Gig-Checkliste für Bands: Vom Booking bis zum Load-out

Gig-Checkliste für Bands mit Setlist, Kabeln, In-Ears, Batterien, Drumsticks und Stage-Pass im Backstage-Bereich.

Ein guter Gig beginnt nicht mit dem ersten Song und endet nicht mit der letzten Zugabe. Zwischen Booking, Setlist, Technik-Rider, Anfahrt, Load-in, Soundcheck, Show und Load-out liegen zahlreiche kleine Aufgaben, bei denen schnell etwas vergessen wird. Ein fehlendes Netzteil, eine veraltete Inputliste oder ein ungeklärter Soundcheck-Termin kann aus einem eigentlich entspannten Auftritt unnötigen Stress machen. Genau deshalb lohnt sich eine feste Gig Checkliste für Bands. Sie sorgt dafür, dass musikalische, technische und organisatorische Aufgaben rechtzeitig erledigt werden und am Veranstaltungstag möglichst wenig improvisiert werden muss.

Kurzinfo auf einen Blick

Eine Gig Checkliste für Bands begleitet den Auftritt vom Booking bis zum Load-out. Vorher sollten Gage, Spielzeit, Technik, Rider, Setlist, Anfahrt und Ersatzmaterial geklärt sein. Vor Ort folgen Load-in, Aufbau, Line-Check und Soundcheck. Nach der Show gehören ein kontrollierter Abbau, Equipment-Check, Abrechnung, gegebenenfalls Musikfolge und eine kurze Nachbesprechung zum professionellen Ablauf.

Warum eine Gig-Checkliste für Bands sinnvoll ist

Bei einem Auftritt greifen zahlreiche Abläufe ineinander. Die Band muss wissen, wann sie anreist. Veranstalter und Technik benötigen Informationen zur Besetzung, Backline und Verkabelung. FOH und Monitorcrew müssen wissen, welche Signale auf der Bühne anliegen. Gleichzeitig brauchen Musiker Setlist, Instrumente, Zubehör und eventuell Playbacks, Click-Tracks oder IEM-Systeme.

Solange nur ein kleiner Clubgig mit wenig Equipment ansteht, lässt sich vieles spontan lösen. Spätestens bei Festivals, mehreren Bands, engeren Changeover-Zeiten oder eigener Technik wird Improvisation jedoch schnell zum Risiko. Eine gute Checkliste soll deshalb nicht mehr Bürokratie erzeugen, sondern Entscheidungen möglichst vor den Veranstaltungstag verlagern.

Viele dieser Einzelbereiche behandeln wir bereits ausführlich im Backstage-Bereich von sound-check.de. Diese Gig-Checkliste verbindet sie zu einem gemeinsamen Workflow.

Vor der Zusage: Was muss eine Band bei einem Gig klären?

Bevor ihr einen Auftritt endgültig bestätigt, sollten die wichtigsten Rahmenbedingungen feststehen. Dazu gehören Datum, Veranstaltungsort, geplante Spielzeit, Anzahl der Sets, Aufbau- und Soundcheck-Zeit sowie die finanzielle Vereinbarung. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Veranstaltungstechnik vorhanden ist und welche Technik die Band selbst mitbringen muss.

Eine Aussage wie „PA ist vorhanden“ reicht dabei nur selten aus. Entscheidend ist beispielsweise, ob Mischpult, FOH-Techniker, Monitore beziehungsweise IEM-Infrastruktur, Mikrofone, DI-Boxen, Stative und ausreichend Eingangskanäle zur Verfügung stehen.

Auch die Gage sollte vor der verbindlichen Zusage geklärt werden. Dabei zählen nicht nur die eigentlichen 60 oder 90 Minuten auf der Bühne, sondern ebenso Proben, Anfahrt, Aufbau, Soundcheck, Abbau, Verschleiß und organisatorischer Aufwand. Wie sich solche Kosten realistisch kalkulieren lassen, erklären wir ausführlich unter Gage berechnen: So kalkuliert ihr als Band fair und wirtschaftlich.

Vier Wochen vor dem Gig: Organisation festziehen

Je größer der Auftritt, desto früher sollte die organisatorische Vorbereitung beginnen. Vier Wochen sind keine feste Regel, aber ein sinnvoller Zeitpunkt, um offene Fragen nicht erst in der letzten Woche lösen zu müssen.

Technik-Rider und Stageplot aktualisieren

Der Veranstalter beziehungsweise die Technikcrew sollte eine aktuelle Beschreibung eures Setups erhalten. Dazu gehören Instrumente, Mikrofone, DI-Signale, Funkstrecken, Monitorwege, IEM-Systeme sowie besondere Anforderungen an Strom, Backline und Bühne. Ein Stageplot zeigt zusätzlich, wo sich Musiker, Instrumente, Amps, Mikrofone und Monitorpositionen befinden.

Wichtig ist vor allem, dass Rider und Stageplot tatsächlich den aktuellen Stand darstellen. Eine veraltete PDF mit einem Keyboarder, der seit zwei Jahren nicht mehr in der Band spielt, hilft niemandem.

Ansprechpartner festlegen

Idealerweise kommuniziert nicht jedes Bandmitglied einzeln mit Veranstalter und Technik. Legt eine Person fest, die organisatorische Rückfragen bündelt. Das verhindert widersprüchliche Aussagen und entlastet gleichzeitig die anderen Musiker. Für Bands, die viele Termine, Dokumente und Aufgaben parallel organisieren, kann eine zentrale Management-Lösung hilfreich sein. Einen möglichen Ansatz stellen wir in TSF Band: Die App für modernes Bandmanagement vor.

Besetzung und Ersatzmusiker bestätigen

Gerade bei Cover-, Gala- oder Projektbands sollte rechtzeitig geklärt sein, wer tatsächlich spielt. Ändert sich die Besetzung, können dadurch auch Stageplot, Inputliste, Backline und Monitoring betroffen sein.

Eine Woche vor dem Auftritt: Setlist und Technik durchgehen

Spätestens einige Tage vor dem Gig sollte die Show musikalisch feststehen. Jetzt ist nicht mehr der ideale Zeitpunkt, den Ablauf grundsätzlich neu zu erfinden.

Setlist finalisieren

Die Setlist ist mehr als eine Reihenfolge von Songs. Sie beeinflusst Instrumentenwechsel, Keyboard-Presets, Gitarrenstimmungen, Playbacks, Licht-Cues, Moderationen und technische Umbauten. Deshalb sollte sie auch organisatorisch gedacht werden.

Wie ihr Songs dramaturgisch und technisch sinnvoll anordnet, zeigen wir ausführlich in Setliste für Auftritt erstellen: So plant ihr den Live-Auftritt als Band.

Neben den Songs selbst sollten auch Ansagen, längere Umbauten und geplante Zugaben berücksichtigt werden. Gerade bei einem festen Festival-Slot können drei zusätzliche Minuten zwischen den Songs am Ende darüber entscheiden, ob der letzte Titel noch gespielt werden darf.

Übergänge proben

Viele Bands proben Songs intensiv, aber kaum die Sekunden zwischen den Songs. Genau dort entstehen live jedoch häufig Unsicherheit und unnötige Pausen. Klärt deshalb, wer den nächsten Song anzählt, wann Instrumente gewechselt werden, wer Ansagen übernimmt und ob Samples, Click oder Sequencer neu gestartet werden müssen. Ein sauberer Übergang wirkt professioneller als zehn Sekunden hektisches Stimmen mit gleichzeitigem Zurufen über die Bühne.

Equipment vollständig testen

Kurz vor dem Gig solltet ihr nicht nur prüfen, ob Instrumente grundsätzlich funktionieren. Kontrolliert besonders die kleinen Komponenten: Netzteile, Patchkabel, Pedalboards, Funkstrecken, Batteriefächer, Netzwerkkabel, USB-Adapter und Ladegeräte. Ein 3.000-Euro-Keyboard ist auf der Bühne erstaunlich nutzlos, wenn das passende Netzteil zu Hause liegt.

Was gehört in einen Band-Notfallkoffer?

Ein kleiner gemeinsamer Notfallkoffer kann bei einem Gig wertvoller sein als manches zusätzliche Effektpedal. Sinnvoll sind vor allem Dinge, mit denen sich häufige Defekte oder organisatorische Probleme kurzfristig lösen lassen. Dazu gehören unter anderem Ersatz-XLR- und Klinkenkabel, passende Netzteile oder Adapter, Batterien beziehungsweise geladene Akkus, Gaffa-Tape, Kabelbinder, Marker, Taschenlampe, grundlegendes Werkzeug, Ersatzsaiten, Plektren und Drumsticks. Je nach Setup können außerdem eine Ersatz-DI-Box, USB-Adapter, MIDI-Kabel, Sicherungen nach Herstellervorgabe oder ein zweites Playback-Medium sinnvoll sein.

Der Koffer sollte nicht möglichst voll, sondern auf euer tatsächliches Setup abgestimmt sein. Eine Akustikband benötigt andere Ersatzteile als ein elektronisches Live-Act-Setup mit Laptop, Audiointerface und MIDI-Hardware.

Einen Tag vor dem Gig: Nicht mehr alles auf den letzten Moment verschieben

Am Vorabend lohnt sich ein kompletter Durchgang der organisatorischen Informationen. Prüft Adresse, Park- beziehungsweise Ladezone, Ankunftszeit, Ansprechpartner, Telefonnummer, Load-in und Soundcheck.

Digitale Dokumente wie Stageplot, Rider und Setlist sollten zusätzlich offline auf mindestens einem Smartphone verfügbar sein. Wer erst im Kellerclub ohne Mobilfunkempfang merkt, dass alle Informationen ausschließlich in einer Cloud liegen, hat seinen digitalen Workflow etwas zu optimistisch geplant.

Akkus für Funkstrecken, IEM-Systeme, Tablets und weitere Geräte sollten jetzt geladen werden. Ebenso sinnvoll ist es, wichtige Presets, Mixer-Szenen oder Playback-Projekte zu sichern.

Open-Air-Gig: Wetter gehört zur Gig-Vorbereitung

Bei einem Open-Air-Auftritt kommt eine zusätzliche Variable hinzu: das Wetter. Dabei geht es nicht nur um Regen. Auch direkte Sonneneinstrahlung, hohe Temperaturen, Wind und Luftfeuchtigkeit können für Instrumente und Veranstaltungstechnik problematisch werden.

Bei Regenrisiko darf elektrisches Equipment nicht improvisiert mit irgendeiner Plastiktüte „wetterfest“ gemacht werden. Bühne, Stromversorgung und Schutzmaßnahmen müssen für den Einsatz geeignet sein. Unser ausführlicher Outdoor-Guide erklärt das Thema unter Musikequipment vor Wetter schützen.

Gerade Sänger sollten zusätzlich berücksichtigen, dass extreme Hitze, trockene Luft und ein langer Veranstaltungstag auch körperlich belastend sind. Wenn die Stimme bereits vor dem Auftritt Probleme macht, hilft unser Leitfaden Angeschlagene Stimme vor Auftritt: 5 Dinge, die Bands jetzt tun sollten.

Der Veranstaltungstag: Zeitpuffer einplanen

Plant eure Anreise nicht so, dass eine einzige Baustelle oder ein Stau den gesamten Ablauf zerstört. Der relevante Zeitpunkt ist nicht der Showbeginn, sondern der vereinbarte Load-in. Wer um 20 Uhr spielt, kann deshalb durchaus schon um 16 Uhr oder früher am Veranstaltungsort sein müssen. Festivalproduktionen geben häufig konkrete Zeitfenster vor, weil mehrere Acts dieselbe Bühne nutzen. Nach der Ankunft sollte nicht sofort jeder seinen Koffer irgendwo abstellen. Sucht zuerst die zuständige Person und klärt Bühnenzugang, Lagerfläche und Aufbau-Reihenfolge.

Was bedeutet Load-in?

Load-in bezeichnet den Zeitraum, in dem Band und Crew Equipment in die Location beziehungsweise auf oder hinter die Bühne bringen. Ein gut organisierter Load-in spart später beim Aufbau viel Zeit. Idealerweise werden Cases so abgestellt, dass weder Fluchtwege noch Arbeitsbereiche anderer Gewerke blockiert werden. Gleichzeitig sollte klar sein, welches Material unmittelbar für den Aufbau benötigt wird und welches erst später gebraucht wird. Auch hier spielt Verhalten hinter der Bühne eine größere Rolle, als man zunächst vermuten könnte. Pünktlichkeit, klare Kommunikation und Rücksicht auf andere Crews behandeln wir ausführlicher in Backstage Verhaltenscodex: So gelingt das Miteinander hinter der Bühne.

Aufbau: Eine feste Reihenfolge reduziert Chaos

Beim Aufbau lohnt sich eine wiederkehrende Routine. Beginnt mit größeren Komponenten und Backline, bevor kleine persönliche Gegenstände überall auf der Bühne verteilt werden. Danach folgen Stromversorgung, Audioverbindungen, Mikrofone, Monitoring sowie die persönlichen Instrumente. Dabei gilt: Kabel nicht nur anschließen, sondern so verlegen, dass niemand später darüber stolpert oder beim Changeover versehentlich eine Verbindung herauszieht.

Wenn ihr eigenes Monitoring nutzt, sollte auch dieses nicht erst fünf Minuten vor dem Soundcheck zum ersten Mal eingeschaltet werden.

Line-Check und Soundcheck sind nicht dasselbe

Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Schritte.

Beim Line-Check wird zunächst überprüft, ob jedes Signal technisch korrekt am Mischpult ankommt. Ist das richtige Mikrofon auf dem richtigen Kanal? Funktioniert die DI-Box? Liegt Phantomspannung dort an, wo sie benötigt wird? Gibt es Brummen, Aussetzer oder fehlerhafte Kabel? Der Soundcheck beginnt anschließend mit der klanglichen Arbeit. Jetzt werden Eingangspegel, Monitoring, EQ, Dynamik und FOH-Balance kontrolliert.

Ein strukturierter Ablauf spart dabei enorm viel Zeit. Einen kompletten kompakten Workflow findet ihr in Soundcheck Workflow in 15 Minuten. Dort werden Line-Check, Gain-Staging, Monitorcheck und FOH-Abstimmung in einer sinnvollen Reihenfolge behandelt.

Beim Soundcheck realistisch spielen

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, beim Soundcheck mit halber Kraft zu spielen und während des Konzerts plötzlich deutlich lauter zu werden. Dann stimmen Eingangspegel, Kompression und Monitoring nicht mehr mit der Realität überein. Der Sänger sollte deshalb zumindest kurz die lauteste relevante Passage singen, der Drummer mit realistischer Bühnenenergie spielen und Gitarren- beziehungsweise Bassverstärker ungefähr auf Showpegel laufen. Der Soundcheck ist gleichzeitig keine zusätzliche Probe. Wenn ein Übergang musikalisch noch ungeklärt ist, sollte das idealerweise bereits im Proberaum gelöst worden sein.

Wer dort grundsätzlich Probleme mit Lautstärke und Transparenz hat, findet zusätzliche Ansätze unter Proberaum-Mix verbessern – wie bekommt man Klarheit?.

Monitoring vor dem Auftritt kontrollieren

Ob klassische Wedges oder In-Ear-Monitoring: Jeder Musiker sollte vor der Show ausreichend hören, was er zum Spielen benötigt. Dabei lautet das Ziel nicht automatisch „alles möglichst laut“. Gerade bei IEM-Systemen kann eine klare Struktur mit sinnvoller Panorama-Verteilung, Ambience und Talkback die Orientierung verbessern. Weitere praktische Ansätze dazu gibt es unter Natürlicher IEM-Mix mit Ambient-Mikrofonen.

Ebenso sollte Gehörschutz bereits beim Soundcheck und nicht erst während der Show berücksichtigt werden. Warum Lautstärke über einen kompletten Veranstaltungstag schnell problematisch wird, behandeln wir unter Gehörschutz beim Konzert oder Proberaum.

Fünf Minuten vor der Show: Der letzte Check

Jetzt ist nicht mehr der Zeitpunkt für grundlegende Umbauten. Kontrolliert stattdessen die Dinge, die sich unmittelbar auf den Start auswirken: Instrumente stimmen, Funkstrecken und IEM einschalten, Playback beziehungsweise Click laden, Setlist bereitlegen und klären, wer das Startsignal gibt. Ersatzinstrumente und benötigte Sticks, Plektren oder Capos sollten erreichbar sein. Ebenso sollte Wasser bereitstehen, ohne dass offene Getränke auf empfindlicher Elektronik stehen.

Ein überraschend sinnvoller Punkt: Handys stumm schalten. Der eigene Klingelton über ein offen herumliegendes Smartphone gehört zu den Live-Effekten, die selten jemand bestellt hat.

Während des Gigs: Probleme möglichst unauffällig lösen

Nicht jeder technische Fehler lässt sich verhindern. Professionell wirkt eine Band vor allem darin, wie sie damit umgeht. Wenn ein Gitarrenkabel ausfällt, sollte nach Möglichkeit sofort das Ersatzkabel verwendet werden, statt auf der Bühne eine fünfminütige Diagnose zu beginnen. Muss die Technikcrew informiert werden, helfen klare vereinbarte Handzeichen oder kurze eindeutige Kommunikation. Interne Diskussionen gehören dagegen nicht über offene Gesangsmikrofone ausgetragen.

Ändert ihr spontan die Setlist, müssen insbesondere bei größeren Produktionen möglicherweise FOH, Licht, Playback-Operator und Stagecrew davon erfahren. Eine Änderung, die für vier Musiker trivial aussieht, kann hinter der Bühne mehrere vorbereitete Cues betreffen.

Gig Checkliste für Bands – Zeitplan und Changeover respektieren

Bei Festivals und Veranstaltungen mit mehreren Acts gehört die Bühne selten nur euch. Beginnt die nächste Band nach eurem Set, muss deren Aufbau möglicherweise bereits vorbereitet sein. Deshalb sollte ein Gig innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens bleiben. Eine ungeplante vierte Zugabe kann den gesamten Ablauf verschieben. Das gilt ebenso für den anschließenden Changeover. Persönliche Gegenstände, Instrumente und Backline sollten zügig von der aktiven Bühnenfläche entfernt werden. Sortieren und gemütliches Kabelwickeln können anschließend in einer dafür vorgesehenen Fläche stattfinden.

Load-out: Nach dem Konzert ist die Arbeit noch nicht vorbei

Der Load-out ist das Gegenstück zum Load-in. Jetzt werden Instrumente, Backline und weiteres eigenes Equipment wieder aus der Location gebracht. Gerade nach einer guten Show steigt die Fehlerquote: Musiker sprechen mit Gästen, jemand kümmert sich um Merch, andere bauen bereits ab. Deshalb lohnt sich auch hier eine klare Zuständigkeit. Kabel sollten nicht wahllos eingepackt werden. Kontrolliert, ob sie wirklich euch gehören. Fremde XLR-Kabel im eigenen Case sorgen vielleicht kurzfristig für einen überraschend guten Materialbestand, spätestens beim nächsten gemeinsamen Gig aber für interessante Gespräche.

Defekte Kabel oder Geräte sollten unmittelbar gekennzeichnet und separat eingepackt werden. Sonst landen sie beim nächsten Konzert wieder als vermeintlich funktionierendes Ersatzteil im Notfallkoffer.

Equipment vor der Abfahrt kontrollieren

Bevor der Transporter geschlossen wird, sollte einmal systematisch kontrolliert werden, ob alles vorhanden ist. Kleine Geräte wie DI-Boxen, Netzteile, Funkempfänger, Pedale oder Mikrofone werden besonders leicht vergessen. Hilfreich ist eine feste Person, die den finalen Bühnen- und Backstage-Check übernimmt. Dabei sollte auch der Bereich um Stromanschlüsse, Mischpultposition und Garderobe geprüft werden.

Eine einfache Inventarliste in jedem Case kann diesen Vorgang zusätzlich beschleunigen.

Gig Checkliste für Bands – Gage und Abrechnung nicht vergessen

Je nach Vereinbarung wird die Gage direkt vor Ort ausgezahlt oder später in Rechnung gestellt. Klärt schon im Vorfeld, welcher Ablauf vereinbart wurde und welche Daten für eine Rechnung benötigt werden. Nach einem langen Konzert sollte diese Frage nicht erstmals um zwei Uhr morgens mit dem Barkeeper diskutiert werden.

Für die grundsätzliche Kalkulation und verschiedene Vergütungsmodelle lohnt sich erneut unser Beitrag Gage berechnen: So kalkuliert ihr als Band fair und wirtschaftlich.

GEMA und Musikfolge nach dem Gig

Wer eigene oder fremde geschützte Musik öffentlich aufführt, begegnet schnell dem Thema GEMA. Für Bands ist insbesondere wichtig, dass nach der Veranstaltung geklärt ist, wer sich um die benötigte Musikfolge beziehungsweise Setlist kümmert.

Da Zuständigkeiten und die eigene Situation unterschiedlich sein können, sollte dieser Punkt nicht erst Monate später auffallen. Einen ausführlichen Einstieg zu Mitgliedschaft, Setlists und der Rolle von Band und Veranstalter findet ihr in Was bringt eine GEMA-Anmeldung?.

Nachbesprechung: Aus jedem Gig lernen

Eine kurze Auswertung nach dem Konzert kann mehr bringen als die nächste Diskussion über neues Equipment. Dafür muss keine zweistündige Bandsitzung stattfinden. Fragt euch am nächsten Tag: Wo haben wir unnötig Zeit verloren? Hat der Stageplot gestimmt? Fehlte etwas im Notfallkoffer? War der Soundcheck effizient? Waren Instrumentenwechsel zu lang? Hat das Monitoring funktioniert? Muss die Setlist angepasst werden? Probleme, die einmal dokumentiert wurden, sollten beim nächsten Auftritt nicht erneut auftreten.

Genau dadurch entwickelt sich die Gig Checkliste für Bands mit jedem Konzert weiter.

Die komplette Gig-Checkliste für Bands zum Abhaken

  • ☐ Termin, Venue und Ansprechpartner bestätigt
  • ☐ Spielzeit, Setlänge und Soundcheck-Zeit geklärt
  • ☐ Gage und Abrechnungsweg vereinbart
  • ☐ Technik-Rider und Stageplot aktuell und verschickt
  • ☐ Besetzung bestätigt
  • ☐ Setlist finalisiert und Übergänge geprobt
  • ☐ Backline und vorhandene PA geklärt
  • ☐ Instrumente, Kabel und Netzteile geprüft
  • ☐ Ersatzmaterial und Notfallkoffer gepackt
  • ☐ Presets, Playbacks und Mixer-Szenen gesichert
  • ☐ Akkus und Funkstrecken geladen
  • ☐ Anfahrt, Parkplatz und Load-in geklärt
  • ☐ Bei Open Air Wetterlage und Schutzmaßnahmen geprüft
  • ☐ Vor Ort Ansprechpartner gefunden
  • ☐ Equipment sinnvoll ausgeladen und aufgebaut
  • ☐ Line-Check durchgeführt
  • ☐ Soundcheck und Monitoring abgeschlossen
  • ☐ Instrumente vor Showstart gestimmt
  • ☐ Setlist, Click und Playbacks startklar
  • ☐ Ersatzmaterial auf der Bühne erreichbar
  • ☐ Nach der Show Equipment vollständig abgebaut
  • ☐ Bühne und Backstage auf vergessenes Material kontrolliert
  • ☐ Defekte Kabel und Geräte markiert
  • ☐ Gage beziehungsweise Rechnung geklärt
  • ☐ Zuständigkeit für Musikfolge/GEMA geklärt
  • ☐ Nachbesprechung durchgeführt und Checkliste aktualisiert

Fazit: Eine Gig-Checkliste macht Bands nicht bürokratischer, sondern entspannter

Eine gute Gig Checkliste für Bands sorgt nicht dafür, dass ein Konzert nach Verwaltung aussieht. Im Gegenteil: Je mehr technische und organisatorische Fragen vorher geklärt sind, desto mehr können sich Musiker am Veranstaltungstag auf die eigentliche Show konzentrieren.

Der wichtigste Grundsatz lautet deshalb: Alles, was sich vor dem Gig klären lässt, sollte auch vorher geklärt werden. Gage, Rider, Setlist, Technik, Anreise und Ersatzmaterial gehören ebenso dazu wie Load-in, Soundcheck und Monitoring. Nach der Show folgen Load-out, Equipment-Kontrolle, Abrechnung und eine kurze Nachbereitung.

Mit zunehmender Live-Erfahrung wird diese Checkliste automatisch individueller. Eine elektronische Band benötigt andere Backups als ein Akustiktrio, während eine Festivalband stärker auf Changeover-Zeiten achten muss. Entscheidend ist nicht, dass jede Band dieselbe Liste verwendet, sondern dass kein wichtiger Arbeitsschritt ausschließlich vom Gedächtnis abhängt.

Externer Link: PA-Equipment bei MUSIC STORE professional ansehen

FAQ: Häufige Fragen zur Gig-Vorbereitung

Was sollte eine Band vor einem Gig klären?

Vor einem Auftritt sollten mindestens Termin, Location, Spielzeit, Gage, Technik, Soundcheck, Load-in, Stageplot, Setlist, Anfahrt und Ansprechpartner feststehen. Zusätzlich sollte geklärt werden, welches Equipment vom Veranstalter gestellt wird.

Was gehört in eine Gig-Checkliste für Bands?

Eine vollständige Checkliste umfasst organisatorische Aufgaben, Instrumente und Zubehör, technische Anforderungen, Ersatzmaterial, Setlist, Soundcheck, Showstart, Load-out und Nachbereitung.

Was bedeutet Load-in bei einem Konzert?

Load-in bezeichnet den Zeitraum, in dem Band und Crew das benötigte Equipment in die Venue beziehungsweise auf oder hinter die Bühne bringen.

Was bedeutet Load-out?

Load-out bezeichnet den Abbau und Abtransport des eigenen Equipments nach der Veranstaltung.

Was ist der Unterschied zwischen Line-Check und Soundcheck?

Beim Line-Check wird geprüft, ob alle Signale technisch korrekt am Mischpult ankommen. Beim Soundcheck werden anschließend Pegel, Monitoring und der eigentliche Klang abgestimmt.

Wann sollte eine Band am Veranstaltungsort sein?

Maßgeblich ist nicht der Beginn des Konzerts, sondern die vereinbarte Load-in- beziehungsweise Soundcheck-Zeit. Je nach Produktion kann diese mehrere Stunden vor Showbeginn liegen.

Was sollte eine Band als Ersatz mitnehmen?

Welche Ersatzteile sinnvoll sind, hängt vom Setup ab. Häufig nützlich sind Ersatzkabel, Batterien beziehungsweise Akkus, Netzteile, Adapter, Saiten, Plektren, Drumsticks, Werkzeug und Gaffa-Tape.

Braucht jede Band einen Technik-Rider?

Bei kleineren Auftritten kann eine kompakte technische Übersicht ausreichen. Sobald eine fremde Technikcrew das Setup vorbereiten muss, sind ein aktueller Rider, eine Inputliste und ein Stageplot jedoch sehr hilfreich.

Sollte die Setlist vor dem Gig feststehen?

Grundsätzlich ja. Kleine Änderungen können jederzeit vorkommen, aber eine vorbereitete Setlist vereinfacht technische Abläufe, Instrumentenwechsel, Licht-Cues und die Kommunikation mit FOH und Stagecrew.

Was sollte eine Band direkt vor der Show kontrollieren?

Instrumente sollten gestimmt, Funkstrecken und IEM aktiv, Setlist und Playbacks vorbereitet und benötigte Ersatzteile erreichbar sein. Außerdem muss klar sein, wer das Startsignal gibt.

Was sollte nach dem Gig erledigt werden?

Nach der Show folgen Load-out, Equipment- und Vollständigkeitskontrolle, Kennzeichnung defekter Teile, Abrechnung und je nach Veranstaltung beziehungsweise Repertoire die organisatorische Nachbereitung der Musikfolge. Eine kurze Auswertung hilft außerdem, den nächsten Auftritt besser vorzubereiten.

Wie verhindert man Stress beim Soundcheck?

Ein aktueller Stageplot, eine korrekte Inputliste und eine feste Reihenfolge helfen erheblich. Zuerst sollten Signale und Gain-Struktur stimmen, danach Monitoring und FOH-Mix. Einen kompakten Ablauf zeigt unser Soundcheck Workflow in 15 Minuten.

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