Vocal-Mikrofon auswählen: 5 Fehler, die du vermeiden solltest

Vocal-Mikrofon auswählen: 5 häufige Fehler vermeiden: Wer viele Jahre in Bands gespielt hat, kennt die Diskussion vor jeder Probe oder dem nächsten Gig. Ein neues Mikrofon soll her, doch oft wird nur auf bekannte Namen, den Preis oder einzelne Empfehlungen geschaut. Genau dabei entstehen viele Fehlentscheidungen, die sich später im Proberaum und auf kleinen Bühnen bemerkbar machen. Ein Vocal-Mikrofon auswählen bedeutet deutlich mehr, als einfach ein Gesangsmikrofon zu kaufen, das im Musikladen gut klingt. Entscheidend ist immer, wie sich das Mikrofon unter realen Bedingungen mit Monitoren, PA und einer lauten Band verhält.

Nicht jedes Studio-Mikrofon eignet sich für den Live-Einsatz

Viele Sänger greifen zu einem Kondensatormikrofon, weil es im Studio besonders offen und detailreich klingt. Auf einer kleinen Bühne oder im Proberaum bringt diese hohe Empfindlichkeit jedoch oft mehr Probleme als Vorteile. Ein Kondensatormikrofon nimmt deutlich mehr Übersprechen von Schlagzeug, Gitarrenverstärkern und Monitorboxen auf als ein dynamisches Gesangsmikrofon. Dadurch steigt die Rückkopplungsgefahr und der FOH-Techniker muss wesentlich stärker mit Equalizer und Kompressor arbeiten. Für die meisten Rock-, Pop- oder Coverbands ist deshalb ein dynamisches Vocal-Mikrofon die deutlich unkompliziertere Lösung. Erst wenn die Bühnenlautstärke niedrig ist und ein kontrolliertes Monitoring vorhanden ist, kann ein Kondensatormikrofon seine Vorteile vollständig ausspielen.

Die Richtcharakteristik wird häufig völlig unterschätzt

Viele Musiker achten auf Frequenzgang oder Gewicht, übersehen aber die Bedeutung der Richtcharakteristik. Eine Niere verzeiht Bewegungen vor dem Mikrofon und eignet sich hervorragend für Sänger, die sich auf der Bühne viel bewegen. Eine Superniere oder Hyperniere bietet häufig etwas mehr Pegel vor der Rückkopplung, verlangt aber eine exakte Positionierung der Monitore in einem Winkel von ungefähr 115 bis 125 Grad hinter dem Mikrofon. Steht der Monitor direkt hinter der Kapsel, entstehen häufig genau die Rückkopplungen, die eigentlich vermieden werden sollten. Im Proberaum sieht man diesen Fehler erstaunlich oft, weil Monitore aus Platzgründen einfach irgendwo hingestellt werden. Wer die Richtcharakteristik seines Mikrofons kennt, verbessert den Live-Sound oft stärker als durch einen Mikrofonwechsel.

Affiliate:
980x120_image_ms-mikrofone_1

Ein Mikrofon wird gekauft, ohne es mit der eigenen Stimme zu testen

Jede Stimme besitzt einen anderen Klangcharakter und genau deshalb klingt nicht jedes Mikrofon mit jedem Sänger gleich gut. Tiefe Männerstimmen profitieren häufig von einer moderaten Präsenzanhebung zwischen 3 und 5 kHz, während helle Stimmen dadurch schnell scharf wirken können. Auch der Nahbesprechungseffekt verändert den Klang deutlich, wenn das Mikrofon in einem Abstand von weniger als fünf Zentimetern genutzt wird. Manche Sänger mögen diesen kräftigen Bassbereich, andere verlieren dadurch an Sprachverständlichkeit. Deshalb sollte ein Mikrofon immer mit der eigenen Stimme und möglichst über die spätere PA getestet werden. Erst unter realistischen Bedingungen zeigt sich, ob das Gesangsmikrofon wirklich zur eigenen Performance passt.

Rückkopplungsfestigkeit wird erst beim ersten Gig wichtig

Im Musikgeschäft klingt fast jedes Mikrofon ordentlich, weil dort meist geringe Lautstärken und ideale Bedingungen herrschen. Im Bandraum sieht die Situation dagegen völlig anders aus, wenn Schlagzeug, Gitarren und Monitore gleichzeitig spielen. Ein gutes Mikrofon gegen Rückkopplung ermöglicht häufig zwei bis vier Dezibel mehr nutzbaren Pegel, bevor kritische Frequenzen entstehen. Gerade auf kleinen Bühnen kann dieser Unterschied darüber entscheiden, ob der Gesang klar verständlich bleibt oder permanent pfeift. Deshalb lohnt es sich, das Mikrofon während einer kompletten Bandprobe mit realistischen Bühnenlautstärken zu testen. Erst dann zeigt sich, wie gut sich das Mikrofon tatsächlich im Live-Alltag verhält.

Das Mikrofon muss zum gesamten Live-Setup passen

Ein Vocal-Mikrofon funktioniert nie unabhängig von der restlichen Beschallungsanlage. Ein Mischpult mit hochwertigen Vorverstärkern, korrekt eingestelltem Gain und sinnvoll eingesetzten Hochpassfiltern holt deutlich mehr aus einem Mikrofon heraus als ein unpassendes Setup. Für Gesang ist ein Hochpassfilter zwischen 80 und 120 Hz in den meisten Situationen sinnvoll, weil dadurch Trittschall und tieffrequente Störgeräusche reduziert werden. Ebenso wichtig ist die richtige Mikrofontechnik, denn ein Abstand von zwei bis fünf Zentimetern liefert meist den höchsten Nutzpegel bei gleichzeitig geringem Übersprechen. Wer dagegen ständig zehn bis fünfzehn Zentimeter vom Mikrofon entfernt singt, zwingt den FOH-Techniker zu deutlich höheren Verstärkungen. Das beste Mikrofon der Welt kann diese grundlegenden Fehler nicht ausgleichen.

Vocal-Mikrofon auswählen: 5 häufige Fehler vermeiden – Fazit

Ein Vocal-Mikrofon auswählen bedeutet immer, das gesamte Live-Setup im Blick zu behalten und nicht nur den Klang eines einzelnen Mikrofons. Richtcharakteristik, Rückkopplungsfestigkeit, die eigene Stimme und die Bühnenlautstärke spielen dabei eine wesentlich größere Rolle als viele Musiker vermuten. Wer sein Gesangsmikrofon unter realen Bedingungen im Proberaum testet und auf eine saubere Mikrofontechnik achtet, erspart sich später viele Probleme bei Club-Gigs und Stadtfesten. Genau diese Erfahrung zeigt sich am Ende nicht nur in einem besseren FOH-Mix, sondern vor allem in einem deutlich entspannteren Auftritt.

Externer Link: Schaue dir alle Gesangsmikrofone bei MUSIC STORE professional an

Unsere neuesten Beiträge

Vocal-Mikrofon auswählen: 5 Fehler, die du vermeiden solltest

Vocal-Mikrofon auswählen: 5 häufige Fehler vermeiden: Wer viele Jahre in Bands gespielt hat, kennt die [...]

> WEITERLESEN
beyerdynamic M 201 Test: Dynamisches Mikrofon für Bühne und Studio

Das beyerdynamic M 201 gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen unter den dynamischen [...]

> WEITERLESEN
Die besten Overhead-Mikrofone Stereo-Paare unter 500 Euro für Live-Drums

Wer viele Jahre in Bands gespielt hat und regelmäßig den FOH-Mix übernimmt, merkt schnell, wie [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert