AKG D112 MK II Test: Kickdrum-Punch für Live & Bühne

Dynamisches Mikrofon für bassdrum Kick AKG D112 MK2

AKG D112 Test: Wenn ich bei einer Live-Produktion die Bassdrum nach vorne bringen will, brauche ich ein Mikrofon, das Druck, Definition und Zuverlässigkeit liefert – und zwar ohne ständiges Nachregeln. Genau dafür ist das AKG D112 MK II seit Jahren gesetzt: ein dynamisches Bassdrum-Großmembranmikrofon mit Nierencharakteristik, flexiblem Gelenk und robuster Metallhalterung.

In diesem Testbericht schaue ich aus der Perspektive der Veranstaltungstechnik darauf, wie sich das D112 MK II im (typischen) Live-Alltag schlägt – also mit Blick auf Aufbauzeit, Positionierung, Übersprechen, Durchsetzung im Mix und Stressresistenz.


AKG D112 Test – Kurzfazit vorab

Ich bekomme mit dem AKG D112 MK II sehr schnell einen fertigen Kick-Sound: untenrum stabil, obenrum präsent, und trotzdem angenehm kontrollierbar. Außerdem ist die Ausrichtung dank Gelenk in der Praxis spürbar unkomplizierter – gerade dann, wenn es auf einer dunklen Bühne schnell gehen muss.


Was ist das AKG D112 MK II genau?

Das D112 MKII ist ein dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik und wurde ausdrücklich für Bassinstrumente entwickelt. Laut Quick-User-Guide reicht der Frequenzgang bis 20 Hz hinunter und das Mikrofon ist dabei „overload-proof“, also sehr unempfindlich gegenüber Übersteuerung. Praktisch ist zudem: Die Einsprechseite ist über einen grünen Stoßring markiert, und Schall von der Seite bzw. von hinten wird deutlich unterdrückt.

Für mich heißt das im FOH-Alltag: weniger Rätselraten beim Ausrichten und – je nach Bühne – ein besserer Startpunkt gegen Übersprechen von Snare, Toms oder Sidefills.


Verarbeitung & Handling: gemacht für den rauen Bühneneinsatz

Was mir beim D112 MK II wichtig ist: Es wirkt wie ein Werkzeug, nicht wie ein empfindliches Studio-Schmuckstück. Die Halterung aus Metall passt zum Job, denn im Live-Betrieb passiert nun mal alles: schnelle Umbauten, enge Riser, Cases, Handschuhe – und manchmal auch der berühmte „Stativ-Gegnerkontakt“.

Das flexible Gelenk ist dabei mehr als ein Komfort-Feature. Ich kann das Mikro ohne Stativadapter-Gefrickel sauber in Position bringen, und zwar so, dass es auch bei Vibrationen und versehentlichen Remplern nicht sofort „wegwandert“.


Sound im Live-Mix: Punch, Fundament und Durchsetzung

Beim Kick-Sound will ich in der Veranstaltungstechnik meistens zwei Dinge gleichzeitig:

  1. Fundament unter 100 Hz, damit die Kick die PA „anschiebt“
  2. Attack/Click, damit sie sich in lauten Bühnen-Setups durchsetzt

Genau diese Richtung spielt das D112 MK II von Haus aus: Die Großmembran-Kapsel verarbeitet sehr hohe Pegel sauber, und der Bassresonanzkörper sorgt für einen kräftigen, druckvollen Grundton. Gleichzeitig gibt es eine Präsenzbetonung, die im Bandmix den nötigen „Punch“ nach vorne bringt – oft sogar so, dass ich am Pult weniger EQ „nachschieben“ muss.

Meine Erfahrung im Test-Setup:

  • Ich musste deutlich weniger boosten, um die Kick im Rock/Pop-Mix hörbar zu machen.
  • Außerdem fand ich das Low-End kontrolliert, also nicht „wummerig“, solange das Mikro sinnvoll positioniert war.
  • Und: Mit einem Gate lässt sich das D112 sehr gut bändigen, weil der Grundsound schon in die richtige Richtung geht.

Positionierung an der Bassdrum: so nutze ich die D112-MKII-Logik

Gerade live entscheidet die Position oft mehr als der EQ. Im Quick-Guide gibt AKG sehr praxisnahe Abstände/Positionen an, die ich im Test als schnelle Startpunkte genutzt habe:

  • 3–10 cm: „Punchy attack“ und maximaler Bassanteil
  • 10–30 cm: ausgewogener, „balanced“ Sound
  • 10–20 cm: reduzierter Attack
  • 5–8 cm: wärmer/runder („mellow“)

Wie ich das live übersetze:

  • Wenn ich moderne Kick mit Klick brauche, gehe ich tendenziell näher ran (3–10 cm) und ziele eher Richtung Beater-Zone – allerdings so, dass die Luft nicht direkt „draufpustet“.
  • Wenn der Drummer einen natürlicheren Sound will (z. B. Singer-Songwriter, Jazz-Pop), fahre ich lieber etwas zurück (10–30 cm), denn dadurch wirkt der Ton runder und weniger aggressiv.

Technische Daten (für Stage- & Patch-Planung)

Für die Veranstaltungsroutine sind ein paar Daten besonders relevant, weil sie sofort sagen, ob das Mikro „stressfrei“ ist:

  • Richtcharakteristik: Niere
  • Frequenzgang: 20 Hz bis 17 kHz
  • Grenzschalldruck: > 160 dB SPL (0,5 % THD)
  • Impedanz: ≤ 200 Ohm, empfohlene Last ≥ 600 Ohm
  • Anschluss: 3-pol XLR, Pin 2 hot
  • Gewicht: 455 g

Ich mag vor allem den extrem hohen maximalen SPL, denn dadurch bleibt die Kick auch bei sehr lauten Setups sauber – und ich muss weniger Angst haben, dass das Mikro „zumacht“, wenn der Drummer wirklich tritt.


AKG D112 Test – Einsatz auch außerhalb der Kick: Bassamp & Bläser

Ich sehe das D112 MK II nicht nur als Bassdrum-Mikro. Ich habe es im Test auch für E-Bass (Amp/Box) als sehr brauchbar erlebt, weil es untenrum stabil bleibt und trotzdem genug Definition liefert. Außerdem wird es häufig für Posaune/Low-Brass genannt, weil die Dynamik-Kapsel mit hohen Pegeln gelassen umgeht.


Pro & Contra aus meiner Sicht

Pluspunkte

  • Sehr schneller Weg zu Kick-Punch im Live-Mix
  • Hoher Grenzschalldruck – bleibt auch bei lauter Bühne stabil
  • Grüne Markierung hilft beim schnellen Ausrichten auf dunkler Bühne
  • Sinnvolle Startpunkte für Positionierung direkt aus dem Guide
  • Robustes Konzept: Metallhalterung + Gelenk (sehr bühnentauglich)

Minuspunkte

  • Wer extrem „HiFi“-neutralen Kick-Sound sucht, muss ggf. stärker mit Position/EQ arbeiten, weil das Mikro tonal klar Richtung Kick-Standard „vorgeformt“ ist.
  • Durch Größe/Gewicht kann es bei sehr engen Bassdrum-Ports etwas fummelig werden (ist lösbar, aber man merkt es).

Mein Fazit: Lohnt sich das AKG D112 MK II?

Wenn ich für Live und Bühne ein verlässliches Kickdrum-Mikro brauche, das ohne Drama funktioniert, dann ist das AKG D112 MK II für mich eine sehr sichere Wahl. Ich bekomme schnell einen druckvollen, durchsetzungsfähigen Sound, und dank Gelenk + Metallhalterung passt es sauber in den hektischen Veranstaltungstechnik-Alltag.

Kurz gesagt: Ich würde es jedem empfehlen, der eine Bassdrum (oder Bass-Quellen) routiniert und reproduzierbar abnehmen will – und zwar mit dem typischen „fertigen“ D112-Charakter.

Herstellerlink: D112 MKII | Professionelle Dynamik Basstrommel-Mikrofon


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AKG D112 MK II Dynamisches Mikrofon

 

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