Lewitt MTP 840 DM Test: Dynamisches Bühnenmikrofon mit Active Mode

Lewitt MTP 840 DM dynamisches Gesangsmikrofon mit schwarzem Mikrofonkorb und grünem Lewitt-Logo.

Dynamische Gesangsmikrofone gelten normalerweise als unkomplizierte Arbeitstiere: XLR-Kabel anschließen, den Gain am Mischpult einstellen und loslegen. Das Lewitt MTP 840 DM erweitert dieses bewährte Konzept jedoch um einen aktiven Betriebsmodus, drei Verstärkungsstufen und zwei schaltbare Low-Cut-Filter. Damit will es die Robustheit eines dynamischen Bühnenmikrofons mit der höheren Empfindlichkeit und dem Bedienkomfort einer aktiven Ausgangsstufe verbinden.

In meinem Lewitt MTP 840 DM Test interessiert mich deshalb vor allem, ob diese zusätzlichen Funktionen im Live-Betrieb tatsächlich sinnvoll sind oder lediglich das ansonsten einfache Mikrofonkonzept komplizierter machen. Besonders spannend finde ich dabei die Möglichkeit, den Mikrofonpegel bereits im Mikrofon um bis zu 12 dB anzuheben. Gerade bei leisen Stimmen, langen Kabelwegen oder weniger rauscharmen Mischpultvorverstärkern kann das einen deutlichen praktischen Unterschied machen.

Das MTP 840 DM ist ein dynamisches Tauchspulenmikrofon mit Supernierencharakteristik. Lewitt hat den Frequenzgang nach eigenen Angaben speziell auf Stimmen abgestimmt. Im Active Mode lässt sich das Ausgangssignal um 0, 6 oder 12 dB verstärken. Zusätzlich stehen eine lineare Einstellung sowie Low-Cut-Filter bei 150 und 250 Hz zur Verfügung.

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Lewitt MTP 840 DM Test: Konzept und Einsatzbereich

Das Lewitt MTP 840 DM richtet sich in erster Linie an Sängerinnen und Sänger, die auf einer lauten Bühne ein möglichst fokussiertes und durchsetzungsfähiges Signal benötigen. Darüber hinaus nennt der Quickstart-Guide Sprache, Live-Interviews, Studioanwendungen und die Abnahme von Instrumentenverstärkern als mögliche Einsatzgebiete.

Für mich ist das Mikrofon insbesondere in drei Situationen interessant. Erstens kann die Superniere helfen, seitlich eintreffenden Bühnenschall stärker auszublenden. Zweitens bietet der aktive Ausgang eine Alternative zu stark aufgedrehten Preamps. Drittens lassen sich Nahbesprechungseffekt, Trittschall und übermäßige Bassanteile direkt am Mikrofon begrenzen.

Damit positioniert sich das MTP 840 DM zwischen einem klassischen dynamischen Handmikrofon und einem technisch aufwendigeren Kondensatormikrofon. Die Kapsel arbeitet weiterhin dynamisch, während eine integrierte Elektronik bei Bedarf für zusätzliche Ausgangsverstärkung sorgt.

Lieferumfang und technische Daten

Zum Lieferumfang gehören laut Lewitt ein Mikrofonclip, ein zusätzlicher Windschutz und eine Transporttasche. Damit ist das Mikrofon grundsätzlich sofort für Bühne, Proberaum und mobile Sprachbeschallungen vorbereitet.

Lieferumfang des Lewitt MTP 840 DM mit dynamischem Gesangsmikrofon, Windschutz, Mikrofonklemme und schwarzer Transporttasche.
Lewitt MTP 840 DM mit Mikrofonklemme, Windschutz und Transporttasche.

Technische Daten des Lewitt MTP 840 DM

  • Mikrofontyp: dynamisches Tauchspulenmikrofon
  • Akustisches Wandlerprinzip: Druckgradientenempfänger
  • Richtcharakteristik: Superniere
  • Empfindlichkeit: 3,5 mV/Pa beziehungsweise -49 dBV/Pa
  • Signal-Rausch-Verhältnis: 75 dB(A)
  • Eigenrauschen im Active Mode: 19 dB(A)
  • Dynamikumfang im Passive Mode: 135 dB
  • Dynamikumfang im Active Mode: 121 dB bei 0 dB Gain
  • Dynamikumfang im Active Mode: 115 dB bei 6 dB Gain
  • Dynamikumfang im Active Mode: 109 dB bei 12 dB Gain
  • Verstärkung: 0, 6 oder 12 dB
  • Low-Cut: linear, 150 Hz oder 250 Hz
  • Flankensteilheit: jeweils 12 dB pro Oktave
  • Innenwiderstand: 600 Ohm
  • Phantomspeisung: 48 V ± 4 V
  • Stromaufnahme: 5,5 mA
  • Anschluss: vergoldeter dreipoliger XLR-Stecker
  • Abmessungen: 51 × 183 mm
  • Gewicht: 336 g

Die technischen Werte stammen aus den aktuellen Herstellerangaben. Auffällig ist vor allem, dass der verfügbare Dynamikumfang mit zunehmender interner Verstärkung abnimmt. Das ist kein Fehler, sondern eine Konsequenz der aktiven Pegelanhebung. Der 12-dB-Modus sollte daher nicht automatisch als beste Einstellung betrachtet werden. Er ist vielmehr eine gezielte Option für vergleichsweise leise Signale.

Verarbeitung und Konstruktion

Das MTP 840 DM besitzt ein robustes Metallgehäuse und einen korrosionsbeständigen, vergoldeten XLR-Anschluss. Im Quickstart-Guide wird außerdem ein integrierter, waschbarer Pop- und Windschutz genannt.

Mit 336 Gramm gehört das Mikrofon nicht zu den besonders leichten Handmikrofonen. Für mich deutet das Gewicht jedoch eher auf eine solide Konstruktion als auf unnötige Masse hin. Bei längeren Moderationen oder mehrstündigen Auftritten kann ein schwereres Mikrofon allerdings stärker auffallen als ein leichteres Standardmodell.

Die Länge von 183 Millimetern und der Durchmesser von 51 Millimetern entsprechen einem typischen kabelgebundenen Bühnenmikrofon. Daher sollte das MTP 840 DM sowohl in gängige Mikrofonclips als auch in die meisten üblichen Schaumstoff-Windschutze passen.

Positiv bewerte ich, dass sich die Schalter nicht offen am Mikrofonschaft befinden. Die Einstellungen sitzen geschützt unter dem abschraubbaren Mikrofonkorb. Dadurch können sie während einer Performance nicht versehentlich verändert werden. Gleichzeitig lassen sich Gain und Low-Cut allerdings nicht spontan während eines Songs umschalten. Die Konfiguration sollte deshalb vor dem Soundcheck festgelegt werden.

Passive Mode und Active Mode

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal im Lewitt MTP 840 DM Test ist der umschaltbare Betriebsmodus. Das Mikrofon kann entweder vollständig passiv oder mit seiner integrierten, phantomgespeisten Elektronik betrieben werden.

Das MTP 840 DM im Passive Mode

Im Passive Mode funktioniert das MTP 840 DM grundsätzlich wie ein konventionelles dynamisches Gesangsmikrofon. Es benötigt keine Betriebsspannung und wird direkt mit dem Mikrofoneingang eines Mischpults, Audio-Interfaces oder Mikrofonvorverstärkers verbunden.

Laut Quickstart-Anleitung soll im passiven Modus keine Phantomspeisung angelegt werden. Für die Praxis bedeutet das: Vor dem Anschließen sollte ich überprüfen, in welcher Position sich der Modusschalter befindet. Das gilt insbesondere an Mischpulten, bei denen die Phantomspeisung nicht kanalweise, sondern nur für mehrere Eingänge gemeinsam aktiviert wird.

Die Empfindlichkeit von 3,5 mV/Pa ist für ein dynamisches Gesangsmikrofon ordentlich, verlangt aber weiterhin nach einem ausreichend verstärkenden Mikrofonvorverstärker. Bei kräftigem Bühnengesang dürfte das selten problematisch werden. Bei sehr leisen Stimmen, Sprache aus größerem Abstand oder bewusst zurückhaltender Gesangstechnik kann dagegen mehr Vorverstärkung notwendig sein.

Das MTP 840 DM im Active Mode

Im Active Mode benötigt das Mikrofon eine 48-Volt-Phantomspeisung. Die Elektronik kann das Ausgangssignal um 0, 6 oder 12 dB anheben und stellt gleichzeitig eine niedrige Ausgangsimpedanz bereit. Die aktive Verstärkung soll dem nachgeschalteten Mischpult oder Audio-Interface ein kräftigeres Signal liefern.

Ich sehe darin vor allem einen Vorteil für weniger leistungsfähige oder stärker rauschende Mikrofonvorverstärker. Muss der Gain-Regler am Mischpult im passiven Betrieb beinahe bis zum Anschlag geöffnet werden, kann die interne Pegelanhebung die Gain-Struktur verbessern. Das Mikrofon ersetzt damit jedoch keinen vollständigen Soundcheck. Der Eingangspegel muss auch im Active Mode sorgfältig angepasst werden.

Wichtig ist außerdem: Eine Pegelanhebung erzeugt nicht automatisch mehr Klangdetails. Sie sorgt zunächst dafür, dass ein bereits vorhandenes Signal mit höherem Pegel am Mischpult ankommt. Ob der 6- oder 12-dB-Modus einen hörbaren Vorteil bringt, hängt deshalb vom Sänger, vom Mikrofonabstand, vom Kabelweg und vom verwendeten Vorverstärker ab.

Welche Gain-Stufe ist sinnvoll?

Die 0-dB-Einstellung aktiviert die Elektronik, ohne den Signalpegel zusätzlich anzuheben. Das kann sinnvoll sein, wenn vor allem die niedrige Ausgangsimpedanz genutzt werden soll.

Den 6-dB-Modus halte ich für die universellste aktive Einstellung. Sechs Dezibel entsprechen bei einer Spannungsgröße ungefähr einer Verdopplung des Signalpegels. Dadurch wird der Mischpultvorverstärker spürbar entlastet, ohne dass der Dynamikumfang so stark eingeschränkt wird wie bei maximaler Verstärkung. Die 12-dB-Einstellung würde ich dagegen gezielt für leise Sänger, Sprache oder Eingänge mit geringer Vorverstärkung einsetzen.

Die Herstellerwerte zeigen den Zielkonflikt deutlich: Während der Passive Mode einen Dynamikumfang von 135 dB erreicht, sinkt dieser im Active Mode auf 121, 115 oder 109 dB. Wer ein kräftiges Signal direkt vor der Kapsel hat, benötigt daher nicht zwangsläufig die höchste Gain-Einstellung.

LED-Statusanzeige

Eine LED informiert über die ausgewählte Verstärkung und die eingestellte Tiefenabschwächung. Im aktiven Betrieb lässt sich zudem wählen, ob die LED leuchten oder ausgeschaltet bleiben soll.

Diese Lösung gefällt mir, weil sie zwei unterschiedliche Bühnensituationen berücksichtigt. Bei einem technischen Aufbau oder Soundcheck erleichtert eine sichtbare Statusanzeige die Kontrolle. Während einer Show, einer Theaterproduktion oder einer Videoaufnahme kann eine leuchtende LED dagegen unerwünscht sein. In diesem Fall bleibt der aktive Betrieb nutzbar, ohne dass eine sichtbare Anzeige eingeschaltet werden muss.

Allerdings befindet sich die Anzeige ebenso wie die Schalter unterhalb des Mikrofonkorbs. Sie dient daher eher der Kontrolle beim Einrichten als einer ständig sichtbaren Betriebsanzeige.

Schaltbarer Low-Cut bei 150 und 250 Hz

Das Lewitt MTP 840 DM verfügt über zwei schaltbare Tiefenfilter. Neben dem linearen Frequenzgang stehen Grenzfrequenzen von 150 und 250 Hz zur Verfügung. Beide Filter arbeiten mit einer Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave. Laut Anleitung sollen sie Rumpeln und Trittschall reduzieren sowie den Nahbesprechungseffekt kompensieren.

Lineare Einstellung

Die lineare Stellung ist für mich der Ausgangspunkt des Soundchecks. Sie erhält den vollständigen Bassumfang des Mikrofons und eignet sich besonders für Stimmen, die mehr Fundament benötigen. Anschließend kann am Mischpult entschieden werden, ob ein zusätzlicher Hochpassfilter erforderlich ist.

Auf kleinen Bühnen mit starken Vibrationen, lautem Bassmonitoring oder ausgeprägtem Nahbesprechungseffekt kann die lineare Einstellung jedoch zu viel Energie im unteren Frequenzbereich liefern.

Low-Cut bei 150 Hz

Der Low-Cut bei 150 Hz ist bereits ein deutlich hörbarer Eingriff. Er entfernt nicht nur tieffrequenten Trittschall, sondern verändert auch das Klangfundament einer Stimme. Bei einer dichten Rock- oder Metal-Produktion kann das sinnvoll sein, weil der Gesang weniger mit Bass, Bassdrum und tief gestimmten Gitarren konkurriert.

Ich würde diese Einstellung besonders bei sehr naher Mikrofonierung ausprobieren. Je näher eine Sängerin oder ein Sänger an einer Druckgradientenkapsel arbeitet, desto stärker kann der Nahbesprechungseffekt ausfallen. Das 150-Hz-Filter bietet eine direkte Möglichkeit, diesen Effekt zu kontrollieren.

Low-Cut bei 250 Hz

Die 250-Hz-Einstellung greift wesentlich stärker in den Grundtonbereich ein. Für einen voll klingenden Bariton kann das schnell zu schlank werden. Bei Sprachübertragung, Moderationen oder besonders bassreichen Stimmen kann die Einstellung dagegen die Verständlichkeit verbessern.

Ich sehe das 250-Hz-Filter deshalb nicht als Standardlösung, sondern als Spezialwerkzeug. Es kann problematische Bühnenresonanzen und übertriebene Nähe effektiv entschärfen, sollte aber immer im Zusammenspiel mit Stimme und PA beurteilt werden.

Klangliche Ausrichtung und Durchsetzungsfähigkeit

Lewitt beschreibt den Frequenzgang als speziell auf Gesang abgestimmt. Das Ziel ist eine präsente Stimme, die sich auch in dichten Arrangements behaupten kann. Der Hersteller spricht davon, dass das Mikrofon in vielen Situationen ohne umfangreiche Entzerrung auskommen soll.

Für meine fachliche Bewertung ist dabei wichtig, zwischen Durchsetzungsfähigkeit und natürlicher Neutralität zu unterscheiden. Ein Bühnenmikrofon muss nicht zwangsläufig vollkommen linear klingen. Eine kontrollierte Betonung relevanter Präsenzbereiche kann sinnvoll sein, weil sie die Sprachverständlichkeit erhöht und den Gesang gegenüber Gitarren, Keyboards und Becken hervorhebt.

Gleichzeitig passt nicht jede vorgeformte Abstimmung zu jeder Stimme. Helle oder stark zischende Stimmen können von einem zurückhaltenden Höhen-EQ profitieren, während dunklere Stimmen die zusätzliche Präsenz möglicherweise sehr gut vertragen. Das Versprechen „kein EQ erforderlich“ würde ich deshalb nicht als universelle Regel verstehen. In der Praxis bleiben Raumakustik, PA-System, Monitoring und individuelle Stimme entscheidend.

Superniere und Übersprechverhalten

Die Supernierencharakteristik nimmt Schall aus einem engeren Frontbereich auf als eine klassische Niere. Dadurch kann das MTP 840 DM seitlich eintreffende Signale stärker unterdrücken. Das ist besonders hilfreich, wenn sich Schlagzeug, Gitarrenverstärker oder laute Monitorlautsprecher in unmittelbarer Nähe befinden. Lewitt bewirbt das Mikrofon entsprechend als stark fokussiertes Bühnenmikrofon mit hoher Isolation.

Im Gegenzug verlangt die Superniere nach einer kontrollierten Mikrofontechnik. Bewegt sich die Sängerin oder der Sänger stark seitlich am Mikrofon vorbei, können Pegel und Klangfarbe deutlicher schwanken als bei einem Mikrofon mit breiterer Richtcharakteristik. Für mich eignet sich das MTP 840 DM deshalb besonders für Anwender, die relativ konstant von vorne in die Kapsel singen.

Die richtige Position des Bühnenmonitors

Bei einer Superniere liegt der Bereich stärkster Auslöschung nicht exakt bei 180 Grad hinter dem Mikrofon, sondern ungefähr seitlich hinter der Kapsel. Ein einzelner Monitorlautsprecher sollte daher nicht unmittelbar mittig hinter dem Mikrofon positioniert werden. Günstiger ist eine seitlich versetzte Aufstellung, die sich an den Auslöschungswinkeln der Richtcharakteristik orientiert.

Das ist im Live-Betrieb ein wichtiger Punkt. Wird die Monitorbox wie bei einer normalen Niere direkt hinter dem Mikrofon platziert, kann die theoretisch hohe Rückkopplungsfestigkeit der Superniere nicht vollständig genutzt werden.

Poplaute, Windgeräusche und Nahbesprechungseffekt

Der integrierte Pop- und Windschutz soll Atemgeräusche und explosive Konsonanten reduzieren. Zusätzlich liegt ein äußerer Windschutz bei. Damit ist das Mikrofon nicht nur für Gesang, sondern auch für Moderationen und Interviews interessant. Der interne Schutz kann laut Quickstart-Guide bei Bedarf mit Seifenwasser gereinigt werden.

Dennoch sollte der Mikrofonkorb nicht mit der Hand umschlossen werden. Lewitt weist ausdrücklich darauf hin, den Korb für eine optimale Klangqualität nicht abzudecken. Das sogenannte Cupping verändert die Richtcharakteristik, färbt den Frequenzgang und kann die Rückkopplungsneigung erhöhen.

Durch die Superniere und das Druckgradientenprinzip besitzt das MTP 840 DM einen Nahbesprechungseffekt. Dieser kann dünneren Stimmen zusätzliches Volumen verleihen, bei sehr geringem Abstand aber auch zu einem überbetonten Bassbereich führen. Genau hier erweisen sich die beiden Low-Cut-Stufen als sinnvoll.

Anschluss und Inbetriebnahme

Die grundsätzliche Einrichtung ist unkompliziert. Das Mikrofon wird mit einem symmetrischen, dreipoligen XLR-Kabel an ein Mischpult, Audio-Interface oder einen Mikrofonvorverstärker angeschlossen. Anschließend wird der Eingangspegel angepasst. Nur wenn der Active Mode verwendet wird, muss die 48-Volt-Phantomspeisung eingeschaltet werden.

Ich würde beim Einrichten folgendermaßen vorgehen: Zunächst bleibt der Mischpultkanal stummgeschaltet. Danach kontrolliere ich den Betriebsmodus des Mikrofons und aktiviere gegebenenfalls die Phantomspeisung. Anschließend singt oder spricht die auftretende Person mit realistischem Bühnenpegel, während der Vorverstärker eingepegelt wird.

Der Active Mode sollte nicht erst während einer laufenden Performance umgeschaltet werden. Änderungen an Betriebsart, Phantomspeisung und Gain können Schaltgeräusche oder Pegelsprünge verursachen. Daher gehören diese Einstellungen in den Soundcheck.

Einsatz am analogen und digitalen Mischpult

An einem modernen Digitalmischpult mit hochwertigen Vorverstärkern ist der Passive Mode wahrscheinlich in vielen Situationen ausreichend. Hier bietet das Pult normalerweise genügend Gain, einen einstellbaren Hochpassfilter und umfangreiche Klangbearbeitung.

Der Active Mode bleibt trotzdem interessant, weil er die benötigte Vorverstärkung reduzieren kann. Zudem erfolgt die Signalverstärkung bereits vor dem XLR-Kabel. Besonders bei langen Leitungswegen oder älteren Preamps kann die aktive Ausgangsstufe deshalb praktische Vorteile bieten.

An kleinen Analogmixern oder kompakten Audio-Interfaces kann die 6- oder 12-dB-Verstärkung noch relevanter sein. Allerdings muss das angeschlossene Gerät eine ausreichend belastbare 48-Volt-Phantomspeisung bereitstellen. Das MTP 840 DM benötigt laut Hersteller 5,5 mA.

Verwendung im Studio und für Sprache

Obwohl das MTP 840 DM vorrangig als Bühnenmikrofon konzipiert ist, lässt es sich auch für Demoaufnahmen, Podcast-Produktionen, Sprachaufnahmen und Live-Sessions verwenden.

In akustisch wenig optimierten Räumen kann die enge Richtwirkung sogar ein Vorteil sein. Das Mikrofon nimmt stärker den Direktschall und weniger seitliche Raumreflexionen auf. Allerdings bleibt es ein dynamisches Handmikrofon. Wer besonders luftige Höhen, extrem feine Transienten oder eine möglichst neutrale Studioaufnahme sucht, wird häufig zu einem Kondensatormikrofon greifen.

Für Interviews erscheint mir das MTP 840 DM vor allem dann sinnvoll, wenn viele Umgebungsgeräusche vorhanden sind. Die sprechende Person muss allerdings sauber auf die Mikrofonachse ausgerichtet bleiben. Bei spontanen Interviews mit stark wechselnden Sprechpositionen kann eine normale Niere unkomplizierter sein.

Instrumentenverstärker und weitere Schallquellen

Lewitt nennt Instrumentenverstärker ausdrücklich als möglichen Anwendungsbereich.

Die Superniere kann bei Gitarrenverstärkern eine gute Trennung gegenüber Schlagzeug und benachbarten Lautsprechern ermöglichen. Gleichzeitig erleichtert das dynamische Wandlerprinzip den Einsatz vor lauten Schallquellen. Für eine klassische Nahabnahme am Lautsprecher würde ich zunächst den Passive Mode und den linearen Frequenzgang wählen.

Die schaltbare Verstärkung ist bei einem lauten Gitarrenverstärker in der Regel nicht erforderlich. Hier ist ausreichend Pegel vorhanden, während ein größtmöglicher Dynamikumfang wichtiger sein kann. Bei leiseren Instrumenten oder größeren Mikrofonabständen könnte der Active Mode dagegen hilfreich sein.

Kritikpunkte im Lewitt MTP 840 DM Test

Das MTP 840 DM bietet ungewöhnlich viele Konfigurationsmöglichkeiten. Genau darin liegt jedoch auch seine größte potenzielle Schwäche. Ein klassisches dynamisches Bühnenmikrofon ist praktisch selbsterklärend. Beim Lewitt müssen dagegen Betriebsmodus, Phantomspeisung, Gain, LED-Modus und Low-Cut korrekt eingestellt werden.

Die geschützte Position der Schalter verhindert zwar versehentliche Änderungen, erschwert aber eine schnelle Anpassung. Für jedes Umschalten muss der Mikrofonkorb entfernt werden. Bei einem Festival mit kurzen Umbauzeiten ist das weniger komfortabel als ein Hochpassfilter am Mischpult.

Auch die beiden Low-Cut-Frequenzen sind vergleichsweise hoch angesetzt. Insbesondere 250 Hz verändern nicht nur Störgeräusche, sondern einen wesentlichen Teil des stimmlichen Grundtons. Ich würde diese Einstellung daher niemals ungeprüft aktivieren.

Schließlich erfordert die Superniere eine disziplinierte Mikrofontechnik und eine passende Monitorpositionierung. Sängerinnen und Sänger, die das Mikrofon weit vom Mund entfernen oder häufig seitlich daran vorbeisingen, können mit einer normalen Niere gleichmäßigere Ergebnisse erzielen.

Für wen eignet sich das Lewitt MTP 840 DM?

Für mich richtet sich das Mikrofon vor allem an professionelle und ambitionierte Live-Anwender, die mehr Kontrolle als bei einem einfachen dynamischen Handmikrofon benötigen. Besonders interessant ist es für leise Stimmen, laute Bühnen, lange Signalwege und Mischpulte, deren Vorverstärker bei hoher Verstärkung hörbar rauschen.

Auch Verleiher und Veranstaltungstechniker können von der Flexibilität profitieren. Das Mikrofon lässt sich passiv wie ein klassisches dynamisches Modell einsetzen oder aktiv an problematische Pegelsituationen anpassen.

Weniger sinnvoll erscheint es mir für Anwender, die ausschließlich ein möglichst unkompliziertes Gesangsmikrofon suchen. Wer weder den Active Mode noch die internen Filter benötigt, bezahlt für Funktionen, die im eigenen Setup kaum genutzt werden.

Fazit zum Lewitt MTP 840 DM Test

Das Lewitt MTP 840 DM ist kein gewöhnliches dynamisches Gesangsmikrofon. Die Kombination aus Supernierencharakteristik, passivem Betrieb, aktiver Ausgangsstufe, drei Gain-Einstellungen und zwei Low-Cut-Filtern bietet deutlich mehr Möglichkeiten als die meisten klassischen Bühnenmikrofone.

Besonders überzeugend finde ich den Active Mode. Er kann einen schwachen Mikrofonpegel bereits an der Quelle um bis zu 12 dB anheben und dadurch weniger leistungsfähige Vorverstärker entlasten. Dabei sollte die höchste Verstärkungsstufe jedoch nur verwendet werden, wenn sie tatsächlich benötigt wird, denn laut Hersteller sinkt der verfügbare Dynamikumfang mit zunehmender Verstärkung.

Die Low-Cut-Filter sind ebenfalls praxisgerecht, greifen mit 150 und 250 Hz allerdings deutlich in den Klang ein. Während sich 150 Hz gut zur Kontrolle des Nahbesprechungseffekts eignen können, ist die 250-Hz-Stufe eher eine Problemlösung für besonders bassreiche Stimmen, Sprache oder schwierige Bühnen.

Insgesamt sehe ich das MTP 840 DM als flexibles Premium-Werkzeug für Sänger, Veranstaltungstechniker und Verleiher. Seine Stärken spielt es vor allem dort aus, wo eine gute seitliche Abschirmung, ein höherer Ausgangspegel und eine direkte Kontrolle des Bassbereichs gefragt sind. Wer die zusätzlichen Funktionen bewusst einsetzt und die Besonderheiten der Superniere berücksichtigt, erhält ein ungewöhnlich vielseitiges dynamisches Bühnenmikrofon.

herstellerlink: https://www.lewitt-audio.com/de/mikrofone/mtp-live/mtp-840-dm

FAQ zum Lewitt MTP 840 DM

Benötigt das Lewitt MTP 840 DM Phantomspeisung?

Nur im Active Mode benötigt das Mikrofon eine 48-Volt-Phantomspeisung. Im Passive Mode arbeitet es ohne Betriebsspannung. Laut Quickstart-Guide soll in der passiven Einstellung keine Phantomspeisung angelegt werden.

Was bewirkt der Active Mode?

Der Active Mode aktiviert eine interne Ausgangselektronik. Der Pegel kann dabei um 0, 6 oder 12 dB angehoben werden. Außerdem stellt der aktive Betrieb eine niedrige Ausgangsimpedanz bereit.

Welche Verstärkung sollte ich wählen?

Für kräftige Stimmen ist der Passive Mode oder die aktive 0-dB-Einstellung meist der sinnvollste Ausgangspunkt. Der 6-dB-Modus eignet sich für moderat leise Signale, während die 12-dB-Stufe vor allem bei sehr leisen Stimmen oder schwächeren Vorverstärkern hilfreich sein kann.

Kann das Lewitt MTP 840 DM ohne Active Mode verwendet werden?

Ja. Im Passive Mode verhält es sich grundsätzlich wie ein herkömmliches dynamisches XLR-Mikrofon. Die interne Verstärkung und die Statusanzeige stehen dann allerdings nicht zur Verfügung.

Wofür eignet sich der Low-Cut bei 150 Hz?

Die 150-Hz-Einstellung reduziert Trittschall, Rumpeln und den durch geringe Sprech- oder Gesangsabstände entstehenden Nahbesprechungseffekt. Gleichzeitig kann sie den Gesang in einem dichten Mix schlanker und verständlicher machen.

Wann ist der Low-Cut bei 250 Hz sinnvoll?

Der 250-Hz-Filter ist ein stärkerer Eingriff und eignet sich vor allem für sehr bassreiche Stimmen, Sprachübertragungen oder problematische Bühnenresonanzen. Bei normalem Gesang kann er den Grundton bereits deutlich ausdünnen.

Ist das MTP 840 DM rückkopplungsfest?

Die Supernierencharakteristik bietet eine starke seitliche Dämpfung und kann eine hohe Verstärkung vor dem Auftreten von Feedback ermöglichen. Voraussetzung sind jedoch eine passende Monitorposition und eine saubere Mikrofontechnik. Ein Bühnenmonitor sollte bei einer Superniere nicht direkt mittig hinter dem Mikrofon stehen.

Kann das Lewitt MTP 840 DM für Gitarrenverstärker verwendet werden?

Ja. Lewitt nennt Instrumentenverstärker ausdrücklich als Anwendung. Für einen lauten Gitarrenverstärker würde ich zunächst den Passive Mode und die lineare Filterstellung verwenden.

Lassen sich die Einstellungen während des Auftritts verändern?

Grundsätzlich ja, allerdings befinden sich die Schalter geschützt unter dem abschraubbaren Mikrofonkorb. Die Einstellungen sollten daher möglichst vor dem Auftritt oder während des Soundchecks vorgenommen werden.

Ist das Lewitt MTP 840 DM auch für Interviews geeignet?

Ja. Die enge Richtwirkung kann Umgebungsgeräusche reduzieren. Allerdings muss das Mikrofon relativ genau auf die sprechende Person ausgerichtet werden, da seitliche Bewegungen bei einer Superniere schneller zu Pegel- und Klangschwankungen führen können.


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