Behringer P24 Test: Der Behringer P24 Personal Monitor Mixer richtet sich an Bands, Bühnen und Proberäume, die beim In-Ear-Monitoring nicht jedes Detail über den FOH-Engineer lösen wollen. Für 179 Euro liefert der kompakte Personal Mixer zwölf Stereo-Gruppen, Fader, Talkback, integrierte Ambiente-Mikrofone und die StageConnect-Anbindung. Das Konzept ist klar: Musiker sollen ihren Monitormix direkt am Platz gestalten können – schnell genug für die Probe und kontrolliert genug für den Live-Betrieb.
Der P24 ist allerdings kein autonomes Gerät. Seine Stärke spielt er erst im passenden StageConnect-System aus, etwa mit einem P24HUB oder einem kompatiblen Behringer WING. Wer bereits in diesem Umfeld arbeitet oder eine neue In-Ear-Infrastruktur plant, bekommt hier einen bemerkenswert direkten Zugang zum eigenen Mix.
Behringer P24 Personal Monitor Mixer: zwölf Gruppen statt App-Menüs
Der wichtigste Unterschied zu vielen app- oder tabletbasierten Monitor-Lösungen liegt in der Bedienoberfläche. Der Behringer P24 setzt auf zwölf 60-mm-Fader, die jeweils eine Stereo-Gruppe steuern. Statt einzelne Mikrofonkanäle zu verwalten, erhält der Musiker sinnvoll vorbereitete Stem-Mixe: etwa Drums, Bass, Gitarre, Keys, Vocals, Klick oder Playback.
Das ist praxisnah gedacht. Auf der Bühne möchte niemand zwischen Untermenüs suchen, während der Sänger den Einsatz zählt. Ein Fader für „Drums“, einer für „Lead Vocal“ und einer für die eigene Gitarre lassen sich ohne Blickkontakt zum Display bedienen. Gerade für Musiker, die ihre persönliche Lautstärkebalance selbst kontrollieren möchten, ist das deutlich zugänglicher als eine umfangreiche Mixing-App.
Die Kehrseite: Der FOH-Engineer oder Monitor-Mischer muss die zwölf Gruppen sinnvoll vorbereiten. Sind beispielsweise alle Drums auf einer Stereo-Gruppe zusammengefasst, kann der Musiker nicht mehr separat zwischen Kick, Snare und Hi-Hat eingreifen. Das ist keine Schwäche des P24, sondern Teil seines Konzepts: Er schafft einen schnellen, musikalischen Personal Mix, ersetzt aber kein vollwertiges Monitorkonsolen-System mit frei belegbaren Einzelkanälen.

Behringer P24 Test – StageConnect als technische Grundlage
Die Verbindung läuft über Behringers StageConnect-Protokoll. Dieses überträgt bis zu 26 Audiokanäle zum P24 sowie sechs Rückkanäle bei 24 Bit und 44,1 oder 48 kHz. Die Latenz bleibt dabei im Submillisekundenbereich. Praktisch ist, dass für die Verbindung ein gewöhnliches XLR-Kabel genügt; bei längeren Strecken empfiehlt Behringer ein DMX-Kabel. Die stabile Reichweite beträgt bis zu 40 Meter.
Diese Entscheidung ist im Live-Alltag sehr angenehm. XLR- und DMX-Leitungen gehören ohnehin in jedes Veranstaltungsequipment, lassen sich verriegeln und unkompliziert verlegen. Im Gegensatz zu netzwerkbasierten Personal-Mixing-Systemen ist keine zusätzliche Switch-Infrastruktur nötig. Das reduziert Fehlerquellen und macht den Aufbau für kleinere Produktionen, Coverbands oder Proberäume überschaubar.
Besonders sinnvoll wird der Rückkanal, wenn der persönliche Mix an einen drahtlosen In-Ear-Sender weitergereicht werden soll. Der P24 kann seinen Mix zurück an einen P24HUB senden, der ihn wiederum an die jeweiligen IEM-Strecken verteilt. Damit bleibt der Mixer beim Musiker, während die Funktechnik zentral im Rack oder seitlich auf der Bühne steht.
Persönlicher Mix mit nützlichen Extras
Neben den Gruppenfadern bietet der P24 einen lokalen Stereo-Aux-Eingang. Das ist vor allem für Klick, Guide-Tracks oder einen lokalen Zuspieler interessant. Der Musiker bleibt damit unabhängig von der zentralen Kanalbelegung, etwa wenn ein Drummer den Klick selbst zuführen möchte.
Der Tilt-EQ pro Kanal und für den Main-Mix geht bewusst nicht zu tief in die Klangbearbeitung. Statt parametrischer Eingriffe gibt es eine einfache tonale Korrektur: Mehr Wärme und Fundament auf der einen, mehr Präsenz und Brillanz auf der anderen Seite. Für ein Personal-Monitoring-System ist das ein guter Kompromiss. Der Musiker kann den Mix an seinen In-Ears oder Kopfhörern anpassen, ohne die Übersicht zu verlieren oder sich mit komplexen EQ-Strukturen zu überfordern.
Ein einstellbarer Limiter gehört ebenfalls zur sinnvollen Ausstattung. Gerade bei In-Ear-Monitoring sollte sich ein Pegelschutz nicht nur im Rack befinden, sondern direkt in der persönlichen Abhöre. Natürlich ersetzt der Limiter keinen verantwortungsvollen Umgang mit Lautstärke, schützt aber vor abrupten Pegelspitzen und schafft etwas mehr Sicherheit im hektischen Bühnenbetrieb.
Behringer P24 Test – Ambiente und Reverb gegen die In-Ear-Isolation
Eine der wichtigsten Funktionen des Behringer P24 sind die eingebauten Stereo-Ambience-Mikrofone. Viele Musiker kennen das Problem: In-Ears liefern Kontrolle, schützen das Gehör und machen laute Bühnen beherrschbarer – können aber auch ein stark isoliertes Spielgefühl erzeugen. Publikum, Raum und Kommunikation mit den Bandkollegen wirken plötzlich weit weg.
Die Ambiente-Mikrofone bringen einen Teil dieser Umgebung zurück in den Kopfhörer. Das kann auf kleinen Clubbühnen, bei Proben oder bei einem Publikumskonzert deutlich natürlicher wirken. Entscheidend ist dabei eine sensible Dosierung: Zu viel Ambience macht den Mix undefiniert und erhöht die Gefahr von störenden Nebengeräuschen, zu wenig lässt den Nutzen verpuffen. Gut, dass der P24 diese Funktion direkt in das Konzept integriert, statt dafür einen zusätzlichen Kanalzug oder externe Mikrofone vorauszusetzen.
Der WING-Reverb ist ebenfalls mehr als eine reine Effektzugabe. Er kann trockenen Signalen – vor allem Vocals oder elektronischen Instrumenten – etwas räumlichen Zusammenhang geben. Gerade wenn alle Bandmitglieder über In-Ears spielen, hilft ein wenig künstlicher Raum dabei, den Mix weniger klinisch wirken zu lassen. Für die kreative Effektgestaltung ist der Reverb nicht gedacht, als dezente Ergänzung im persönlichen Mix aber sinnvoll.
Talkback und Kommunikation auf der Bühne
Die Talkback-Funktion macht den P24 besonders interessant für Bands mit eigenem Monitoring. Ein dynamisches Mikrofon kann über den externen Eingang angeschlossen werden; außerdem steht ein Fußschalteranschluss zur Verfügung. So kann ein Musiker Ansagen oder musikalische Hinweise freihändig in das StageTalk-System schicken.
Das klingt zunächst nach Komfort, kann aber im Ablauf sehr viel verändern. Zwischen Songs müssen etwa Tempo, nächster Titel, Formänderungen oder technische Probleme nicht über Zeichensprache geklärt werden. Auch die Kommunikation mit FOH und Stage-Crew wird einfacher, sofern das gesamte System entsprechend eingerichtet ist.
Allerdings sollte klar sein: Talkback ist nur dann wirklich hilfreich, wenn eine Band dafür Regeln entwickelt. Dauerhafte offene Kommunikation im In-Ear-Mix wird schnell anstrengend. Ein Fußschalter ist deshalb nicht nur Zubehör, sondern eine sinnvolle Voraussetzung für einen sauberen Workflow.
Behringer P24 Test – Bedienung und Alltagstauglichkeit
Der P24 wirkt wie ein Werkzeug, nicht wie ein Mini-Mischpult für Technikbegeisterte. Seine Oberfläche lädt dazu ein, musikalische Entscheidungen zu treffen: Stimme lauter, Klick etwas runter, Gitarren breiter, mehr Raumgefühl. Das gelingt schnell und ohne großes Vorwissen.
Die Fader geben dabei einen klaren Vorteil gegenüber Drehreglern oder Touchscreens. Ihre Stellung ist sofort sichtbar, Änderungen lassen sich präzise und reproduzierbar vornehmen. Beim Wechsel zwischen Songs oder unterschiedlichen Besetzungen bleibt der Bedienansatz intuitiv.
Für feste Installationen und Tour-Setups ist die integrierte Aufnahme für einen 5/8-Zoll-Mikrofonständer sehr praktisch. Der P24 kann nah am Musiker platziert werden, ohne eine zusätzliche Ablagefläche zu benötigen. Auch die Stromversorgung mit Daisy-Chain-Möglichkeit passt zum Systemgedanken: Mehrere Personal Mixer lassen sich ohne unnötigen Kabelaufwand in ein Bühnen-Setup integrieren.
Für wen lohnt sich der Behringer P24?
Der Behringer P24 ist besonders passend für Bands, die regelmäßig mit In-Ear-Monitoring arbeiten und ihren Mix nicht komplett vom FOH abhängig machen möchten. Auch für Kirchen, Proberäume, Musikschulen oder kleinere Produktionen mit wiederkehrender Besetzung ist das Konzept interessant.
Bei 179 Euro pro Musikerplatz bleibt der Gesamtpreis eines vollständigen Systems dennoch relevant. Hinzu kommen je nach Setup P24HUB, Verkabelung, Kopfhörer oder In-Ear-Strecken sowie die zentrale StageConnect-fähige Infrastruktur. Wer nur einen einzelnen Kopfhörermix braucht oder bereits ein anderes Personal-Monitoring-System nutzt, wird den P24 nicht sinnvoll integrieren können.
Innerhalb des Behringer-Ökosystems ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aber stark. Die Kombination aus zwölf Stereo-Gruppen, Fadern, Ambience, Limiter, Reverb, lokalem Aux und Talkback wirkt deutlich erwachsener als eine einfache Kopfhörerverteilung. Der P24 ersetzt keinen erfahrenen Monitor-Engineer, gibt Musikern aber genau die Kontrolle, die sie auf einer lauten Bühne wirklich benötigen.
Fazit: Behringer P24 Personal Monitor Mixer
Der Behringer P24 Personal Monitor Mixer ist eine durchdachte Lösung für persönliches In-Ear-Monitoring mit direkter Bedienung. Seine zwölf Fader machen das Arbeiten schneller als mit vielen App-Lösungen, während StageConnect, Talkback, Ambiente-Mikrofone und Rückkanäle ein System schaffen, das über eine bloße Kopfhörerverteilung klar hinausgeht.
Für 179 Euro ist der P24 ein überzeugender Baustein für Bands und Produktionen, die ein modernes, skalierbares Monitor-System aufbauen möchten. Voraussetzung ist allerdings die passende StageConnect-Umgebung – als Einzelgerät ist der P24 nicht sinnvoll einsetzbar. Wer diese Infrastruktur bereits nutzt oder bewusst darauf setzt, erhält einen praxisnahen Personal Mixer mit sehr guter Kontrolle im Live-Alltag.
Pro
- Direkte, übersichtliche Bedienung über zwölf 60-mm-Fader
- Umfangreiche Funktionen mit Talkback, Ambience, Limiter und Reverb
- StageConnect-Verbindung über praxisgerechte XLR- oder DMX-Kabel
Contra
- Funktioniert nur innerhalb eines StageConnect-Setups
- Gruppenkonzept bietet keinen direkten Zugriff auf einzelne Eingangskanäle
Link zur Herstellerseite: Behringer
Technische Daten
- Personal Monitor Mixer mit StageConnect
- 12 Stereo-Gruppen
- 1 lokaler Stereo-Aux-Eingang
- 60-mm-Fader
- Tilt-EQ pro Gruppe und Main-Mix
- WING-Reverb
- integrierte Stereo-Ambience-Mikrofone
- einstellbarer Limiter
- StageTalk-Intercom
- StageConnect: 26 Kanäle zum P24, 6 Rückkanäle
- 24 Bit, 44,1/48 kHz, unkomprimiertes PCM-Audio
- Submillisekunden-Latenz
- externe Mikrofonbuchse und Fußschalteranschluss
- integrierte 5/8-Zoll-Mikrofonständeraufnahme
- Preis: 179 Euro
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