Gehörschutz beim Konzert oder Proberaum

Ohren beim Musik-Event vor Schäden schützen

Gehörschutz in der Veranstaltungstechnik: Warum dein Gehör (und das deiner Kinder) nicht verhandelbar ist

Wer regelmäßig auf Konzerten, Festivals oder im Proberaum unterwegs ist, kennt das Gefühl: Der Mix ist fett, die PA schiebt, das Schlagzeug sitzt direkt im Nacken – und am nächsten Morgen klingelt’s. Dieses Pfeifen ist kein „Souvenir“ einer guten Show, sondern ein Warnsignal. In der Veranstaltungstechnik ist Gehörschutz deshalb nicht Lifestyle, sondern Arbeitsschutz – und für Musiker:innen ist er ein Werkzeug, das die Karriere verlängert.

Das Tückische ist: Gehörschäden passieren schleichend. Du merkst nicht in dem Moment, wie feinste Haarzellen im Innenohr überlastet werden. Du merkst es erst später, wenn Sprachverständlichkeit abnimmt, wenn Tinnitus bleibt oder wenn du beim Mischen plötzlich Höhen „nach Gefühl“ reindrehst. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema so ernst zu nehmen wie Strom, Rigging oder Brandschutz – denn ohne funktionierendes Gehör ist jede Veranstaltungstechnik nur noch halb so viel wert.

Gehörschutz im Konzert und Proberaum: „Zu laut“ beginnt früher, als viele denken

Als grobe Orientierung gilt in vielen Arbeitsschutz-Kontexten: 85 dB(A) über 8 Stunden sind bereits ein kritischer Bereich, und mit jedem Pegelanstieg sinkt die unbedenkliche Expositionszeit deutlich. Das ist kein theoretischer Wert, sondern eine Praxisrealität, wenn du an FOH/Monitor stehst, auf der Bühne neben Wedges spielst oder im Proberaum direkt vor Becken und Snare sitzt. NIOSH beschreibt genau dieses Prinzip (inkl. „Exchange Rate“ – mehr Pegel bedeutet viel weniger Zeit).

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt aus Sicht der Veranstaltungstechnik: In Live-Situationen bist du selten „nur kurz“ laut ausgesetzt. Soundcheck, Show, Umbau, After-Show – das summiert sich. Wer dann ohne Schutz arbeitet, fährt sein Gehör über Wochen und Monate konstant im roten Bereich.

Gehörschutz  beim Konzert oder Proberaum: der unterschätzte Schalldruck-Hotspot

Viele denken beim Thema Gehörschutz zuerst an Festivalbühnen. Dabei ist der Proberaum oft brutaler – nicht unbedingt vom Maximalpegel her, sondern wegen der Nähe zur Quelle und der Reflexionen. Kleine Räume, harte Wände, wenig Absorption: Das führt zu einem Klangfeld, das schnell „schneidet“ und ermüdet. Außerdem drehen Bands in Proberäumen gerne nach, weil sich Lautstärke als „Energie“ anfühlt. Genau dort ist Gehörschutz besonders sinnvoll, weil du regelmäßig und lange probst – also genau die Kombination aus Dauer und Pegel, die problematisch wird.

Ein hochwertiger Musiker-Gehörschutz hilft hier doppelt: Er reduziert Pegel, ohne dass du alles nur noch dumpf wahrnimmst. Das ist wichtig, weil „dumpf“ viele dazu verleitet, wieder lauter zu machen – und dann ist der Schutzgedanke dahin.

Kinder auf Veranstaltungen: Verantwortung beginnt vor der Bühne

Sobald Kinder mit auf Veranstaltungen kommen, wird das Thema noch wichtiger. Kinderohren sind empfindlicher, und kleine Gehörgänge können bestimmte Frequenzen sogar stärker wirken lassen. Die American Academy of Pediatrics (AAP) rät außerdem ausdrücklich, kleine Kinder möglichst nicht in übermäßig laute Umgebungen (Konzerte, Sportevents, Feuerwerk) mitzunehmen – und wenn doch, dann mit schützendem Kapselgehörschutz, sogar bei sehr jungen Babys. Gleichzeitig wird bei kleinen Kindern vor klassischen Ohrstöpseln gewarnt (u. a. wegen Verschluck-/Erstickungsgefahr).

Heißt praktisch: Wenn du als Elternteil auf ein Konzert „nicht verzichten willst“, dann sollte der Plan nicht „wird schon gehen“ sein, sondern ein sauberer Sicherheitsrahmen: Abstand zu Lautsprechern, Rückzugsort, kurze Aufenthaltsdauer – und passender Gehörschutz.

Was passt zu wem? Filter-Ohrstöpsel vs. Kapselgehörschutz

Filter-Ohrstöpsel (High-Fidelity) sind für Musiker:innen, Techniker:innen und häufige Konzertgänger meist die beste Lösung. Der Vorteil: Die Lautstärke sinkt, aber das Klangbild bleibt natürlicher, damit du Timing, Tonhöhe und Details weiter beurteilen kannst. Genau dafür stehen Produkte wie die Alpine-Filterkonzepte, die explizit für Musiker, DJs und Toningenieure gedacht sind.

Kapselgehörschutz ist dafür oft die bessere Wahl für sehr laute Umgebungen (z. B. Drummer direkt am Kit, Stagehands beim Umbau) und insbesondere für Kinder, weil er schnell korrekt sitzt und nicht „im Ohr verschwinden“ kann. In vielen Fällen ist das die stressfreiere Lösung, gerade wenn Kinder sich bewegen, tanzen oder zwischendurch genervt sind.


Gehörschutz im Konzert und Proberaum: Konkrete Empfehlungen:

Im Folgenden ein paar praxistaugliche Optionen, die du (je nach Einsatz) gut kombinieren kannst:

Alpine MusicSafe Pro (für Musiker:innen & Technik – flexibel je nach Pegel)
Wenn du regelmäßig probst, spielst oder an FOH/Monitor arbeitest, ist ein wechselbares Filtersystem extrem sinnvoll. Der Alpine MusicSafe Pro kommt mit drei Filter-Sets (16/19/22 dB) und ist genau auf den „Ich muss noch richtig hören können“-Alltag ausgelegt – inklusive Zubehör wie Etui, Kordel und Reinigungsspray. Außerdem ist er laut Produktbeschreibung sofort lieferbar.

Alpine PartyPlug Pro (für Konzert/Festival – natürlicher Klang, weniger Pegel)
Für Besucher:innen, die Musik genießen wollen, ohne danach einen „Watte-Kopf“ zu haben, sind lineare Filter eine sehr gute Wahl. Der Alpine PartyPlug Pro ist genau dafür gedacht: Musik bleibt verständlich, aber die Lautstärke sinkt – und er ist laut Shopstatus sofort lieferbar.

Budget-/Backup-Lösung: Fame 20 dB Earplugs (immer in der Tasche haben)
Gerade im Touring- oder Venue-Alltag ist ein günstiges, zuverlässiges Backup Gold wert – im Rucksack, im Case, im Handschuhfach. Die Fame 20 dB Earplugs dämpfen um 20 dB, sind waschbar/wiederverwendbar und kommen mit Box für den Schlüsselbund. Laut Shopstatus sind sie verfügbar.

Dynamic Ear Earplugs 2.1 (zwei Modi – praktisch für wechselnde Situationen)
Wenn du zwischen „kurz an der Bühne“ und „länger im Publikumsbereich“ wechselst, ist ein umschaltbarer Dämpfungsmodus praktisch. Die Dynamic Ear Earplugs 2.1 bieten laut Produktinfo 18 dB (offen) bzw. 28 dB (geschlossen) und sind sofort verfügbar.

Für Kinder: lieber Kapsel – und bewusst ab 3 Jahren

Fame Kiddy Gehörschutz (Kinder ab 3 Jahren, bis zu -30 dB)
Wenn Kinder mit zur Veranstaltung kommen, ist ein Kapselgehörschutz meistens die entspannteste Lösung. Der Fame Kiddy ist laut Produktbeschreibung für Kinder ab drei Jahren geeignet und dämpft Außengeräusche bis zu 30 dB. Wichtig ist auch der deutliche Hinweis: unter drei Jahren nicht verwenden.
Und in der Kids-Kategorie wird er zudem als sofort lieferbar geführt.

Alpine Pluggies Kids (3–12 Jahre, 25 dB SNR – wenn das Kind Ohrstöpsel akzeptiert)
Für Kinder, die Ohrstöpsel gut tolerieren (und alt genug sind, sie nicht in den Mund zu nehmen), sind die Alpine Pluggies Kids eine Option. Sie sind für 3–12 Jahre ausgewiesen, dämpfen laut Produktinfo 25 dB (SNR) und sind „available immediately“.
Trotzdem gilt: Bei kleineren Kindern bleibt Kapselgehörschutz meist die sicherere Wahl – das deckt sich auch mit den AAP-Empfehlungen.

Fame SuperISO (Kinder & Erwachsene, bis zu -30 dB – für Proberaum/Backstage)
Wenn du etwas Robustes suchst, das auch bei Bewegung sicher sitzt, kann ein fester Kapselgehörschutz sinnvoll sein. Der Fame SuperISO ist laut Beschreibung für Kinder und Erwachsene gedacht und reduziert Umgebungsgeräusche bis zu 30 dB – außerdem ist er „available immediately“.


Praxis-Tipps, die in der Veranstaltungstechnik wirklich funktionieren

Wenn du das Maximum aus deinem Gehörschutz holen willst, zählt nicht nur das Produkt, sondern auch das Handling. Ein Filterstöpsel bringt wenig, wenn er locker sitzt. Nimm dir deshalb angewöhnt ein kurzes „Fit-Check“-Ritual an: einsetzen, leicht drehen, einmal sprechen – klingt die eigene Stimme übermäßig „innen“, sitzt er oft zu dicht; klingt alles fast unverändert, sitzt er meist zu locker. Im Zweifel helfen Kordel/Etui, damit du ihn nicht „nur heute“ weglässt.

Für Kinder gilt zusätzlich: Gehörschutz ist kein Freifahrtschein, direkt vor der PA zu stehen. Plane lieber einen Platz weiter hinten, und mach Pausen an ruhigeren Orten. Die AAP empfiehlt ohnehin, junge Kinder nicht in extrem laute Umgebungen mitzunehmen – und falls doch, dann konsequent mit Schutz.

Und ganz wichtig für alle, die regelmäßig arbeiten: Gehörschutz gehört in die Standardausrüstung wie Multitool oder Gaffa. Wer professionell mit Sound zu tun hat, schützt sein wichtigstes Messinstrument.


Gehörschutz im Konzert und Proberaum – Fazit: Gute Shows brauchen gute Ohren

Ob Proberaum, Club-Gig oder Festival: Lautstärke ist Teil der Musik – aber Hörschäden müssen es nicht sein. Wenn du dich (und deine Kinder) rechtzeitig schützt, gewinnst du nicht nur Gesundheit, sondern auch bessere Entscheidungen im Mix, mehr Konzentration und langfristig mehr Spaß an Musik. Als Faustregel: Wenn du Gehörschutz diskutierst, brauchst du ihn meistens schon.

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