beyerdynamic M 201 Test: Dynamisches Mikrofon für Bühne und Studio

Das beyerdynamic M 201 setzt auf eine kompakte Bauform und eine Hypernierencharakteristik. Die schlanke Konstruktion erleichtert die präzise Positionierung an Schlagzeug, Gitarrenverstärker oder Bläsern.

Das beyerdynamic M 201 gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen unter den dynamischen Instrumentenmikrofonen. Mit einem Straßenpreis von rund 349 Euro bewegt es sich deutlich oberhalb vieler klassischer Bühnenmikrofone und richtet sich an Anwender, die Wert auf eine besonders präzise Signalübertragung legen. Gerade im professionellen Live-Betrieb und im Band-Proberaum zeigt sich schnell, dass dieses Mikrofon weniger auf spektakuläre Klangfärbung setzt, sondern auf Kontrolle, Natürlichkeit und eine außergewöhnlich saubere Abbildung von Transienten.

Im täglichen Einsatz auf kleinen Bühnen zählt vor allem, wie zuverlässig sich ein Mikrofon positionieren lässt, wie gut es sich gegen Übersprechen behauptet und wie viel Nachbearbeitung am Mischpult tatsächlich notwendig wird. Genau hier entwickelt das M 201 seine größten Stärken. Statt einen Sound künstlich zu formen, liefert es ein ausgesprochen neutrales Ausgangssignal, das sich hervorragend weiterverarbeiten lässt. Dadurch eignet es sich für Toningenieure, die den Klang lieber am Instrument und im Mix gestalten als bereits am Mikrofon.

Der Preis erscheint zunächst hoch, relativiert sich aber schnell durch die Verarbeitung, die enorme Vielseitigkeit und die langfristige Zuverlässigkeit im professionellen Alltag. Das M 201 ist kein Mikrofon für Anwender, die möglichst viele Klangcharaktere in einem Gehäuse suchen. Es richtet sich vielmehr an Nutzer, die ein präzises Werkzeug bevorzugen, das über viele Jahre hinweg konstant dieselbe Qualität liefert.

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Konstruktion und technische Arbeitsweise

Das beyerdynamic M 201 arbeitet als dynamisches Tauchspulenmikrofon mit Hypernierencharakteristik. Im Gegensatz zu Kondensatormikrofonen benötigt es keine Phantomspeisung und zeichnet sich durch eine hohe Belastbarkeit gegenüber Schalldruck aus. Dadurch eignet es sich hervorragend für laute Schallquellen wie Snaredrum, Gitarrenverstärker oder Blechbläser, ohne dass Verzerrungen oder Kompressionseffekte innerhalb der Kapsel auftreten.

Auffällig ist die vergleichsweise kleine Bauform. Das Mikrofon erinnert optisch eher an ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon als an ein typisches Bühnenmikrofon. Diese kompakte Konstruktion erleichtert das Positionieren erheblich. Gerade an engen Drumsets oder zwischen mehreren Mikrofonstativen entsteht dadurch deutlich mehr Bewegungsfreiheit als bei größeren Mikrofongehäusen.

Die Hyperniere sorgt für eine ausgeprägte Richtwirkung. Schall von den Seiten wird wirkungsvoll unterdrückt, während die Hauptachse sehr präzise arbeitet. In der Praxis reduziert dies Übersprechen benachbarter Instrumente deutlich und erleichtert den FOH-Mix ebenso wie spätere Bearbeitungen im Studio. Besonders bei dicht aufgebauten Bühnen oder kleinen Proberäumen zahlt sich diese Richtcharakteristik aus.

Der Übertragungsbereich reicht von 40 Hz bis 18 kHz. Bemerkenswert ist dabei weniger die reine Frequenzangabe als vielmehr die Art der Abstimmung. Das M 201 verzichtet weitgehend auf künstlich betonte Präsenzbereiche und bildet Instrumente ausgesprochen ausgewogen ab. Dadurch entsteht ein sehr natürliches Signal, das sich problemlos in unterschiedlichste Produktionen integrieren lässt.

Klangcharakter mit hoher Präzision

Im praktischen Einsatz fällt zunächst die außergewöhnlich gute Transientenabbildung auf. Obwohl es sich um ein dynamisches Mikrofon handelt, vermittelt das M 201 eine Detailauflösung, die häufig eher mit hochwertigen Kondensatormikrofonen assoziiert wird. Anschläge einer Snaredrum, das Attack einer Akustikgitarre oder feine Nuancen von Gitarrenlautsprechern werden sauber dargestellt, ohne künstlich überzeichnet zu wirken.

Der Grundcharakter lässt sich insgesamt als neutral bis leicht warm beschreiben. Das Mikrofon verzichtet bewusst auf aggressive Höhenanhebungen. Dadurch entstehen keine scharfen Mitten oder überpräsenten Höhen, sondern ein sehr ausgewogenes Klangbild. Besonders bei Instrumenten, die bereits ausreichend Brillanz besitzen, wirkt diese Abstimmung ausgesprochen angenehm.

Gitarrenverstärker profitieren von dieser Charakteristik besonders deutlich. Das M 201 liefert einen druckvollen Grundton mit sauber ausgearbeiteten Mitten und vermeidet gleichzeitig unangenehm harte Höhen. Dadurch bleibt genügend Definition erhalten, ohne dass der Verstärker künstlich bissig erscheint. Im Mix entstehen dadurch oft weniger Korrekturen im Equalizer.

Auch an der Snaredrum zeigt sich diese Abstimmung positiv. Der Anschlag bleibt klar definiert, während gleichzeitig ausreichend Korpus und Tiefe erhalten bleiben. Ghost Notes werden sauber übertragen und verschwinden nicht hinter lauteren Schlägen. Gerade bei dynamisch spielenden Schlagzeugern entsteht dadurch ein ausgesprochen natürliches Gesamtbild.

An akustischen Instrumenten überzeugt das Mikrofon ebenfalls durch seine ruhige und ausgewogene Darstellung. Plektrumanschläge bleiben präzise, ohne überbetont zu wirken, während gleichzeitig genügend Wärme erhalten bleibt, um das Instrument nicht steril erscheinen zu lassen.

Besonders beeindruckend ist dabei die hohe Auflösung feiner Details. Das M 201 vermittelt nie den Eindruck eines stark färbenden Mikrofons, sondern präsentiert vielmehr genau das, was tatsächlich vor ihm passiert. Diese Neutralität macht es für viele professionelle Anwendungen so interessant.

Verhalten im Live Betrieb

Im Live-Alltag entscheidet nicht allein der Klang über die Qualität eines Mikrofons. Ebenso wichtig ist die Kontrolle während des Betriebs. Genau hier spielt die Hyperniere ihre größte Stärke aus.

Durch die ausgeprägte Richtwirkung gelingt es vergleichsweise einfach, benachbarte Instrumente auszublenden. Bei einer Snaredrum gelangen deutlich weniger Hi-Hat-Anteile auf die Spur als bei weniger gerichteten Mikrofonen. Auch Gitarrenverstärker lassen sich sauber isolieren, selbst wenn sich weitere Lautsprecher unmittelbar daneben befinden.

Für den FOH bedeutet dies einen erheblichen Vorteil. Weniger Übersprechen sorgt für mehr Kontrolle im Mix und reduziert gleichzeitig das Risiko von Rückkopplungen. Besonders auf kleinen Bühnen mit engem Monitoring macht sich dieser Effekt deutlich bemerkbar.

Hinzu kommt die kompakte Bauform. Das Mikrofon lässt sich auch an schwierigen Positionen unkompliziert platzieren. Zwischen Beckenstativen, Tomhaltern oder dicht nebeneinander stehenden Verstärkern findet sich meist problemlos ein sinnvoller Aufnahmewinkel. Dadurch verkürzt sich der Aufbau spürbar und gleichzeitig steigt die Wiederholgenauigkeit beim Mikrofonieren.

Ein weiterer Pluspunkt ist die außergewöhnlich robuste Verarbeitung. Das massive Messinggehäuse vermittelt sofort den Eindruck eines echten Touring-Werkzeugs. Auch häufige Transporte, enge Cases oder der harte Bühnenalltag hinterlassen kaum Spuren. Das M 201 wirkt insgesamt so konstruiert, als wäre eine jahrzehntelange Nutzung ausdrücklich eingeplant.


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beyerdynamic M 201 Dynamisches Mikrofon

Kontrolle und Arbeitsweise im täglichen Einsatz

Das beyerdynamic M 201 verlangt eine etwas bewusstere Arbeitsweise als viele andere dynamische Instrumentenmikrofone. Die ausgeprägte Hypernierencharakteristik belohnt eine saubere Ausrichtung auf die Schallquelle, reagiert allerdings auch entsprechend sensibel auf Veränderungen des Einsprechwinkels. Bereits kleine Positionsänderungen wirken sich hörbar auf den Klang aus. Wer das Mikrofon sorgfältig ausrichtet, wird jedoch mit einer außergewöhnlich präzisen Signalabbildung belohnt.

Im Live-Betrieb sorgt diese Richtwirkung für ein hohes Maß an Kontrolle. Übersprechen benachbarter Instrumente bleibt gering, wodurch sich Signale gezielter bearbeiten lassen. Gerade auf kleinen Bühnen, auf denen Schlagzeug, Gitarrenverstärker und Monitore dicht beieinander stehen, verschafft das zusätzliche Reserven im Mischpult. Equalizer und Gates müssen deutlich weniger korrigierend eingreifen, weil das Ausgangssignal bereits sehr sauber anliegt.

Auffällig ist dabei, dass das M 201 keine spektakuläre Eigenfärbung besitzt. Stattdessen reagiert es ausgesprochen ehrlich auf die Positionierung. Bereits wenige Zentimeter Unterschied können darüber entscheiden, ob ein Gitarrenlautsprecher etwas weicher oder präsenter wirkt oder ob eine Snaredrum mehr Attack oder mehr Kesselanteil liefert. Für erfahrene Tontechniker eröffnet diese Neutralität zahlreiche Möglichkeiten, verlangt aber auch etwas mehr Aufmerksamkeit beim Einrichten.

Die vergleichsweise geringe Empfindlichkeit gehört ebenfalls zur Charakteristik des Mikrofons. Das Ausgangssignal fällt niedriger aus als bei vielen anderen dynamischen Mikrofonen. Moderne Livepulte und hochwertige Mikrofonvorverstärker stellen damit normalerweise kein Problem dar, dennoch sollte ausreichend Gain zur Verfügung stehen. Hochwertige Vorverstärker zahlen sich hier aus, weil das M 201 durch seine hohe Auflösung auch Unterschiede in der Verstärkerqualität hörbar macht.

Klang im Band Proberaum

Im Band-Proberaum zeigt das M 201 besonders deutlich, warum es seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf genießt. Die oft schwierige Raumakustik kleiner Übungsräume führt bei vielen Mikrofonen schnell zu einem diffusen Klangbild. Das beyerdynamic bleibt dagegen bemerkenswert fokussiert und trennt Direktschall sauber von störenden Raumanteilen.

An Gitarrenverstärkern entsteht dadurch ein sehr kontrollierter Sound, der den eigentlichen Charakter des Verstärkers bewahrt. Statt überbetonter Höhen oder aggressiver Mitten liefert das Mikrofon einen ausgewogenen Grundklang mit angenehmer Wärme und sauberer Detailzeichnung. Gerade moderne High-Gain-Sounds profitieren davon ebenso wie klassische Cleansounds oder leicht angezerrte Vintage-Setups.

An der Snaredrum überzeugt vor allem die Kombination aus schnellem Impulsverhalten und natürlicher Mittenabbildung. Rimshots besitzen den nötigen Druck, während feinere Ghost Notes nicht untergehen. Gleichzeitig bleibt der Anteil der Hi-Hat erstaunlich gering, sofern das Mikrofon sauber ausgerichtet wird. Das erleichtert spätere Bearbeitungen erheblich und sorgt bereits während der Probe für einen transparenten Gesamtsound.

Auch Bläser oder akustische Instrumente profitieren von der neutralen Abstimmung. Das M 201 versucht nicht, Instrumente größer oder brillanter erscheinen zu lassen, sondern bildet sie mit hoher Authentizität ab. Dadurch bleibt genügend Spielraum für die klangliche Gestaltung im Mischpult oder in der DAW.

Grenzen im praktischen Einsatz

So überzeugend das Mikrofon an Instrumenten arbeitet, besitzt es dennoch einige Eigenheiten, die im Alltag berücksichtigt werden sollten.

Die geringe Empfindlichkeit verlangt nach ausreichend Verstärkung. Wird ein Vorverstärker an seine Grenzen gebracht, können Eigenrauschen oder mangelnde Dynamik früher hörbar werden als bei empfindlicheren Mikrofonen. Im professionellen Umfeld stellt das selten ein ernsthaftes Problem dar, im Heimstudio oder an einfacheren Mischpulten sollte dieser Punkt jedoch einkalkuliert werden.

Auch für Sprach- oder Gesangsaufnahmen eignet sich das M 201 nur eingeschränkt. Sein Grundklang wirkt zwar angenehm weich und ausgesprochen natürlich, gleichzeitig reagiert die Kapsel relativ empfindlich auf Plosivlaute. Ohne Windschutz oder Popfilter gelangen Luftstöße schnell auf die Membran. Hinzu kommt ein deutlicher Nahbesprechungseffekt, der Stimmen bei sehr geringem Abstand kräftig und warm erscheinen lässt, bei ungünstiger Mikrofontechnik aber auch etwas voluminös oder leicht boxig wirken kann. Diese Eigenschaften fallen bei der eigentlichen Instrumentenabnahme kaum ins Gewicht, sollten bei alternativen Anwendungen jedoch berücksichtigt werden.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Körperschallübertragung. Das M 201 wurde eindeutig für den Betrieb am Mikrofonstativ entwickelt. Wird es in der Hand gehalten, übertragen sich Griffgeräusche vergleichsweise deutlich auf das Signal. Für den vorgesehenen Einsatzzweck spielt das praktisch keine Rolle, als klassisches Bühnenmikrofon für Sänger ist diese Konstruktion jedoch nicht optimiert.

Einordnung als Werkzeug

Das beyerdynamic M 201 ist kein Mikrofon, das durch eine spektakuläre Klangsignatur sofort Aufmerksamkeit erzeugt. Seine Stärke liegt vielmehr darin, Schallquellen präzise und unverfälscht abzubilden. Genau diese Eigenschaft macht es im professionellen Alltag so wertvoll.

Wer ein Mikrofon sucht, das möglichst viele Klangcharaktere bereits an der Quelle erzeugt, wird hier nicht fündig. Das M 201 versteht sich vielmehr als neutrales Präzisionswerkzeug, das dem Toningenieur maximale Freiheit bei der weiteren Klanggestaltung lässt. Es liefert ein äußerst sauberes Ausgangssignal, reagiert hervorragend auf exakte Positionierung und überzeugt durch eine außergewöhnlich hohe Detailauflösung für ein dynamisches Mikrofon.

Damit ist das beyerdynamic M 201 weder ein Effektmikrofon noch ein Spezialist für einzelne Anwendungen. Vielmehr handelt es sich um ein professionelles Werkzeug, das auf kleinen Live-Bühnen, im Band-Proberaum und ebenso im Tonstudio durch seine Vielseitigkeit, seine kontrollierte Arbeitsweise und seine langfristige Zuverlässigkeit überzeugt.

Zum Lieferumfang des beyerdynamic M 201 gehören ein robustes Transportetui, eine Mikrofonklemme sowie weiteres Zubehör für den professionellen Einsatz auf Bühne und im Studio.
Zum Lieferumfang des beyerdynamic M 201 gehören ein robustes Transportetui, eine Mikrofonklemme sowie weiteres Zubehör für den professionellen Einsatz auf Bühne und im Studio.

Fazit

Das beyerdynamic M 201 ist ein dynamisches Instrumentenmikrofon für Anwender, die Wert auf Natürlichkeit, Kontrolle und eine präzise Signalübertragung legen. Sein neutral abgestimmter Klang, die hervorragende Transientenabbildung und die wirkungsvolle Hypernierencharakteristik machen es zu einem zuverlässigen Begleiter auf kleinen Bühnen, im Proberaum und ebenso im Studio. Statt den Klang bereits stark zu formen, liefert es eine hochwertige Grundlage für die weitere Bearbeitung am Mischpult oder in der DAW.

Mit einem Preis von rund 349 Euro gehört das M 201 zwar zu den teureren dynamischen Instrumentenmikrofonen, die Investition ist aufgrund der exzellenten Verarbeitung, der hohen Langlebigkeit und der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten jedoch nachvollziehbar. Wer ein ehrliches Arbeitswerkzeug sucht, das über viele Jahre hinweg konstant professionelle Ergebnisse liefert, erhält hier ein Mikrofon mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das beyerdynamic M 201 ist kein Spezialeffekt und kein Alleskönner für jede Situation, sondern ein hochwertiges Präzisionswerkzeug, das durch seine Klangqualität und seine kontrollierte Arbeitsweise überzeugt.

 

Pro

  • Sehr natürliche und detailreiche Klangabbildung
  • Hervorragende Richtwirkung mit geringem Übersprechen
  • Robuste Verarbeitung für den professionellen Dauereinsatz

Contra

  • Relativ geringe Ausgangsempfindlichkeit
  • Empfindlich gegenüber Plosivlauten bei Sprach- und Gesangsaufnahme

 

Link zur Herstellerseite: beyerdynamic

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