Mikrofon hygienisch desinfizieren

Mikrofon säubern

Mikrofon hygienisch desinfizieren: Praxis-Guide für Bühne, Proberaum und Verleih

Ein Mikrofon ist auf der Bühne ein „Shared Device“: Sänger, Moderation, Gastmusiker, Chor, Speaker – oft wechseln in wenigen Minuten mehrere Personen dasselbe Handmikrofon. Genau das ist hygienisch heikel. Denn Mikrofonkörbe, Windschutze und Griffe werden nah am Mund genutzt, kommen mit Speichel-Aerosolen in Kontakt und wandern anschließend direkt zur nächsten Person oder zurück in den Case. Das Ergebnis kennen viele Techniker: unangenehme Gerüche, sichtbare Rückstände – und im schlimmsten Fall ein mulmiges Gefühl bei Crew und Artists.

In diesem Beitrag geht es um einen praxistauglichen Ansatz, wie du Mikrofone im Live-Alltag hygienisch behandelst, Keimlast reduzierst und dabei Materialschäden und Zeitverlust vermeidest.


Warum Mikrofonhygiene in der Veranstaltungstechnik ein echtes Thema ist

In der Theorie ist Hygiene „einfach“. In der Praxis ist sie ein Changeover-Problem:

  • Zeitdruck: Umbauphasen sind knapp, besonders bei Festivals, Stadtfesten und Corporate-Events.
  • Hohe Taktung: Ein Mikro wird binnen Minuten von Person A zu Person B gereicht.
  • Komplexe Oberflächen: Mikrofonkorb + Schaumstoff sind nicht glatt, sondern porös und schwer vollständig zu reinigen.
  • Technik-Sensibilität: Zu viel Flüssigkeit, falsche Chemie oder falsche Anwendung kann Kapsel, Korb, Lack und Elektronik schädigen.

Hinzu kommt: UV-C wird in vielen Kontexten als wirksame Methode zur Inaktivierung von Mikroorganismen beschrieben und zunehmend als „No-Touch“-Option genutzt.


Die typischen Hygienefallen bei Handmikrofonen

1) Mikrofonkorb & Schaumstoff-Windschutz

Der Korb ist die „Hauptkontaktzone“ (Aerosole, Lippenkontakt, Make-up). Schaumstoffe können Gerüche aufnehmen und sind besonders schwierig schnell zu desinfizieren, ohne sie zu durchnässen.

2) Griffbereiche

Griffe werden ständig angefasst, weitergereicht und landen später wieder in Koffern oder Mikrotaschen. Das ist der Klassiker für „Crew-zu-Crew“-Übertragung über Hände und Oberflächen.

3) Funk-Handsender

Bei Wireless kommt die Elektronik-Sensibilität hinzu: Sprays, die in Spalten laufen, sind riskant. Außerdem sind Handsender oft öfter im Umlauf als kabelgebundene Mikros, weil sie „schnell“ sind.


Grundprinzip: Hygiene-Workflow statt Einmal-Aktion

Wenn du „Mikrofon hygienisch desinfizieren“ ernsthaft in den Ablauf bringen willst, hilft eine klare Logik:

  1. Kontakt reduzieren (organisatorisch)
  2. Kontamination begrenzen (Schutzbarrieren)
  3. Reinigung standardisieren (schnelle Routine)
  4. Desinfektion ohne Materialstress (wenn möglich: kontaktarm und flüssigkeitsfrei)

Sofortmaßnahmen, die auf jeder Bühne funktionieren

A) Personalisierung, wo immer es geht

  • Farbmarkierung/Labeling für feste Sänger:innen oder Moderation
  • Eigene Windschutze pro Act (idealerweise: mit Namen/Color-Code)
  • Bei Chören/Panel-Talks: lieber mehrere Mikros parallel, statt „das eine“

Das reduziert Wechsel – und damit das Risiko – drastisch.

B) Windschutz-Strategie

  • Schaumstoffe als Verbrauchsteil denken: Lieber mehrere günstige Windschutze vorhalten und rotieren.

  • Alternativ: Einweg-Mikrofonüberzüge (akustisch nicht immer ideal, aber hygienisch schnell).
    Tipp aus der Praxis: Vor dem Gig kurz testen, wie stark Höhen/Plosive beeinflusst werden, und ggf. EQ-Preset bereithalten.

C) Griffreinigung zwischen Slots

Für den Griff sind alkoholbasierte Tücher (nicht tropfend) in der Regel praktikabler als Sprays: schnell, kontrolliert, wenig Risiko fürs Innenleben. Wichtig: nicht in den Korb sprühen, nicht in Schalter/Spalten „fluten“.


Desinfektion: Flüssig, Spray, UV – was ist in der Praxis sinnvoll?

Flüssigreinigung/Sprays

Vorteile: schnell verfügbar, günstig.
Nachteile: Feuchtigkeit kann in den Korb gelangen; manche Mittel hinterlassen Geruch oder greifen Materialien an; bei Funkmikros ist das Risiko größer.

UV-C als „No-Touch“-Ansatz

UV-C (200–280 nm) wird als keimtötend beschrieben, weil es DNA/RNA-Strukturen beeinflusst und Mikroorganismen so inaktivieren kann.
Für Mikrofone ist das interessant, weil du ohne Flüssigkeit arbeitest. In Studien/Publikationen wird die Desinfektion von Mikrofonen mittels UV-C explizit untersucht, u. a. wegen der schwierigen Geometrie (Korb, Materialmix).

Wichtig für die Erwartungshaltung:

  • UV-C wirkt nur dort, wo Strahlung auch hinkommt (Schatten/Abdeckung reduzieren die Wirkung).
  • UV-C ersetzt keine grundlegende Organisation (Rotationsmikros, Windschutzmanagement), sondern ergänzt sie.

Der 5-Minuten-Bühnen-Workflow (realistisch für Verleih & Livebetrieb)

Ziel: Wechselmikros hygienisch behandeln, ohne den Showablauf zu sprengen.

Vorbereitung (Backstage/FOH-Kiste):

  • Alkoholtücher (grifffreundlich, fusselfrei)
  • Ersatz-Windschutze (farbcodiert)
  • Optional: UV-C-Sterilisationslösung für Körbe
  • Handschuhe für Crew (wenn sinnvoll im Setting)
  • „Dirty/Ready“-Zonen: klare Trennung im Case oder auf dem Tisch

Während des Changeovers:

  1. Mikro zurück → in Dirty-Zone
  2. Windschutz ab → in Beutel (Waschkorb) oder entsorgen
  3. Griff abwischen (kontrolliert, nicht tropfen)
  4. Korb desinfizieren (je nach Setup)
  5. Mikro in Ready-Zone / zurück auf Ständer

Nach der Show:

  • Gründliche Reinigung/Rotation der Windschutze
  • Case-Innenflächen nicht vergessen (die sammeln über Monate alles ein)
  • Sichtprüfung (Korb, Gewinde, Schalter)

Sicherheitshinweis (kurz, aber wichtig)

Wenn du UV-C nutzt: UV-C-Strahlung kann für Augen/Haut schädlich sein. Geräte immer gemäß Herstellerangaben betreiben und so einsetzen, dass niemand direkt exponiert wird.


Produktempfehlung zum Schluss: Micker Pro Mikrofon-Sterilisator UVS-01

Wenn du eine flüssigkeitsfreie, schnelle und mobile Lösung suchst, ist der Micker Pro Mikrofon-Sterilisator UVS-01 eine sehr praxisnahe Ergänzung zum oben beschriebenen Workflow.

Warum er im Live-Kontext überzeugt:

  • UV-Desinfektion direkt am Mikrofonkorb: Das Gerät wird über den Korb gestülpt und aktiviert.
  • Akkubetrieb = mobil: hilfreich für Bühne, FOH-Position, Verleih-Theke oder Touring-Case.
  • Herstellerangabe zur Keimreduktion: Laut Produktbeschreibung werden Bakterien und Viren „bis zu 99,9%“ eliminiert und Gerüche gemildert.
  • Kurze Behandlungszeit: In Händler-/Produktinformationen wird ein Reinigungszyklus von etwa 5 Minuten genannt.

Mikrofon hygienisch desinfizieren – Fazit: Für alle Situationen, in denen Mikrofone häufig wechseln (Open Mic, Festival, Club-Abend, Corporate, Verleihpool), ist der UVS-01 eine saubere, workflow-freundliche Ergänzung zu Windschutz-Rotation und Griffreinigung – insbesondere dann, wenn du Flüssigkeit am Korb vermeiden willst.


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