 ein Delay?
Ja, allerdings handelt es sich nicht um ein umfangreiches Lautsprecher-Management-Delay. Der Low-Weg lässt sich um 0 bis 2 ms verzögern, um die zeitliche beziehungsweise phasenbezogene Abstimmung zwischen Lautsprecherwegen zu unterstützen.
Wofür ist die CD-Horn-Funktion gedacht?
Die CD-Horn-Korrektur dient zur Entzerrung von Constant-Directivity-Hornsystemen. Laut Behringer setzt die Anhebung bei 3,5 kHz ein und steigt anschließend weiter an. Sie sollte deshalb nur eingesetzt werden, wenn das angeschlossene Hornsystem eine entsprechende Korrektur benötigt.
Darf ich den Betriebsmodus während des laufenden PA-Betriebs umschalten?
Nein. Behringer weist ausdrücklich darauf hin, das System vor dem Umschalten bestimmter Mode- beziehungsweise Xover-Schalter auszuschalten, weil dabei starke Störgeräusche entstehen können, die Lautsprecher oder andere Komponenten beschädigen könnten.



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