Deezer geht gegen KI-Songs vor

Deezer geht gegen KI-Musik vor

Deezer vs. KI-Songs: Warum „Streaming-Betrug“ plötzlich ein Band-Thema ist – und was du jetzt tun solltest

1) Was Deezer am 29. Januar 2026 bestätigt hat – in Zahlen, die wehtun

Deezer meldet, dass KI-generierte Musik in Massen auf Streaming-Plattformen drückt: Im Januar 2026 kamen im Schnitt rund 60.000 vollständig KI-generierte Tracks pro Tag rein – das entspricht etwa 39% der täglichen Uploads. Außerdem wurden über 13,4 Mio. KI-Tracks im Jahr 2025 erkannt und getaggt.

Entscheidend ist aber der nächste Punkt: Deezer sagt, bis zu 85% der Streams auf vollständig KI-generierter Musik seien 2025 betrügerisch gewesen (je nach Monat). Diese Streams werden demonetarisiert und aus dem Royalty-Pool entfernt, damit echte Artists und Songwriter nicht dafür zahlen.

Und: Deezer entfernt vollständig KI-generierte Songs aus algorithmischen Empfehlungen und nimmt sie nicht in Editorial-Playlists auf – also weniger Reichweite durch Autoplay/Recommendation-Schleifen.

Deezer zieht nach einem Jahr Bilanz. Bild: Deezer
Deezer zieht nach einem Jahr Bilanz. Bild: Deezer

2) Warum das Bands betrifft – obwohl ihr „eigentlich nur live spielen“ wollt

Viele Bands denken: „Streaming ist nett, aber unser Ding sind Proben, Shows, Recording.“ Genau deshalb ist das Thema so tückisch, denn Streaming-Zahlen wirken heute wie eine Visitenkarte:

  • Booking & Festivals: Veranstalter schauen auf Reichweite, Wachstum und „Buzz“. Wenn Plattformen aggressiver gegen Fraud filtern, ändern sich die Signale, die Entscheider sehen.
  • Promo & PR: Presse/Blogs/Playlister reagieren sensibel auf „komische“ Peaks. Wenn eure Zahlen unplausibel wirken, sinkt die Chance auf Unterstützung – selbst wenn ihr nichts falsch gemacht habt.
  • Recording & Releases: Wenn KI-Content die Plattformen flutet, wird Aufmerksamkeit knapper. Umso wichtiger wird, dass eure Releases klar zuordenbar sind – und dass eure Story „echt“ wirkt.

Deezer selbst begründet das mit einem Transparenz- und Fairness-Ansatz: KI-Musik sei teils kaum noch von menschlicher Produktion zu unterscheiden, deshalb brauche es klare Kennzeichnung und Schutz der Rechte von Artists.


3) Der Industry-Shift: Plattformen ziehen die Regeln an

Deezer ist nicht allein. Zwei Beispiele, die du als Band kennen solltest:

  • Bandcamp hat im Januar 2026 eine Policy kommuniziert, nach der Musik/Audio, die „vollständig oder zu wesentlichen Teilen“ KI-generiert ist, nicht erlaubt ist.
  • Spotify kündigte 2025 an, einen Branchenstandard für KI-Offenlegung in Credits (DDEX) mitzuentwickeln und zu unterstützen, damit transparent wird, wo und wie KI bei einem Track eingesetzt wurde (z.B. Vocals, Instrumente, Post).

Unterm Strich: Transparenz wird zu Metadaten-Disziplin. Und Metadaten sind ab jetzt nicht nur „Distributor-Kram“, sondern Teil eurer Band-Strategie.


4) Was das fürs Recording bedeutet: „Human Proof“ als neues Qualitätsmerkmal

Wenn KI-Content wächst, gewinnt ein altes Band-Pfund wieder massiv an Wert: nachvollziehbare Authentizität. Nicht als „Anti-KI-Religion“, sondern als Vertrauenssignal.

Konkrete Recording-Ideen, die gleichzeitig Content liefern:

  1. Session-Doku statt Hochglanz: Kurze Clips aus Tracking-Tagen (Drums, Bass, Vocals) – weil man dabei nicht nur Sound, sondern Handwerk sieht.

  2. Alt-Takes & Breakdowns: Zeig 15 Sekunden „vorher/nachher“ (z.B. Gitarren-Doppelung, Vocal-Harmonies), denn das beweist Prozess.

  3. Credits sauber pflegen: Musiker, Studio, Mixing, Mastering, Songwriting – je vollständiger, desto besser für Vertrauen und Auffindbarkeit.

  4. KI bewusst deklarieren (falls genutzt): Wenn ihr KI-Tools für kleine Teilprozesse nutzt (z.B. Rauschminderung, Stem-Separation, Ideen-Skizzen), dann ist kontextualisierte Transparenz oft klüger als Schweigen – zumal Plattformen daran arbeiten, KI-Anteile in Credits abbildbar zu machen.


5) Was das für Auftritte bedeutet: Live ist euer „Anti-Fraud“-Asset

Je mehr „synthetische Masse“ im Netz unterwegs ist, desto stärker wird Live zum Echtheits- und Bindungsbeweis.

So nutzt du das praktisch – ohne Marketing-Geschwurbel:

  • QR-Code am Merch-Tisch → Mailingliste/WhatsApp-Channel/Instagram Broadcast. Dadurch wird aus einem Gig ein wiederholbarer Kontakt.
  • Live-Only Content: Eine Nummer pro Set als „One-Take“-Mitschnitt (auch Handy-Audio reicht, wenn die Energie stimmt).
  • Ticket-/Merch-Bundles: Wer nach dem Konzert ein Shirt kauft, ist kein Bot. Das ist banal, aber wirtschaftlich stabil.
  • EPK mit Live-Fokus: 2–3 starke Live-Fotos + ein 30–60 Sekunden Live-Clip + klare Eckdaten. Veranstalter buchen Sicherheit, und Sicherheit ist oft: „Die liefern.“

6) Anti-Fraud für Bands: Wie du nicht „aus Versehen“ verdächtig wirkst

Deezer sagt offen, dass Fraud der Haupttreiber hinter vielen KI-Uploads ist – und dass betrügerische Streams konsequent demonetarisiert werden.
Das färbt auf die gesamte Szene ab, weil Plattformen sensibler werden.

Red Flags, die du vermeiden solltest (auch bei Promo-Agenturen!):

  • „Wir garantieren Streams/Playlist-Platzierungen“ (Garantien sind fast immer unseriös).
  • Plötzliche Peaks aus Ländern/Quellen, die nicht zu eurer Fanbase passen.
  • Kampagnen ohne nachvollziehbares Targeting (keine Ads-Transparenz, keine Reports).

Besser:

  • Wachstumsziele über echte Kanäle (Shows, Social, Ads, Collabs).
  • Distributor/Label sauber briefen: korrekte Artist-IDs, keine Doppelprofile, keine Re-Uploads ohne Not.
  • Regelmäßig checken: Künstlerprofile, Releases, „ähnliche Artists“ (Impersonation-Risiko steigt branchenweit).

7) Warum das wirtschaftlich „größer“ ist als ein Deezer-Problem

Eine CISAC/PMP-Strategy-Studie beziffert, dass unter aktuellen Bedingungen bis 2028 24% der Musik-Creator-Erlöse gefährdet sein könnten; für 2028 wird ein jährlicher Verlust von €4 Mrd. genannt.
Ob jede Prognose so eintritt, ist offen – aber die Richtung ist eindeutig: Der Kampf um faire Vergütung und Sichtbarkeit wird härter.


8) Kurz-Checkliste 2026: Band/Auftritte/Recording – was du diese Woche anstoßen kannst

  • Credits & Metadaten pro Track vervollständigen (Songwriting, Musiker, Studio, Mixing/Mastering).

  • Live-Funnel bauen: QR → Mailingliste → Release-Kommunikation.

  • Recording-Content planen: 5 kleine Clips pro Song entstehen lassen (statt 1 großer Trailer).

  • Profile sichern: Artist-Seiten prüfen, Doppelungen melden, „Fake-Releases“ im Blick behalten.

  • Promo-Risiken streichen: Keine „Stream-Garantien“, keine dubiosen Playlist-Deals.


Deezer und der Umgang mit KI-Songs – Fazit

Deezer macht mit harten Zahlen sichtbar, was viele nur gefühlt haben: KI-Uploads explodieren, und Fraud ist ein massives Motiv dahinter – deshalb werden betrügerische Streams demonetarisiert und aus dem Royalty-Pool genommen.
Für Bands heißt das nicht „Panik“, sondern: Prozess zeigen, Metadaten ernst nehmen, Live als Trust-Motor nutzen. Denn genau diese Kombination ist schwer zu faken – und genau deshalb wird sie wertvoller.

Quelle: How to Detect AI Music: Deezer Sells Its Detection Tool

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