Behringer HA8000 V2 Test: Wer mehrere Musiker gleichzeitig über Kopfhörer versorgen möchte, benötigt mehr als einen einfachen Kopfhörersplitter. Unterschiedliche Lautstärkewünsche, separate Monitormischungen und eine ausreichende Leistungsreserve machen einen professionellen Kopfhörerverstärker praktisch unverzichtbar. Genau für solche Aufgaben ist der Behringer Powerplay HA8000 V2 konzipiert.
In meinem Behringer HA8000 V2 Test sehe ich mir deshalb nicht nur die Anzahl der Anschlüsse an. Entscheidend ist vielmehr, wie flexibel sich das Gerät in ein Studio-, Proberaum- oder Live-Setup integrieren lässt. Dabei fällt vor allem das Routing-Konzept auf: Zwei zentrale Stereosignale können auf acht Kanäle verteilt werden. Zusätzlich steht jedem Kanal ein eigener Direct Input zur Verfügung.
Behringer bezeichnet den HA8000 V2 als achtkanaligen High-Power-Kopfhörer-Misch- und Verteilverstärker. Acht voneinander getrennte Verstärkersektionen, zwei Stereo-Main-Eingänge und separate Direkteingänge sollen sowohl gemeinsame als auch individuelle Monitormischungen ermöglichen.
Behringer HA8000 V2: Konzept und Einsatzbereich
Der HA8000 V2 ist ein klassisches 19-Zoll-Rackgerät mit einer Höheneinheit. Er richtet sich an Tonstudios, Bandproberäume, Musikschulen, Broadcast-Produktionen und Veranstaltungstechniker, die mehrere Kopfhörer zentral versorgen müssen.
Ich halte dieses Format vor allem in fest verkabelten Racks für sinnvoll. Das Gerät beansprucht nur eine Höheneinheit, stellt jedoch acht separate Lautstärkeregler und insgesamt bis zu 16 physische Kopfhöreranschlüsse bereit. Je Kanal befindet sich ein Kopfhörerausgang auf der Vorderseite und ein weiterer auf der Rückseite. Dadurch können zwei Personen dasselbe Kanalsignal hören, wobei sie sich allerdings auch denselben Lautstärkeregler teilen.
Wichtig ist daher die Unterscheidung zwischen acht unabhängigen Verstärkerkanälen und bis zu 16 angeschlossenen Kopfhörern. Es entstehen nicht 16 voneinander getrennte Mischungen, sondern acht separat regelbare Signale mit jeweils zwei parallelen Anschlussmöglichkeiten.
Typische Anwendungsszenarien
Im Tonstudio kann beispielsweise jeder Musiker einen eigenen Ausgang des Audiointerfaces oder Mischpults erhalten. Im Proberaum lassen sich dagegen zwei unterschiedliche Summenmischungen verteilen – etwa ein Mix für die Rhythmusgruppe und ein zweiter Mix für Sänger und Keyboarder.
Auch bei Live-Veranstaltungen ist der HA8000 V2 interessant, wenn ein kabelgebundenes Monitoring genügt. Er ersetzt allerdings kein drahtloses In-Ear-System. Vielmehr übernimmt er die Verstärkung und Verteilung der bereits am Mischpult erzeugten Monitormischungen.
Verarbeitung und Rack-Integration
Mit Abmessungen von 44 × 483 × 149 Millimetern entspricht der HA8000 V2 dem üblichen 19-Zoll-Format mit einer Höheneinheit. Das Gewicht liegt laut Hersteller bei rund 1,9 Kilogramm. Die Stromversorgung arbeitet mit 100 bis 240 Volt bei 50 oder 60 Hertz, sodass kein externes Netzteil benötigt wird. Die Leistungsaufnahme wird mit 35 Watt angegeben.
Ich empfinde das integrierte Netzteil für Rack-Anwendungen als deutlichen Vorteil. Gerade in mobilen Racks sind externe Steckernetzteile oft lästig, weil sie Verteilerleisten blockieren oder während des Transports verloren gehen können. Beim HA8000 V2 genügt dagegen ein standardisiertes IEC-Netzkabel.
Die relativ geringe Einbautiefe von knapp 15 Zentimetern erleichtert zudem den Einbau in kompakte Effektracks oder flache Studiomöbel. Trotzdem sollte hinter dem Gerät ausreichend Platz für Klinkenstecker und Kabelradien bleiben, denn nahezu alle Audioeingänge befinden sich auf der Rückseite.
Bedienoberfläche des Behringer HA8000 V2
Die Vorderseite ist klar in zwei Main-Sektionen und acht identisch aufgebaute Kopfhörerkanäle gegliedert. Ich finde diese symmetrische Aufteilung gelungen, weil man sich auch in einer hektischen Session schnell orientieren kann.
Zwei unabhängig regelbare Main-Eingänge
Der HA8000 V2 besitzt zwei Stereo-Main-Eingänge, die als Main In 1 und Main In 2 bezeichnet werden. Beide Eingangsgruppen verfügen über einen eigenen Pegelregler. Dadurch lassen sich zwei unterschiedliche Stereosignale gleichzeitig zuführen.
Das kann beispielsweise eine vollständige Bandmischung auf Main In 1 und ein klickbetonter Mix auf Main In 2 sein. Ebenso könnte man einen Regieraum-Mix und einen separaten Aufnahmeraum-Mix bereitstellen.
Jeder der acht Kanäle besitzt eine Taste, mit der zwischen Main In 1 und Main In 2 gewählt wird. Der Musiker erhält also entweder das erste oder das zweite Hauptsignal. Eine stufenlose Mischung beider Main-Eingänge ist direkt am HA8000 V2 nicht möglich.
Acht separate Ausgangssektionen
Jeder Kanal bietet einen eigenen Output-Level-Regler. Darüber hinaus zeigt eine LED-Anzeige den Ausgangspegel des jeweiligen Kanals an. Das ist im Alltag hilfreich, weil sich übermäßig hohe Pegel oder beginnendes Clipping schneller erkennen lassen.
Zusätzlich besitzt jeder Kanal eine Mono-Taste. Damit kann ein Stereosignal auf Mono geschaltet werden. Ich halte diese Funktion insbesondere bei Monitormischungen aus Mono-Auxwegen für wichtig. Ohne eine korrekte Monoschaltung könnte ein Signal andernfalls nur auf einer Kopfhörerseite erscheinen.
Der vorderseitige Kopfhöreranschluss ist als 6,3-mm-Stereoklinke ausgeführt. Deshalb werden Kopfhörer mit 3,5-mm-Stecker über einen entsprechenden Adapter angeschlossen.
Anschlüsse und Signalführung
Auf der Rückseite befinden sich die beiden Main-Eingangspaare, acht Direct Inputs sowie acht zusätzliche Kopfhörerausgänge. Die Main-Eingänge sind als symmetrisch beschaltete 6,3-mm-Klinkenbuchsen ausgeführt. Für Main In 1 und Main In 2 stehen jeweils ein linker und ein rechter Anschluss zur Verfügung.

Das bedeutet zugleich, dass der HA8000 V2 keine XLR-Main-Eingänge besitzt. In einem PA-Rack ist das kein grundsätzliches Problem, allerdings werden gegebenenfalls XLR-auf-TRS-Kabel benötigt. Für störungsarme längere Kabelwege würde ich möglichst symmetrische Verbindungen verwenden.
Direct Inputs für individuelle Mischungen
Das entscheidende Ausstattungsmerkmal sind die acht Direct Inputs. Jeder Kopfhörerkanal kann über einen eigenen rückseitigen Stereoklinkeneingang versorgt werden. Sobald ein Stecker mit dem Direct Input eines Kanals verbunden wird, wird das dort zuvor gewählte Main-Signal stummgeschaltet. Der Direct Input ersetzt somit den Main-Eingang dieses Kanals.
Dieser Punkt ist für die Planung des Setups besonders wichtig: Der Direct Input wird nicht lokal zum Main-Signal hinzugemischt. Wer beispielsweise einen gemeinsamen Bandmix und zusätzlich „mehr eigene Stimme“ wünscht, muss diese Mischung bereits am Mischpult oder Audiointerface erzeugen.
Ich würde dafür separate Aux- oder Bus-Ausgänge des Mischpults verwenden. Jeder Auxweg kann dann einen eigenen Direct Input des HA8000 V2 speisen. Auf diese Weise entstehen tatsächlich acht individuelle Kopfhörermischungen – vorausgesetzt, das vorgeschaltete Mischpult stellt genügend unabhängige Ausgänge bereit.
Front- und Rückausgänge
Pro Verstärkerkanal steht vorne und hinten jeweils ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung. Behringer gibt deshalb die Möglichkeit an, bis zu 16 Kopfhörer gleichzeitig an acht separaten Mischungen zu betreiben.
Die rückseitigen Ausgänge sind besonders für fest installierte Systeme praktisch. Dort können Multicore-Leitungen, Wandanschlussfelder oder Kopfhörerverlängerungen dauerhaft angeschlossen bleiben. Die Frontausgänge eignen sich dagegen für spontane Sessions oder Kontrollkopfhörer.
Allerdings regeln beide Buchsen eines Kanals denselben Ausgangspegel. Werden zwei sehr unterschiedliche Kopfhörer an einem Kanal betrieben, kann die empfundene Lautstärke deutlich voneinander abweichen. Für zwei Personen mit individuellen Lautstärkewünschen sollten deshalb besser zwei getrennte Kanäle verwendet werden.
Technische Daten des Behringer HA8000 V2
Die wichtigsten Herstellerangaben im Überblick:
- Bauform: 19 Zoll, 1 HE
- Kopfhörerverstärker: acht unabhängige Kanäle
- Kopfhöreranschlüsse: acht vorne und acht hinten
- Main-Eingänge: zwei Stereo-Eingangspaare
- Anschlussformat der Main-Eingänge: 4 × 6,3-mm-TRS-Klinke
- Eingangsschaltung: servosymmetrisch
- Direct Inputs: ein Stereo-Direkteingang pro Kanal
- Minimal zulässige Kopfhörerimpedanz: 8 Ohm
- Maximaler Ausgangspegel: +24 dBm an 100 Ohm
- Maximaler Ausgangspegel: +19 dBm an 8 Ohm
- Frequenzgang: 10 Hz bis 150 kHz, ±3 dB
- Dynamikumfang: 103 dB
- Signal-Rausch-Abstand: über 80 dB bei 0 dBu
- Klirrfaktor: typischerweise 0,007 Prozent bei +4 dBu und 1 kHz
- Leistungsaufnahme: 35 Watt
- Stromversorgung: 100 bis 240 Volt, 50/60 Hz
- Abmessungen: 44 × 483 × 149 mm
- Gewicht: etwa 1,9 kg
Klang und Leistungsreserven
Von einem Kopfhörerverstärker erwarte ich in erster Linie drei Dinge: ein möglichst neutrales Signal, ausreichend Pegelreserven und ein niedriges Grundrauschen. Klangformung oder kreative Sättigung gehören dagegen nicht zu seinen Aufgaben.
Die technischen Daten sprechen für eine breitbandige und vergleichsweise unverfälschte Signalübertragung. Der angegebene Frequenzgang von 10 Hz bis 150 kHz geht weit über den menschlichen Hörbereich hinaus. Ein großer Übertragungsbereich allein garantiert zwar noch keinen guten Klang, er zeigt jedoch, dass die Audioschaltung nicht knapp auf das hörbare Frequenzspektrum begrenzt wurde.
Auch der typische Klirrfaktor von 0,007 Prozent liegt auf einem Niveau, das für Monitoring-, Studio- und Proberaumanwendungen mehr als ausreichend erscheint. Der angegebene Dynamikumfang von 103 dB bietet ebenfalls genügend Abstand zwischen Nutzsignal und Grundrauschen.
Genügend Leistung auch für anspruchsvollere Kopfhörer
Der HA8000 V2 kann laut Hersteller Kopfhörerlasten bis hinunter zu 8 Ohm betreiben. Behringer spricht ausdrücklich von acht High-Power-Verstärkersektionen.
Damit ist das Gerät nicht nur für typische Studiokopfhörer mit 32, 80 oder 250 Ohm interessant. Auch niederohmige Kopfhörer und kabelgebundene In-Ear-Hörer lassen sich grundsätzlich anschließen. Allerdings bedeutet eine hohe Ausgangsleistung zugleich, dass sehr empfindliche In-Ears schnell sehr laut werden können.
Ich würde deshalb sämtliche Output-Level-Regler zunächst vollständig zurückdrehen, anschließend die Kopfhörer anschließen und den Pegel langsam erhöhen. Gerade bei wechselnden Musikern sollte außerdem verhindert werden, dass ein bereits hoch eingestellter Kanal ungeprüft übernommen wird.
Was unterschiedliche Kopfhörer verändern
In größeren Sessions werden häufig verschiedene Kopfhörermodelle gleichzeitig verwendet. Ein hochohmiger Studiokopfhörer benötigt möglicherweise eine deutlich höhere Reglerstellung als ein empfindlicher In-Ear-Hörer. Das ist kein Fehler des HA8000 V2, sondern ergibt sich aus Impedanz und Wirkungsgrad der angeschlossenen Hörer.
Die acht getrennten Pegelregler sind deshalb unverzichtbar. Ich würde dennoch möglichst ähnliche Kopfhörermodelle verwenden, wenn mehrere Musiker denselben Mix beurteilen sollen. Dadurch bleiben Lautstärkeeindruck und Klangbalance besser vergleichbar.
Behringer HA8000 V2 Test – Praxis im Tonstudio
Im Aufnahmestudio spielt der HA8000 V2 seine Stärken vor allem bei größeren Sessions aus. Schlagzeuger, Bassist, Gitarrist, Sänger und Keyboarder können jeweils einen eigenen Kanal erhalten. Die Regie speist entweder einen gemeinsamen Stereomix über Main In 1 oder verteilt individuelle Auxmischungen über die Direct Inputs.
Aufnahme mit einem gemeinsamen Kopfhörermix
Die einfachste Variante besteht darin, einen Stereo-Kopfhörermix aus dem Audiointerface oder Mischpult an Main In 1 anzuschließen. Alle benötigten Kanäle werden anschließend auf Main In 1 geschaltet. Jeder Musiker kann seine Lautstärke unabhängig einstellen.
Ein zweiter Mix lässt sich parallel über Main In 2 bereitstellen. So könnte beispielsweise der Sänger einen Mix mit lauterer Stimme erhalten, während die übrige Band den normalen Instrumentalmix hört.
Ich halte diese Zwei-Gruppen-Lösung für viele Proberaum- und Projektstudios für vollkommen ausreichend. Sie erfordert nur zwei Stereoausgänge, bleibt übersichtlich und verursacht wenig Verkabelungsaufwand.
Aufnahme mit individuellen Mischungen
Wer jedem Musiker eine vollständig eigene Mischung geben möchte, führt separate Stereoausgänge des Audiointerfaces oder Mischpults zu den Direct Inputs. Die Signalverteilung erfolgt dann nicht im HA8000 V2, sondern im vorgeschalteten System.
Das ermöglicht sehr flexible Setups, benötigt jedoch entsprechend viele physische Ausgänge. Für acht individuelle Stereomischungen wären theoretisch 16 Ausgangskanäle erforderlich. Alternativ können einzelne Monosignale genutzt und über die Mono-Funktion auf beide Kopfhörerseiten gelegt werden.
Behringer HA8000 V2 Test – Einsatz im Proberaum
Im Proberaum ist der HA8000 V2 besonders interessant, wenn eine Band möglichst leise oder vollständig über Kopfhörer proben möchte. Elektronische Drums, Modeling-Verstärker, Keyboards und Gesangsmikrofone können zunächst im Mischpult zusammengeführt und anschließend auf den Kopfhörerverstärker verteilt werden.
Ich würde in einem typischen Bandsetup zwei Grundmischungen erstellen: eine instrumentenbetonte Mischung und eine zweite Mischung mit stärkerem Gesangsanteil. Über die Main-In-Auswahltasten kann jeder Musiker schnell entscheiden, welche Variante besser passt.
Für komplexere Anforderungen lassen sich einzelne Musiker wiederum über die Direct Inputs versorgen. Ein Schlagzeuger könnte beispielsweise einen besonders lauten Klick erhalten, während der Sänger eine Mischung mit mehr eigener Stimme bekommt.
Verwendung bei Live-Veranstaltungen
Auch im Veranstaltungsbereich kann der HA8000 V2 sinnvoll sein. Denkbar sind kabelgebundene Monitorplätze für Musiker, Dolmetscher, Kommentatoren oder Produktionspersonal. Ebenso kann das Gerät in einem Broadcast- oder Streaming-Rack mehrere Regieplätze versorgen.
Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass der HA8000 V2 keine fernsteuerbaren Funktionen, keine integrierten Limiter und keine drahtlose Signalübertragung bietet. Er ist ein analoger Kopfhörerverteiler und kein Personal-Monitoring-System.
Für Musiker, die sich frei auf der Bühne bewegen müssen, bleibt ein drahtloses In-Ear-System geeigneter. Für Schlagzeuger, Keyboarder, stationäre Techniker oder Musiker an festen Positionen kann die kabelgebundene Lösung dagegen kostengünstig und zuverlässig sein.
Behringer HA8000 V2 Test – Bedienung und Pegelkontrolle
Die Bedienung ist bewusst direkt gehalten. Es gibt keine Menüs, Displays oder Software. Jeder Kanal besitzt die zentralen Bedienelemente unmittelbar auf der Frontplatte.
Ich sehe darin einen großen Vorteil für wechselnde Nutzer. Ein Musiker muss lediglich den richtigen Kanal finden, Main 1 oder Main 2 auswählen, gegebenenfalls Mono aktivieren und anschließend seine Lautstärke einstellen.
Die LED-Pegelanzeigen helfen dabei, Signalprobleme zu erkennen. Trotzdem ersetzen sie keine sorgfältige Gain-Struktur. Wird bereits am Mischpult ein zu schwaches Signal ausgegeben, muss der Kopfhörerverstärker unnötig stark aufgedreht werden. Ein übersteuerter Auxausgang wird dagegen auch durch eine niedrigere Einstellung am HA8000 V2 nicht wieder sauber.
Sinnvolle Gain-Struktur
Ich würde die Lautstärkeregelung folgendermaßen aufbauen: Zunächst wird am Mischpult oder Audiointerface ein kräftiges, aber nicht übersteuerndes Ausgangssignal eingestellt. Danach werden die beiden Main-Level-Regler am HA8000 V2 auf einen praxisgerechten Arbeitsbereich gebracht. Erst anschließend stellen die Musiker ihre persönlichen Kanalpegel ein.
Dadurch bleibt genügend Regelweg erhalten, während das Grundrauschen möglichst niedrig bleibt. Außerdem reduziert eine saubere Gain-Struktur das Risiko, dass einzelne Kanäle ständig nahe am maximalen Ausgangspegel betrieben werden.
Was dem HA8000 V2 fehlt
Der Behringer HA8000 V2 ist flexibel, allerdings nicht unbegrenzt. Besonders wichtig ist die bereits erwähnte Arbeitsweise der Direct Inputs: Das Direktsignal wird nicht mit dem gewählten Main-Signal gemischt, sondern ersetzt es.
Außerdem fehlen pro Kanal Klangregler und ein Balance-Regler. Ein Musiker kann seine Lautstärke verändern und zwischen den beiden Main-Signalen wählen, den Mix aber nicht direkt am Gerät anpassen. Modelle mit lokaler Main/Aux-Mischung bieten hier mehr Eigenkontrolle.
Auch XLR-Eingänge oder durchgeschleifte Main-Ausgänge sind nicht vorhanden. Wer mehrere HA8000-V2-Einheiten kaskadieren möchte, muss das Eingangssignal deshalb bereits vorher splitten oder über mehrere Mischpultausgänge verteilen.
Schließlich gibt es keinen integrierten Schutzlimiter. Bei einem leistungsstarken Kopfhörerverstärker hätte ich eine begrenzbare Maximallautstärke besonders für Musikschulen, öffentliche Einrichtungen und häufig wechselnde Nutzer durchaus sinnvoll gefunden.
Behringer HA8000 V2 und HA6000 im Vergleich
Der ebenfalls im Quick Start Guide dokumentierte HA6000 verfolgt ein anderes Konzept. Er besitzt sechs statt acht Kanäle, bietet dafür jedoch pro Kanal zusätzliche Funktionen wie Bass- und Höhenregelung sowie eine Balance-Funktion zwischen Main- und Aux-Signal. Außerdem verfügt der HA6000 über XLR-Main-Eingänge und Main-Ausgänge.
Der HA8000 V2 eignet sich daher besser, wenn möglichst viele Kanäle benötigt werden und die individuellen Mischungen bereits im Mischpult entstehen. Der HA6000 ist dagegen interessanter, wenn die Musiker ihre Mischung direkt am Kopfhörerverstärker in begrenztem Umfang beeinflussen sollen.
Ich würde die Entscheidung deshalb nicht allein von der Kanalzahl abhängig machen. Entscheidend ist, ob ein zentral erstelltes Monitoring genügt oder ob lokale Misch- und Klangregelungen benötigt werden.
Für wen eignet sich der Behringer HA8000 V2?
Besonders überzeugend finde ich den HA8000 V2 in Studios und Proberäumen, die bereits ein Mischpult oder Audiointerface mit mehreren Ausgängen besitzen. Dort kann das Gerät seine acht Direct Inputs sinnvoll ausspielen.
Auch für Musikschulen, Podcast-Studios und kleinere Broadcast-Produktionen ist die hohe Anschlusszahl attraktiv. Werden dagegen nur zwei oder drei Kopfhörer benötigt, wäre ein kompakterer Kopfhörerverstärker meist einfacher.
Weniger passend ist der HA8000 V2 für Nutzer, die ihren Monitormix selbst direkt am Gerät verändern möchten. Ebenso ist er keine Alternative zu netzwerkbasierten Personal-Monitoring-Systemen oder drahtlosen In-Ear-Strecken.
Stärken und Schwächen im Behringer HA8000 V2 Test
Zu den größten Stärken gehören die acht getrennten Kopfhörerverstärker, die zwei wählbaren Stereo-Main-Busse und die separaten Direct Inputs. Die vorder- und rückseitigen Kopfhörerausgänge erleichtern sowohl spontane als auch fest installierte Verkabelungen. Hinzu kommen das kompakte 1-HE-Gehäuse, das interne Universalnetzteil und die hohe Ausgangsleistung.
Als Einschränkungen sehe ich die fehlende lokale Mischung zwischen Main- und Direct-Signal, den gemeinsamen Pegel für beide Kopfhörerbuchsen eines Kanals sowie den Verzicht auf XLR-Main-Eingänge, Main-Ausgänge und einen Schutzlimiter. Auch individuelle Klangregler sind nicht vorhanden.
Fazit zum Behringer HA8000 V2 Test
Der Behringer Powerplay HA8000 V2 ist ein konsequent aufgebauter Kopfhörerverstärker für größere Monitoring-Setups. Sein wichtigster Vorteil ist die Kombination aus acht separaten Verstärkerkanälen, zwei zentralen Stereobussen und acht individuellen Direkteingängen.
In meinem Behringer HA8000 V2 Test überzeugt vor allem die übersichtliche Signalführung. Einfache Setups lassen sich über Main In 1 und Main In 2 realisieren, während anspruchsvollere Systeme jedem Musiker über die Direct Inputs eine eigene Mischung bereitstellen können.
Allerdings übernimmt der HA8000 V2 nicht die eigentliche Erstellung dieser individuellen Mischungen. Diese Aufgabe muss das vorgeschaltete Mischpult oder Audiointerface erledigen. Ebenso können Main- und Direct-Signal nicht direkt am Kopfhörerverstärker kombiniert werden.
Wer genau diese Arbeitsweise benötigt und bereits über ausreichend Aux- oder Line-Ausgänge verfügt, erhält eine leistungsfähige und platzsparende Monitoring-Zentrale für Studio, Proberaum und kabelgebundene Live-Anwendungen. Für lokale Klangregelungen oder individuell mischbare Auxsignale wäre dagegen ein anderes Konzept besser geeignet.
Herstellerlink: HA8000 V2 | Behringer

FAQ zum Behringer HA8000 V2
Wie viele Kopfhörer können am Behringer HA8000 V2 angeschlossen werden?
Es stehen acht Kopfhörerkanäle mit jeweils einem vorderseitigen und einem rückseitigen Anschluss zur Verfügung. Dadurch können bis zu 16 Kopfhörer angeschlossen werden. Es bleiben jedoch acht unabhängige Mischungen beziehungsweise Lautstärkeregelungen.
Können zwei Personen an einem Kanal unterschiedliche Lautstärken einstellen?
Nein. Der vordere und der hintere Kopfhörerausgang eines Kanals werden über denselben Output-Level-Regler gesteuert. Für unterschiedliche Lautstärken müssen zwei separate Kanäle verwendet werden.
Kann jeder Musiker einen eigenen Kopfhörermix erhalten?
Ja. Dafür muss das Mischpult oder Audiointerface separate Mischungen erzeugen und über seine Ausgänge mit den Direct Inputs des HA8000 V2 verbinden. Der Kopfhörerverstärker selbst erstellt diese Mischungen nicht.
Wird das Direct-Input-Signal mit dem Main-Signal gemischt?
Nein. Sobald der Direct Input eines Kanals belegt wird, wird das gewählte Main-Signal dieses Kanals stummgeschaltet. Das Direktsignal ersetzt somit Main In 1 beziehungsweise Main In 2.
Kann der HA8000 V2 mit einem Mono-Auxweg betrieben werden?
Ja. Ein Monosignal kann über einen passenden Anschluss zugeführt und mithilfe der Mono-Taste des jeweiligen Kanals auf beide Kopfhörerseiten gelegt werden.
Besitzt der HA8000 V2 XLR-Eingänge?
Nein. Die beiden Stereo-Main-Eingänge sind als symmetrische 6,3-mm-TRS-Klinkenbuchsen ausgeführt. Für den Anschluss an XLR-Ausgänge werden passende XLR-auf-TRS-Kabel benötigt.
Eignet sich der Kopfhörerverstärker für In-Ear-Monitoring?
Er kann kabelgebundene In-Ear-Hörer antreiben. Ein drahtloses In-Ear-System ersetzt er jedoch nicht, da keine Funkübertragung integriert ist. Wegen der hohen möglichen Ausgangslautstärke sollte der Pegel bei empfindlichen In-Ears besonders vorsichtig eingestellt werden.
Welche Kopfhörerimpedanz unterstützt der HA8000 V2?
Der Hersteller nennt eine minimale Lastimpedanz von 8 Ohm. Damit ist das Gerät grundsätzlich für viele nieder- und hochohmige Studio-, Musiker- und Monitoring-Kopfhörer geeignet.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen HA8000 V2 und HA6000?
Der HA8000 V2 bietet acht Kanäle, zwei wählbare Main-Busse und Direct Inputs, die das Main-Signal ersetzen. Der HA6000 besitzt sechs Kanäle, ermöglicht jedoch eine lokale Mischung aus Main- und Auxsignal und bietet zusätzliche Bass- und Höhenregler.


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