Wer viele Jahre in Bands gespielt hat, kennt die Situation: Der Sänger ist kaum zu hören, das Mikrofon koppelt ständig oder der Gesang verschwindet einfach zwischen Gitarren und Schlagzeug. Gerade im Proberaum wird beim Mikrofon oft improvisiert, weil man einfach das nimmt, was gerade im Mikrofonkoffer liegt. Dabei entscheidet ein gutes Gesangsmikrofon im Proberaum oft darüber, ob die Bandprobe musikalisch funktioniert oder zum Lautstärkewettbewerb wird. In unzähligen Bandproben, Clubshows und Stadtfesten habe ich immer wieder gesehen, welche Mikrofone wirklich zuverlässig funktionieren. Die folgenden fünf Modelle gehören zu den beliebtesten Gesangsmikrofonen für den Proberaum und sind nach Herstellern sortiert.
Shure – SM58 und Beta 58A als Proberaum-Standard
In vielen Proberäumen findet man mindestens ein Shure SM58. Dieses dynamische Gesangsmikrofon ist seit Jahrzehnten der Standard für Live-Gesang und funktioniert deshalb auch im Proberaum extrem zuverlässig. Die Nierencharakteristik hilft dabei, Rückkopplungen zu kontrollieren und den Gesang aus dem Bandmix herauszuholen. Wer etwas mehr Durchsetzungskraft sucht, greift häufig zum Shure Beta 58A, das mit einer Supernierencharakteristik arbeitet. Dadurch wird der Sänger noch stärker fokussiert und Nebengeräusche aus dem Raum werden besser unterdrückt. Gerade Bands, die regelmäßig kleine Clubshows oder Stadtfeste spielen, nutzen diese Mikrofone sowohl im Proberaum als auch live auf der Bühne.

Sennheiser – e835 und e945 für mehr Präsenz im Mix
Sennheiser gehört ebenfalls zu den Marken, die man in Bandproben sehr häufig sieht. Das Sennheiser e835 ist eines der beliebtesten Gesangsmikrofone für Bandproben, weil es offen klingt und sich gut im Mix durchsetzt. Gerade bei Gitarrenbands mit zwei Amps hilft die leichte Präsenzanhebung dabei, dass der Gesang nicht untergeht. Das Sennheiser e945 ist noch stärker auf laute Bühnen ausgelegt und besitzt eine Supernierencharakteristik. Dadurch gelangt deutlich weniger Schlagzeug oder Gitarrenlärm ins Mikrofon. Viele Sänger schätzen außerdem den sehr klaren und direkten Klang. Für Bands mit hoher Bühnenlautstärke gehört das e945 zu den besten Gesangsmikrofonen für den Proberaum.

AKG – D5 als unterschätzter Klassiker für laute Bands
Das AKG D5 taucht zwar seltener in Proberäumen auf als das SM58, ist aber eine sehr interessante Alternative. Dieses dynamische Gesangsmikrofon besitzt eine Supernierencharakteristik und ist deshalb besonders rückkopplungsarm. Gerade in kleinen Proberäumen mit vielen reflektierenden Wänden kann das ein großer Vorteil sein. Gleichzeitig liefert das Mikrofon eine starke Präsenz im oberen Mittenbereich, wodurch sich Stimmen gut gegen Gitarren und Becken durchsetzen. Viele FOH-Techniker mögen das D5, weil es wenig EQ-Korrektur benötigt. Für Bands, die ein zuverlässiges Mikrofon für Bandprobe und kleine Bühne suchen, ist das D5 eine sehr solide Wahl.

Lewitt – MTP5S für moderne Live-Sounds
Lewitt hat sich in den letzten Jahren auch im Live-Bereich einen starken Namen gemacht. Modelle wie das neue MTP5S (hier zum MTP5 Testbericht)liefern einen sehr klaren und modernen Gesangssound. Die Mikrofone besitzen eine ausgeprägte Richtcharakteristik und helfen dadurch, störende Geräusche aus dem Proberaum zu reduzieren. Gleichzeitig wirken Stimmen oft etwas brillanter als bei vielen klassischen Bühnenmikrofonen. Gerade Bands, die moderne Pop- oder Indie-Sounds spielen, mögen diese Offenheit im Klang. Im Proberaum merkt man schnell, dass sich der Gesang damit sehr gut im Bandmix behauptet.

Audix – OM7 für extrem laute Proberäume
Das Audix OM7 ist besonders bei Bands beliebt, die sehr laut proben oder spielen. Das Mikrofon besitzt eine sehr enge Richtcharakteristik und ist deshalb extrem rückkopplungsfest. Dadurch nimmt es vor allem die Stimme auf und deutlich weniger von der Umgebung. In kleinen Proberäumen mit lautem Schlagzeug kann das einen enormen Unterschied machen. Gleichzeitig liefert das Mikrofon einen sehr direkten und durchsetzungsfähigen Gesangssound. Wer regelmäßig mit Feedback-Problemen kämpft, findet im OM7 oft eine überraschend effektive Lösung.

Yamaha – YDM 707 als spannende Alternative für moderne Bands
Mit dem YDM 707 (hier gehts zum Testbericht des YamahaYDM 707) hat Yamaha ein dynamisches Gesangsmikrofon im Programm, das sich auch für laute Bandproben sehr gut eignet. Die Supernierencharakteristik sorgt dafür, dass der Gesang stärker fokussiert wird und weniger Schlagzeug oder Gitarren vom Mikrofon mit aufgenommen werden. Gerade in kleinen Proberäumen hilft das dabei, Rückkopplungen besser in den Griff zu bekommen und die Stimme klarer im Mix zu platzieren. Klanglich wirkt das YDM 707 modern, direkt und präsent, ohne dabei unangenehm scharf zu werden. Für Bands, die eine Alternative zu den bekannten Klassikern von Shure oder Sennheiser suchen, ist das Yamaha YDM 707 deshalb eine sehr interessante Wahl. Offiziell führt Yamaha das Modell als dynamisches Supernieren-Mikrofon mit 60 Hz bis 18 kHz Frequenzgang.

Fazit
Ein gutes Gesangsmikrofon für den Proberaum muss vor allem robust, rückkopplungsarm und durchsetzungsfähig im Bandmix sein. Klassiker wie das Shure SM58 oder das Sennheiser e835 funktionieren deshalb in fast jeder Bandprobe zuverlässig. Modelle wie das AKG D5, Lewitt MTP5S oder Audix OM5 bieten interessante Alternativen, wenn mehr Präsenz oder Feedback-Sicherheit gefragt ist. Wichtig ist außerdem, dass das Mikrofon auch bei kleinen Live-Gigs gut funktioniert. Wenn Bandprobe und Bühne möglichst ähnlich aufgebaut sind, verbessert sich automatisch auch der Gesamtsound der Band.
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