Behringer CX2310 V2 Test: Analoge Frequenzweiche für PA-Systeme

Behringer CX2310 V2 Frequenzweiche mit Reglern und beleuchteten Schaltern für PA-Systeme im 19-Zoll-Rackformat.

Behringer CX2310 V2 Test: Aktive Frequenzweichen wirken im Vergleich zu digitalen Lautsprecher-Managementsystemen fast schon altmodisch. Dennoch gibt es weiterhin gute Gründe, ein analoges Gerät wie den Behringer CX2310 V2 einzusetzen. Die Bedienung erfolgt unmittelbar über Drehregler und Schalter, das Signal muss nicht digitalisiert werden und sämtliche wichtigen Funktionen sind ohne Menü erreichbar.

In meinem Behringer CX2310 V2 Test schaue ich mir deshalb an, für welche PA-Systeme sich die kompakte Frequenzweiche eignet, wie sich der Stereo-2-Wege- und der Mono-3-Wege-Betrieb unterscheiden und welche Aufgaben der separate Subwoofer-Ausgang übernimmt. Außerdem kläre ich, wo die Grenzen des Geräts gegenüber einem modernen Lautsprecherprozessor liegen.

Behringer führt das Modell offiziell als CX2310 V2 und beschreibt es als hochpräzise Stereo-2-Wege- beziehungsweise Mono-3-Wege-Frequenzweiche mit zusätzlichem Subwoofer-Ausgang.

Was ist der Behringer CX2310 V2?

Der Behringer SUPER-X PRO CX2310 V2 ist eine aktive Frequenzweiche für professionelle Line-Signale. Sie wird im Signalweg normalerweise zwischen Mischpult und Endstufen beziehungsweise zwischen Mischpult und aktiv angesteuerten Lautsprecherwegen eingesetzt.

Ihre Aufgabe besteht darin, das ankommende Audiosignal in mehrere Frequenzbereiche aufzuteilen. Dadurch erhält beispielsweise der Basslautsprecher nur die tiefen Frequenzen, während Mittel- und Hochtöner von den für sie ungeeigneten Signalanteilen entlastet werden. Jeder Lautsprecherweg kann anschließend über eine eigene Endstufe verstärkt werden. Behringer erläutert dieses Grundprinzip ebenfalls als Arbeitsteilung zwischen mehreren Lautsprecherchassis, die jeweils nur den für sie geeigneten Teil des Frequenzspektrums wiedergeben.

Der CX2310 V2 beherrscht zwei grundlegende Konfigurationen:

  • Stereo-2-Wege-Betrieb mit zusätzlichem Mono-Subwoofer-Ausgang
  • Mono-3-Wege-Betrieb mit zusätzlichem Mono-Subwoofer-Ausgang

Damit lässt sich das Gerät sowohl in klassischen Stereo-PA-Systemen als auch in komplexeren monofonen Mehrwegekonstruktionen verwenden. Der separate Subwoofer-Zweig bleibt in beiden Betriebsarten verfügbar.

Warum eine externe Frequenzweiche?

Viele aktuelle Aktivlautsprecher besitzen bereits interne DSPs und integrierte Frequenzweichen. Bei passiven Mehrwege-PA-Systemen oder älteren Aktivkonzepten ist jedoch häufig eine externe Signalaufteilung erforderlich. Genau hier kommt der CX2310 V2 ins Spiel.

Ich sehe den größten Vorteil in der klaren Aufgabenverteilung: Statt das gesamte Frequenzspektrum an jede Endstufe zu schicken, stellt die Frequenzweiche jedem Verstärker nur den benötigten Bereich bereit. Dadurch werden Tieftöner, Mitteltöner und Hochtöner gezielter angesteuert. Gleichzeitig lässt sich der Pegel jedes Weges an den Wirkungsgrad der verwendeten Lautsprecher anpassen.

Eine aktive Frequenzweiche darf allerdings nicht mit der passiven Frequenzweiche innerhalb einer herkömmlichen Lautsprecherbox verwechselt werden. Der CX2310 V2 verarbeitet Line-Pegel und sitzt vor den Endstufen. Seine Ausgänge dürfen daher nicht unmittelbar mit passiven Lautsprechern verbunden werden.

Gehäuse und Rackeinbau

Eine Höheneinheit im 19-Zoll-Rack

Mit Abmessungen von 44 × 483 × 147 Millimetern beansprucht der Behringer CX2310 V2 eine Höheneinheit in einem normalen 19-Zoll-Rack. Das Gerät wiegt lediglich 1,6 Kilogramm und ist mit einer Tiefe von 147 Millimetern vergleichsweise kompakt. Dadurch passt es auch in flachere Effekt- und Endstufenracks. Die Leistungsaufnahme wird mit 10 Watt angegeben. Die Stromversorgung erfolgt über einen üblichen IEC-Kaltgeräteanschluss und akzeptiert Netzspannungen zwischen 100 und 240 Volt bei 50 oder 60 Hertz.

Für mobile Anwendungen gefällt mir dieses Format grundsätzlich gut. Die Frequenzweiche benötigt nur wenig Platz und kann dauerhaft verkabelt im Rack verbleiben. Das reduziert beim Aufbau einer PA-Anlage die Zahl der frei herumliegenden Geräte und Kabel.

Allerdings würde ich das leichte Gehäuse nicht ohne Rack transportieren. Gerade die zahlreichen Drehregler und Schalter auf der Vorderseite sollten vor seitlichen Schlägen geschützt werden. Ein Rackdeckel verhindert außerdem, dass sich zuvor eingestellte Trennfrequenzen während des Transports unbeabsichtigt verändern.

Bedienoberfläche des Behringer CX2310 V2

Die Frontseite ist dicht bestückt, folgt aber einer nachvollziehbaren Signalstruktur. Je nach Betriebsart sind nicht alle Regler aktiv. LEDs zeigen an, ob sich die Frequenzweiche im Stereo- oder Monobetrieb befindet.

Auf der Vorderseite befinden sich unter anderem:

  • Eingangspegelregler
  • Regler für die Trennfrequenzen
  • Ausgangspegelregler für die einzelnen Frequenzbänder
  • Mute-Schalter
  • Schalter zur Polaritätsumkehr
  • zuschaltbare 25-Hz-Low-Cut-Filter
  • Regler und Schalter für den separaten Subwoofer-Ausgang

Die Eingangsverstärkung lässt sich um ±12 dB verändern. Die einzelnen Ausgangsbänder können jeweils um ±6 dB angepasst werden. Dadurch kann ich unterschiedliche Wirkungsgrade von Tieftönern, Mitteltönern und Hochtonsystemen zumindest pegelmäßig ausgleichen.

Rückseitige Anschlüsse

Die Ein- und Ausgänge sind als XLR-Buchsen ausgeführt. Laut technischen Daten arbeiten sie elektronisch servosymmetrisch und können sowohl symmetrisch als auch unsymmetrisch verwendet werden. Der maximale Eingangspegel beträgt +22 dBu, während die Ausgänge bis zu +21 dBu liefern können.

Für eine professionelle PA-Anwendung halte ich die konsequente Verwendung von XLR-Verbindungen für sinnvoll. Symmetrische Leitungen sind besonders bei längeren Kabelwegen weniger anfällig für eingestreute Störgeräusche. Außerdem lassen sich die Ausgänge direkt mit üblichen PA-Endstufen oder professionellen Aktivlautsprechern verbinden.

Behringer CX2310 V2 Rückseite mit XLR-Eingängen, Frequenzband-Ausgängen, Subwoofer-Ausgang und Netzanschluss.
Rückseite des Behringer CX2310 V2 mit symmetrischen XLR-Anschlüssen für Stereo-2-Wege-, Mono-3-Wege- und Subwoofer-Setups.

Weniger komfortabel finde ich, dass sich der MODE-Schalter zur Wahl der grundlegenden Betriebsart auf der Rückseite befindet. Bei einem fest eingebauten Gerät muss ich deshalb gegebenenfalls hinter das Rack greifen. Im normalen Betrieb ist das jedoch kein großes Problem, weil die Betriebsart nach der Einrichtung gewöhnlich nicht mehr verändert wird.

Stereo-2-Wege-Betrieb in der Praxis

Aufteilung in Low und High

Im Stereo-2-Wege-Betrieb verarbeitet der CX2310 V2 zwei Eingangskanäle. Jeder Kanal wird in ein Low- und ein High-Signal aufgeteilt. Daraus ergeben sich insgesamt vier Hauptausgänge:

  • Low links
  • High links
  • Low rechts
  • High rechts

Zusätzlich steht ein gemeinsamer Mono-Subwoofer-Ausgang zur Verfügung. Für den Stereo-2-Wege-Betrieb muss der rückseitige MODE-Schalter gedrückt sein. Eine STEREO-LED auf der Vorderseite bestätigt die gewählte Konfiguration.

Die Trennfrequenz zwischen Low und High kann in zwei Bereichen eingestellt werden. Der normale Regelbereich reicht von 44 bis 930 Hz. Über rückseitige XOVER-FREQ-Schalter lässt sich der Bereich mit dem Faktor zehn auf 440 Hz bis 9,3 kHz verschieben.

Dadurch ist das Gerät nicht nur für die Trennung zwischen Subwoofer und Topteil gedacht. Es kann ebenso die Übergangsfrequenz innerhalb eines aktiven Zweiwege-Lautsprechersystems festlegen, beispielsweise zwischen einem Mitteltonlautsprecher und einem Hochtonhorn.

Typisches Stereo-PA-Setup

Für ein normales System aus Subwoofern und Fullrange-Topteilen würde ich zunächst prüfen, ob überhaupt alle Ausgänge benötigt werden. Sind die Topteile bereits intern getrennt und sollen lediglich vom Tiefbass entlastet werden, können die High-Ausgänge zu den Topteilen geführt werden. Der separate Subwoofer-Ausgang versorgt anschließend einen Mono-Subwooferweg.

Bei einer vollständig aktiv getrennten Zweiwege-PA können dagegen die Low-Ausgänge beispielsweise die Tief- oder Tiefmitteltonsektionen und die High-Ausgänge die Hochtonsektionen ansteuern. Der zusätzliche Subwoofer-Ausgang erweitert diese Konstruktion um einen noch tiefer getrennten Bassweg. Behringer bezeichnet diese Möglichkeit als Stereo-2-Wege-System plus zusätzlichen Mono-Weg.

Welche Variante technisch sinnvoll ist, hängt immer von den verwendeten Lautsprechern und Endstufen ab. Die zulässigen Frequenzbereiche der Treiber müssen dabei unbedingt berücksichtigt werden. Eine frei gewählte Trennfrequenz ist kein Ersatz für die Herstellervorgaben eines Lautsprechersystems.

Mono-3-Wege-Betrieb

Im Mono-3-Wege-Modus wird nur ein Eingangssignal verarbeitet und in drei getrennte Frequenzbereiche aufgeteilt:

  • Low
  • Mid
  • High

Auch in dieser Betriebsart bleibt der zusätzliche Mono-Subwoofer-Ausgang verfügbar. Dadurch kann der CX2310 V2 praktisch als Mono-4-Wege-Frequenzweiche eingesetzt werden. Der MODE-Schalter muss im Mono-3-Wege-Betrieb gelöst beziehungsweise deaktiviert sein.

Für den Low/Mid- und den Mid/High-Übergang stehen jeweils getrennte Trennfrequenzregler zur Verfügung. Beide Regelbereiche können zwischen 44 und 930 Hz beziehungsweise über die rückseitige Bereichsumschaltung zwischen 440 Hz und 9,3 kHz eingestellt werden. Die Ausgänge für Low, Mid und High besitzen jeweils eigene Pegel-, Mute- und Polaritätsfunktionen.

Diese Betriebsart eignet sich beispielsweise für ein monofones Beschallungssystem mit getrennt angesteuerten Bass-, Mittelton- und Hochtonwegen. In Kombination mit dem Subwoofer-Ausgang kann daraus ein System aus Subbass, Bass beziehungsweise Tiefmittelton, Mittelton und Hochton entstehen.

Für moderne Stereo-Front-PA-Systeme ist der Mono-Modus naturgemäß weniger interessant. Bei fest installierten Einzelclustern, speziellen Hornsystemen, Sidefills oder älteren Mehrwegeanlagen kann er jedoch weiterhin sinnvoll sein.

Der separate Subwoofer-Ausgang

Der unabhängig einstellbare Subwoofer-Ausgang gehört für mich zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen des CX2310 V2. Er ist als symmetrischer XLR-Ausgang ausgeführt und liefert ein Monosignal. Seine Trennfrequenz, sein Ausgangspegel und seine Polarität können separat eingestellt werden. Zusätzlich lässt er sich über einen eigenen Mute-Schalter stummschalten.

Der aufgedruckte beziehungsweise im Bedienabschnitt genannte Einstellbereich reicht von 10 bis 235 Hz. Die technische Spezifikation nennt dagegen einen mit −3 dB angegebenen Bereich von 10 bis 215 Hz. Diese beiden Werte widersprechen sich nicht zwingend, da einmal der Reglerbereich und einmal ein definierter Messpunkt angegeben wird. Für die praktische Einstellung sollte man den Regler daher ohnehin nicht als präzises Messinstrument betrachten.

Warum ein Mono-Subwoofer-Ausgang?

Sehr tiefe Frequenzen lassen sich vom menschlichen Gehör deutlich schwerer lokalisieren als mittlere oder hohe Frequenzen. Deshalb werden die Bassanteile eines Stereo-Signals in vielen PA-Systemen zu einem gemeinsamen Mono-Subwooferweg zusammengeführt. Behringer nennt genau diesen Zusammenhang als Begründung für den monofonen Sub-Ausgang.

In der Praxis finde ich diese Lösung besonders für kleinere und mittlere Beschallungsanlagen interessant. Zwei Topteile können in Stereo arbeiten, während ein einzelner Subwoofer oder ein zentral aufgestelltes Subwoofer-Array ein gemeinsames Monosignal erhält.

Low-Cut-Filter zum Schutz der Basslautsprecher

An den Eingängen lässt sich ein Hochpassfilter bei 25 Hz aktivieren. Die Flankensteilheit beträgt 12 dB pro Oktave. Das Filter entfernt sehr tieffrequente Signalanteile, die bei vielen PA-Lautsprechern kaum noch hörbaren Nutzschall erzeugen, die Membranen und Endstufen jedoch stark belasten können.

Ich würde den Low Cut bei den meisten konventionellen PA-Systemen aktivieren, sofern keine andere Komponente im Signalweg bereits einen geeigneten Hochpass bereitstellt. Gerade Bassreflexsysteme können unterhalb ihrer Abstimmfrequenz schnell an mechanische Grenzen geraten.

Allerdings ersetzt der 25-Hz-Filter keinen individuell auf den Lautsprecher abgestimmten Hochpass. Viele kompakte Subwoofer benötigen eine deutlich höhere Filterfrequenz. Wer einen exakt definierten Hochpass mit einstellbarer Flankensteilheit benötigt, kommt deshalb mit einem digitalen Lautsprecherprozessor weiter.

Behringer CX2310 V2 Test – Mute und Phase Invert erleichtern die Einrichtung

Jedes Hauptfrequenzband besitzt einen Mute-Schalter. Damit kann ich beim Einrichten einzelne Wege separat abhören. Das ist hilfreich, um Verkabelungsfehler, falsche Endstufenzuordnungen oder ungewöhnliche Nebengeräusche zu erkennen.

Ebenso praktisch sind die Phase-Invert-Schalter. Genau genommen wird hier die Polarität des jeweiligen Ausgangssignals um 180 Grad umgekehrt. Das kann helfen, wenn zwei Lautsprecherwege im Bereich ihrer Trennfrequenz gegeneinander arbeiten und dadurch Auslöschungen entstehen.

Allerdings ist die Polaritätsumkehr kein Ersatz für eine Laufzeitkorrektur. Stehen die Schallentstehungsorte verschiedener Lautsprecher nicht auf einer gemeinsamen akustischen Ebene, wäre ein einstellbares Delay erforderlich. Eine solche Verzögerungsfunktion gehört nicht zum dokumentierten Funktionsumfang des CX2310 V2.

Filtertechnik und technische Audiowerte

Die Frequenzaufteilung erfolgt laut Spezifikation mit Linkwitz-Riley-Filtern vierter Ordnung und einer Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave. Dieser Filtertyp wird häufig in aktiven Lautsprechersystemen verwendet, weil sich die benachbarten Frequenzbänder bei korrekter Einstellung gleichmäßig addieren können.

Behringer gibt für das Gerät eine Audiobandbreite von 20 Hz bis 20 kHz mit einer Abweichung von +0/−0,5 dB an. Der erweiterte Frequenzgang soll von 10 Hz bis 60 kHz bei +0/−3 dB reichen. Der spezifizierte Signal-Rausch-Abstand liegt je nach Ausgang und Betriebsart bei mehr als 93 bis mehr als 98 dB. Das Übersprechen zwischen den Frequenzwegen wird mit weniger als −90 dB angegeben.

Auf dem Papier sind das für eine analoge PA-Frequenzweiche solide Werte. Ohne unabhängige Labormessung kann ich allerdings nicht beurteilen, wie exakt ein konkretes Exemplar diese Herstellerangaben erreicht. Ebenso wenig würde ich aus den Daten allein einen hörbaren Klangvorteil ableiten.

Positiv bewerte ich dennoch, dass der CX2310 V2 auf eine fest definierte Filtercharakteristik setzt. Dadurch gibt es bei der Auswahl von Filtertypen und Flankensteilheiten keine Fehlentscheidungen. Gleichzeitig wird die Flexibilität gegenüber einem digitalen Controller deutlich eingeschränkt.

Einrichtung des Behringer CX2310 V2

1. Betriebsart festlegen

Zunächst lege ich fest, ob ich ein Stereo-2-Wege- oder ein Mono-3-Wege-System betreiben möchte. Anschließend kontrolliere ich den rückseitigen MODE-Schalter und die entsprechende LED auf der Frontseite.

2. Frequenzbereich kontrollieren

Danach prüfe ich die rückseitigen XOVER-FREQ-Schalter. Sie entscheiden darüber, ob die frontseitigen Regler im Bereich von 44 bis 930 Hz oder im mit zehn multiplizierten Bereich von 440 Hz bis 9,3 kHz arbeiten.

Dieser Schritt ist besonders wichtig. Eine scheinbare Einstellung von beispielsweise 100 Hz kann bei aktivierter Multiplikation tatsächlich ungefähr 1 kHz entsprechen. Deshalb würde ich die Bereichsschalter vor dem Einschalten der Endstufen kontrollieren und anschließend gegen unbeabsichtigtes Verstellen sichern.

3. Trennfrequenzen einstellen

Die passenden Trennfrequenzen entnehme ich zunächst den technischen Daten der Lautsprecher. Bei einem Subwoofer-Topteil-System kann ein Ausgangspunkt beispielsweise im Bereich um 80 bis 120 Hz liegen. Das ist jedoch keine allgemeingültige Vorgabe: Belastbarkeit, Gehäuseabstimmung, verwendete Treiber und gewünschter Maximalpegel spielen ebenfalls eine Rolle.

4. Ausgangspegel angleichen

Die Pegelregler der Frequenzbänder stelle ich zunächst auf eine neutrale Position. Anschließend gleiche ich die Wege vorsichtig aneinander an. Idealerweise erfolgt das mithilfe eines Messmikrofons und einer geeigneten Analysesoftware.

Eine rein gehörmäßige Abstimmung ist zwar möglich, kann aber durch Raumakustik, Aufstellungsort und Hörposition stark beeinflusst werden. Besonders im Bassbereich sind einzelne Positionen im Raum häufig nicht repräsentativ.

5. Polarität und Übergangsbereiche prüfen

Zuletzt kontrolliere ich die Übergangsbereiche zwischen den Wegen. Dabei helfen die Mute- und Phase-Invert-Schalter. Für eine professionelle Abstimmung würde ich dennoch eine akustische Messung vorziehen, da sich Laufzeit- und Phasenprobleme nicht zuverlässig allein nach der Stellung eines Schalters beurteilen lassen.

Behringer CX2310 V2 Test – Klangliche Einordnung

Eine gute Frequenzweiche soll dem Signal möglichst wenig Eigenklang hinzufügen. Entscheidend ist daher nicht, ob der CX2310 V2 den Klang „wärmer“ oder „brillanter“ macht, sondern ob er die Frequenzbereiche sauber trennt, ausreichend Pegelreserven bietet und keine auffälligen Störgeräusche erzeugt.

Die technischen Daten mit maximal +22 dBu am Eingang, +21 dBu am Ausgang und einem Signal-Rausch-Abstand von mindestens über 93 dB sprechen für eine praxisgerechte Einbindung in typische professionelle Line-Signalwege.

Ich würde das klangliche Ergebnis dennoch nicht isoliert dem CX2310 V2 zuschreiben. Die tatsächliche Qualität eines aktiv getrennten PA-Systems hängt wesentlich stärker von folgenden Faktoren ab:

  • passenden Trennfrequenzen,
  • korrekten Pegelverhältnissen,
  • der Laufzeit der Lautsprecherwege,
  • der Gehäuse- und Treiberkonstruktion,
  • den verwendeten Endstufen,
  • der Aufstellung und Raumakustik.

Die Frequenzweiche kann ein gutes Lautsprechersystem sinnvoll ansteuern. Sie kann jedoch keine ungeeignete Kombination aus Lautsprechern, Endstufen und Trennfrequenzen korrigieren.

Behringer CX2310 V2 Test – Wo liegen die Grenzen?

Der Behringer CX2310 V2 ist eine spezialisierte Frequenzweiche und kein vollständiges Lautsprecher-Managementsystem. Die dokumentierte Ausstattung konzentriert sich auf Frequenzaufteilung, Eingangs- und Ausgangspegel, Mute, Polaritätsumkehr, Low Cut und den separaten Subwooferweg. Funktionen wie parametrische Equalizer, Limiter, Laufzeitverzögerungen, speicherbare Presets oder Fernsteuerung gehören nicht zum beschriebenen Funktionsumfang.

Diese Beschränkung kann je nach Anwendung ein Nachteil oder sogar ein Vorteil sein. Für wechselnde Veranstaltungen mit unterschiedlichen Lautsprecherkonfigurationen bevorzuge ich einen digitalen Controller. Dort kann ich Einstellungen speichern, exakt dokumentieren und gegen unbeabsichtigte Veränderungen schützen.

Für eine feste Anlage mit klar definiertem Aufbau gefällt mir die analoge Bedienung dagegen gut. Jeder relevante Parameter ist unmittelbar erreichbar. Es gibt keine Software, keine Firmware, kein Display und keine Menüstruktur, die während einer Veranstaltung Probleme verursachen könnte.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die begrenzte Wiederholgenauigkeit der Drehregler. Die Skalen ermöglichen eine brauchbare Orientierung, ersetzen jedoch keine numerische Anzeige. Wird ein Regler versehentlich verstellt, lässt sich die ursprüngliche Position nur annähernd rekonstruieren. Für Tourproduktionen würde ich die Einstellungen deshalb fotografieren und die Regler bei Bedarf mit ablösbarem Markierungsband kennzeichnen.

Für wen eignet sich der Behringer CX2310 V2?

Ich halte den CX2310 V2 vor allem für Anwender interessant, die eine unkomplizierte aktive Frequenzaufteilung ohne umfangreiche DSP-Funktionen benötigen. Dazu gehören beispielsweise Bands mit einem fest aufgebauten PA-Rack, Proberäume, kleinere Clubs, mobile DJs mit passiv getrennten Systemkomponenten sowie Betreiber älterer Mehrwegeanlagen.

Auch für experimentelle Lautsprecherprojekte kann die Frequenzweiche nützlich sein. Trennfrequenzen und Pegel lassen sich unmittelbar verändern, ohne dass zuvor eine Software eingerichtet werden muss.

Weniger geeignet ist das Gerät für komplexe Touring-Systeme, größere Line-Arrays oder Installationen, bei denen Delay, Limiting, entzerrte Presets und detaillierte Schutzfunktionen erforderlich sind. In solchen Fällen würde ich zu einem digitalen Lautsprecher-Managementsystem greifen.

Technische Daten des Behringer CX2310 V2

  • Gerätetyp: aktive Stereo-2-Wege-/Mono-3-Wege-Frequenzweiche
  • zusätzlicher Ausgang: Mono-Subwoofer
  • Filtertyp: Linkwitz-Riley
  • Flankensteilheit: 24 dB pro Oktave
  • Trennfrequenz Hauptwege: 44–930 Hz oder 440 Hz–9,3 kHz
  • Subwoofer-Regelbereich laut Bedienabschnitt: 10–235 Hz
  • Subwoofer-Spezifikation bei −3 dB: 10–215 Hz
  • Low-Cut-Filter: 25 Hz bei −3 dB
  • Low-Cut-Flankensteilheit: 12 dB pro Oktave
  • Eingangsregelung: ±12 dB
  • Ausgangsregelung: ±6 dB pro Frequenzband
  • Anschlüsse: elektronisch servosymmetrische XLR-Ein- und Ausgänge
  • maximaler Eingangspegel: +22 dBu
  • maximaler Ausgangspegel: +21 dBu
  • Audiobandbreite: 20 Hz–20 kHz, +0/−0,5 dB
  • Frequenzgang: 10 Hz–60 kHz, +0/−3 dB
  • Stromversorgung: 100–240 Volt, 50/60 Hz
  • Leistungsaufnahme: 10 Watt
  • Abmessungen: 44 × 483 × 147 mm
  • Rackformat: 19 Zoll, 1 HE
  • Gewicht: 1,6 kg

Die Angaben stammen aus der mitgelieferten Schnellstartanleitung und den dort aufgeführten technischen Spezifikationen.

Behringer CX2310 V2 Test: Vorteile und Nachteile

Vorteile

Der CX2310 V2 bietet zwei praxisgerechte Betriebsarten, einen unabhängig regelbaren Subwoofer-Ausgang und symmetrische XLR-Verbindungen. Besonders hilfreich finde ich die getrennten Mute- und Polaritätsschalter für sämtliche Frequenzwege. Das kompakte 1-HE-Gehäuse lässt sich außerdem problemlos in ein bestehendes PA-Rack integrieren.

Die analoge Bedienung ist schnell verständlich und kommt ohne Display oder Software aus. Für feste Systeme, bei denen Trennfrequenzen und Pegel nur selten verändert werden, ist das ein überzeugender Ansatz.

Nachteile

Dem Gerät fehlen Limiter, Delay, Equalizer und speicherbare Presets. Zudem sind die Trennfrequenzen nur anhand der aufgedruckten Skalen ablesbar. Die rückseitigen Schalter für Betriebsart und Frequenzmultiplikation sind im eingebauten Rack nicht besonders komfortabel erreichbar.

Wer mehrere wechselnde PA-Konfigurationen verwaltet oder Lautsprecher exakt zeitlich ausrichten muss, wird mit einem digitalen Lautsprecherprozessor besser bedient.

Fazit zum Behringer CX2310 V2 Test

Der Behringer CX2310 V2 konzentriert sich auf die Kernaufgabe einer aktiven Frequenzweiche: Er teilt ein Line-Signal in definierte Frequenzbereiche auf und leitet diese an getrennte Verstärker- und Lautsprecherwege weiter. Dabei bietet er wahlweise einen Stereo-2-Wege- oder einen Mono-3-Wege-Betrieb. Der unabhängig regelbare Mono-Subwoofer-Ausgang erweitert beide Konfigurationen um einen zusätzlichen Tieftonweg.

In meinem Behringer CX2310 V2 Test überzeugt mich vor allem die unmittelbare Bedienung. Pegel, Trennfrequenzen, Mute und Polarität sind ohne Menü erreichbar. Die Linkwitz-Riley-Filter mit 24 dB pro Oktave, die professionellen XLR-Anschlüsse und das kompakte Rackformat passen gut zu kleineren und mittleren PA-Anlagen.

Gleichzeitig sollte niemand das Gerät mit einem modernen Lautsprecher-Managementsystem verwechseln. Limiter, Laufzeitkorrektur, Equalizer und Presets fehlen. Dadurch ist der CX2310 V2 weniger flexibel, aber auch deutlich einfacher aufgebaut.

Für ein fest konfiguriertes Mehrwege-PA-System kann diese Reduktion genau richtig sein. Wer dagegen regelmäßig unterschiedliche Lautsprecherkombinationen einmisst und verwaltet, sollte einen digitalen Controller einplanen.

Herstellerlink: CX2310 V2 | Behringer

Behringer CX2310 V2 Test – FAQ

Was macht der Behringer CX2310 V2?

Der CX2310 V2 teilt ein Audiosignal in mehrere Frequenzbereiche auf. Dadurch können unterschiedliche Endstufen und Lautsprecherwege gezielt mit tiefen, mittleren oder hohen Frequenzen versorgt werden.

Ist der Behringer CX2310 V2 eine digitale Frequenzweiche?

Nein. Die Bedienung und Signalbearbeitung sind als klassische, unmittelbar regelbare Frequenzweiche ausgelegt. Das Gerät besitzt weder Display noch Softwaresteuerung oder speicherbare Presets.

Kann der CX2310 V2 ein Stereo-PA-System mit Subwoofer ansteuern?

Ja. Im Stereo-2-Wege-Modus stehen Low- und High-Ausgänge für den linken und rechten Kanal sowie ein zusätzlicher Mono-Subwoofer-Ausgang zur Verfügung.

Kann ich zwei Subwoofer anschließen?

Der CX2310 V2 besitzt einen einzelnen Mono-Subwoofer-Ausgang. Zwei Subwoofer können dennoch betrieben werden, sofern das Signal anschließend verteilt wird, beispielsweise über die Link-Ausgänge geeigneter Aktivsubwoofer, einen Signalverteiler oder entsprechend verkettete Endstufen. Dabei müssen Eingangsimpedanzen und Verkabelung berücksichtigt werden.

Besitzt der CX2310 V2 einen Limiter?

Ein Limiter ist im dokumentierten Funktionsumfang nicht aufgeführt. Der Schutz der Lautsprecher muss deshalb durch geeignete Endstufen, externe Limiter, DSPs oder sorgfältig eingestellte Pegel erfolgen.

Wozu dient der 25-Hz-Low-Cut?

Der Low Cut unterdrückt sehr tiefe Signalanteile unterhalb des üblichen Nutzbereichs vieler PA-Lautsprecher. Er arbeitet bei 25 Hz mit einer Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave und kann insbesondere Basslautsprecher vor unnötig großer Membranauslenkung schützen.

Was bedeutet Phase Invert?

Phase Invert kehrt die elektrische Polarität des jeweiligen Ausgangssignals um 180 Grad um. Die Funktion kann bei gegenläufig arbeitenden Lautsprecherwegen hilfreich sein. Sie ersetzt jedoch keine einstellbare Laufzeitverzögerung.

Welche Trennfrequenzen sind möglich?

Für die Hauptfrequenzwege stehen die Bereiche 44 bis 930 Hz und 440 Hz bis 9,3 kHz zur Verfügung. Der zusätzliche Subwoofer-Ausgang lässt sich laut Bedienabschnitt zwischen 10 und 235 Hz einstellen.

Was ist der Unterschied zwischen CX2310 und CX2310 V2?

Behringer führt das aktuelle Produkt offiziell als CX2310 V2. Die beigefügte Schnellstartanleitung trägt dagegen überwiegend die Bezeichnung CX2310 und enthält keine detaillierte Änderungsübersicht gegenüber der früheren Version. Konkrete technische Unterschiede sollten daher nicht ohne zusätzliche Herstellerinformationen behauptet werden.


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Behringer CX2310 V2

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