Die 5 besten Mikrofone für Gitarren-Amps

Mikrofone für den Gitarrenverstärker

Die 5 besten Mikrofone zur Gitarrenamp-Abnahme live bei einem Gig

Die 5 besten Mikrofone für Gitarren-Amps (live): Wer live spielt, kennt das: Der eigene Sound steht im Proberaum, aber auf der Bühne klingt es plötzlich dünn, harsch oder verschwimmt im Bandmix. Häufig liegt das nicht an deinem Amp, sondern an der Abnahme. Ein gutes Instrumentenmikrofon ist die halbe Miete, die zweite Hälfte ist das Wie der Platzierung. In diesem Beitrag zeige ich dir fünf bewährte Mikrofone, die zuverlässig vom Club bis zum Festival funktionieren. Der Fokus liegt auf Praxis in einer Live-Situation, auf technischen Basics – und auf musikalischen Entscheidungen, die Anfängern und jungen Bands echten Mehrwert bringen.

Was macht ein Gitarren-Mikrofon live gut?

Ein Live-Mikro muss hohe Schalldruckpegel vertragen, Nebenschall von Drums und Monitoren gut ausblenden und auch dann stabil klingen, wenn es mal einen Rempler abbekommt. Dynamische Instrumentenmikrofone sind deshalb Standard. Sie liefern direkten, griff- und roadtauglichen Sound, haben ein kontrolliertes Off-Axis-Verhalten und benötigen keine Phantomspeisung. Wichtig ist außerdem ein Gehäusedesign, das dicht an den Speaker kommt und die Positionierung vereinfacht. Und ganz entscheidend: Ein Mikro mit charaktervoller Mittenabbildung, denn dort lebt die E-Gitarre im Bandgefüge.

1) Shure SM57-LCE – der zeitlose Referenzpunkt

Wenn du nur ein einziges Mikro kanntest, wäre es vermutlich das SM57. Es steht auf mehr Gitarrenboxen als jedes andere. Warum? Weil es griffige Mitten liefert, die sich im Mix durchsetzen, ohne zu kratzen – und weil es unabhängig von Stilrichtungen funktioniert. High-Gain-Riffs, Funk-Chops, Indie-Arpeggios: Das SM57 bildet Anschlag und Obertöne plastisch ab, bleibt aber im Hochton kontrolliert. Gerade Anfänger profitieren davon, denn du musst weniger am Pult „retten“. Stell es auf Höhe der Staubkappe-Kante (also da, wo die helle Mitte in den dunkleren Konus übergeht), leicht angewinkelt. So bekommst du Druck im Low-Mid-Bereich und Präsenz im oberen Mittenband, aber weniger „Fizz“.
Live-Vorteile: unverwüstlich, überall kompatibel, Ersatz immer aufzutreiben. Wenn dir später nach Veredeln ist, kannst du es hervorragend mit einem zweiten Mikro kombinieren, weil sein Klangbild so bekannt ist, dass FOH-Engineers sofort wissen, was sie bekommen.

2) Sennheiser e 609 Evolution silver – elegant, flach, zielsicher

Das e 609 ist das typische „vor den Amp hängen und spielen“-Mikro. Durch die flache Bauform kannst du es ohne Stativ direkt am Kabel vor die Bespannung legen. Für enge Bühnen und schnelle Changeovers ist das Gold wert. Klanglich liefert es fokussierte Mitten mit etwas breiterer Obertonzeichnung – oft minimal off-axis platziert klingt es gleichzeitig bissig und geschmeidig. Viele Gitarristen mögen am e 609, dass es besonders gleichmäßig abbildet, wenn du den Sweet-Spot über die Kante von Staubkappe zu Konus suchst.
Musikalisch interessant: Crunch-Sounds und moderne Cleans profitieren von der klaren Kontur. Und wer mit Two-Guitar-Setups unterwegs ist, erzielt mit e 609 auf Gitarre A und SM57 auf Gitarre B oft automatisch mehr Trennung im FOH-Mix, ohne am EQ zu drehen. Für Anfänger ist das ein super Weg, Live-Transparenz zu bekommen.

3) Audio-Technica ATM250 – dicke Low-Mids ohne Matsch

Das ATM250 ist eigentlich berühmt für Kickdrum und Bass-Instrumente. Genau deshalb kann es am Gitarrenamp das fehlende Puzzleteil sein: satter Grundton, straffes Low-End und ruhiger Hochton. Auf 4×12-Boxen, Drop-Tunings oder wenn der Amp eher schlank abgestimmt ist, macht das ATM250 Gitarren größer, ohne sie zu verschmieren. Positioniere es etwas weiter Richtung Konus und ein paar Zentimeter vom Grill weg. Dadurch fängt es den Körper des Sounds ein, der in kleinen Clubs sonst oft verlorengeht.
Im Bandkontext ist das ATM250 großartig, wenn Drums sehr „laut“ sind: Der Mikrofon-Sound klebt nicht am Beckenrauschen, sondern liefert eine kompakt-runde Rhythmusgitarre, die der Bass stützen kann. Mit einem High-Pass am Pult bei etwa 80–100 Hz bleibt alles sauber. Für junge Bands heißt das: Mehr Stabilität im Fundament, weniger Frequenzkampf.

4) Shure Nexadyne NXN5 Guitar – moderne Präzision für aktuelle Bühnen

Das NXN5 Guitar ist Shures Gitarrenmikro der neuen Generation. Es wurde für zeitgemäße Bühnenrealität entwickelt: dicht gedrängte Setups, In-Ear-Monitoring, viel Bühnenlautstärke – und trotzdem soll die Gitarre klar, fokussiert und feedbacksicher sein. In der Praxis liefert das NXN5 einen sehr aufgeräumten Mittenbereich mit kontrollierten Höhen, die Verzerrungstexturen detailliert abbilden, aber harsche Spitzen entschärfen. Gerade moderne Rock- und Metal-Sounds profitieren davon, weil Palm-Mutes knallen, ohne in den oberen Mitten zu brüllen.
Für Einsteiger angenehm: Das Mikro „nimmt dir Arbeit ab“, weil sein Off-Axis-Verhalten das Becken-Spill gut zügelt. Setz es zunächst klassisch an die Staubkappe-Kante, leicht seitlich gedreht. Wenn du mehr Attack willst, dreh minimal zur Mitte; für wärmere Farben geh weiter Richtung Konus. Dadurch lässt sich der Gain-Sound sehr feinfühlig formen – direkt am Mikro, noch bevor der EQ ins Spiel kommt.

5) Fame MS57 mkII – der budgetfreundliche Platzhirsch-Klang

Das MS57 mkII ist ein preislich extrem attraktiver Weg zum klassischen „57er-Charakter“. Es ist robust, liefert die erwartete griffige Mittenpräsenz und kommt mit jeder Pedalkette klar. Für Schülerbands, Proberaum-Setups, Jugendzentren oder Clubs mit knappen Budgets ist das MS57 mkII ein echter No-Brainer. Klanglich sitzt es im Bandmix da, wo E-Gitarre sitzen soll, und lässt sich am Mischpult sehr ähnlich bearbeiten wie sein prominentes Vorbild.
Ein pragmatischer Tipp: Investiere lieber in ein stabiles Stativ mit Galgen plus MS57 mkII als in ein teures Mikro ohne gutes Stativ. Eine verlässliche Position hält deinen Sweet-Spot im ganzen Set, und das bringt am Ende mehr Soundqualität als der letzte Prozentpunkt Capsule-Magie.

Platzierung: kleine Moves, große Wirkung

Dein Mikro ist nur so gut wie seine Position. Merke dir drei einfache Szenarien, die du auch unter Zeitdruck abrufen kannst:

Sweet-Spot-Standard: Zeige auf die Kante zwischen Staubkappe und Konus, 1–3 cm Abstand, leicht angewinkelt. Das erzeugt eine balancierte Mischung aus Attack und Wärme. Es ist der schnellste Weg zu einem brauchbaren Live-Sound.

Mehr Biss ohne Sägen: Dreh ein wenig zur Staubkappe, aber nicht voll drauf. So bekommst du mehr Präsenz für Soli oder dicht arrangierte Parts, ohne dass der Ton schneidend wird. Besonders SM57-LCE und NXN5 Guitar reagieren hier „musikalisch“.

Mehr Körper ohne Mumpf: Wandere zum Konus und zieh das Mikro minimal zurück. Das stärkt die unteren Mitten, ohne das Low-End aufzublähen. Beim ATM250 ist dieses Rezept oft die Geheimwaffe für druckvolle Rhythmuswände.

Wichtig: Hör immer in den Kanal, nicht nur vor dem Amp. Was solo fett wirkt, kann im Mix zu viel sein. Vertraue auf den FOH-Engineer, aber lerne auch selbst, was kleine Winkel-Änderungen bewirken. Eine Viertel Drehung am Mikro bringt oft mehr als ein radikaler EQ-Eingriff.

Ein-Mikro vs. Zwei-Mikro-Setup

Für Anfänger und schnelle Umbauten empfehle ich ein Mikro. Es ist sicher, reproduzierbar und reduziert Phasenrisiken. Willst du mehr Tiefe, kannst du jedoch mit einem zweiten Mikro arbeiten: etwa e 609 für Präsenz plus ATM250 für Körper. Achte darauf, dass die Laufzeiten stimmen: Höre am Pult beide Signale mono und drehe an der Position, bis Attack nicht hohl klingt. Erst wenn es „zuschnappt“, mischst du in Stereo oder gibst dem FOH beide Spuren. Auch eine klassische Kombi aus SM57-LCE und MS57 mkII auf zwei Speakern derselben Box kann funktionieren, um unterschiedliche Texturen zu mischen, ohne sich im EQ zu verbeißen.

EQ, Pegel und Nebenschauplätze

Setze im Live-Kontext minimalistische, aber wirksame Schritte:

Ein High-Pass bei 80–100 Hz hält Trittschall und Bass-„Übersprechen“ fern. Ein sanfter Low-Pass zwischen 8–10 kHz nimmt Zischeln aus High-Gain-Sounds. Schneidet etwas im Bereich um 3–4 kHz scharf ins Ohr, such dort eine schmale Absenkung – aber übertreibe es nicht, denn hier wohnt auch die Durchsetzungskraft. Gain-Strukturen im Rig so einstellen, dass das Mikro nicht permanent die Obertöne „sägt“. Viele Amps klingen eine Nuance leiser und offener besser; das Mikro bringt die Energie schon in den Mix.

Genres und Mikro-Matches

Für Rock und Punk brauchst du griffige Mitten und Stabilität. SM57-LCE oder MS57 mkII liefern „Plug-and-Play“. Für Indie und Pop eignet sich das e 609 hervorragend, weil es Kontur und Offenheit verbindet. Metal und Modern Rock profitieren oft vom NXN5 Guitar wegen der kontrollierten Aggressivität; es bleibt klar, wenn die Bühne laut ist. Stoner, Doom oder tiefe Tunings? Probier das ATM250: mehr Körper, weniger schneidende Höhen, ein Gefühl von „größerem Lautsprecher“ – und im Mix trotzdem präzise.

Kleine Live-Tricks, die großen Stress ersparen

Pack dir ein kurzes Patch-Kabel als „Gewicht“ für das e 609 ein, wenn du ohne Stativ abhängen willst. Markiere am Boxengitter mit einem dezentes Tape-Pünktchen deinen Sweet-Spot. Ein rechtwinkliger XLR-Stecker schafft Platz, wenn das Stativ nahe an den Drums steht. Und ganz wichtig: Kenne einen Plan B. Fällt dir kurz vor Show ein Mikro aus, springt das MS57 mkII zuverlässig ein – und jeder FOH kommt damit zurecht.

Fazit: Die 5 besten Mikrofone für Gitarren-Amps – Fünf sichere Wege zum guten Live-Gitarrensound

Mit Shure SM57-LCE, Sennheiser e 609 Evolution silver, Audio-Technica ATM250, Shure Nexadyne NXN5 Guitar und Fame MS57 mkII deckst du so gut wie jede Live-Situation ab. Sie unterscheiden sich nicht in „besser“ oder „schlechter“, sondern in Farbton, Handling und Off-Axis-Verhalten. Nimm das Mikro, das zu deiner Musik und zur Bühne passt – und lerne zwei, drei Positionen auswendig. Dann klingst du vom ersten Ton an professionell, und dein FOH kann sich aufs Feintuning konzentrieren.

Wenn du die Mikros testest, bring am besten deine Gitarre und ein vertrautes Pedal mit. So hörst du schnell, welches Modell zu deinem Spielgefühl passt. Und denk daran: Das Publikum hört das, was vor dem Mikro passiert – nicht das, was einen Meter daneben gut klingt. Wer die Abnahme im Griff hat, spielt entspannter, klingt konstanter und bleibt im Gedächtnis. Genau darum geht’s bei jedem Gig.


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