FAME TOUR 1 Test: Portable Bluetooth-PA für Musiker, Straßenmusik und kleine Events

FAME Tour 1 portable Bluetooth Akku-PA mit Mixer, Farbdisplay und Mikrofon- und Instrumenteneingängen

Portable Lautsprecher gibt es inzwischen in nahezu jeder Größe. Doch sobald neben Bluetooth-Musik auch ein Mikrofon, eine Gitarre oder ein anderes Instrument angeschlossen werden soll, reicht eine klassische Bluetooth-Box schnell nicht mehr aus. Genau an dieser Stelle setzt der FAME Tour 1 an. Die kompakte Akku-PA verbindet einen 6,5-Zoll-Koaxiallautsprecher mit einem kleinen Drei-Kanal-Mixer, Bluetooth 5.3, Effekten, USB-Recording und verschiedenen Anschlussmöglichkeiten.

Damit richtet sich der Lautsprecher nicht nur an Nutzer, die unterwegs Musik hören möchten. Vielmehr eignet er sich beispielsweise für Straßenmusiker, kleinere akustische Auftritte, Moderationen, Präsentationen, Proben oder die musikalische Beschallung einer kleinen Feier.

Ich habe mir deshalb im FAME Tour 1 Test vor allem angesehen, wie unkompliziert sich die kompakte PA im Alltag bedienen lässt. Außerdem wollte ich wissen, wie gut Bluetooth funktioniert, wie sinnvoll die drei Kanäle aufgebaut sind und ob das Gehäuse tatsächlich so mobil ist, wie es das Konzept verspricht.

Die Bedienungsanleitung beschreibt das System als akkubetriebene PA für Sprache, Gesang, Instrumente und Audiowiedergabe. Neben den beiden Mikrofon-/Instrumenteneingängen gibt es einen separaten Wiedergabekanal für AUX und Bluetooth sowie integrierte Effekte, USB-Wiedergabe und USB-Aufnahme.

FAME Tour 1: Zwischen Bluetooth-Lautsprecher und kleiner PA-Anlage

Bereits das grundsätzliche Konzept gefällt mir. Der FAME Tour 1 versucht nämlich nicht, lediglich eine besonders laute Bluetooth-Box zu sein. Stattdessen steckt im kompakten Gehäuse im Grunde eine kleine All-in-one-PA.

Das Lautsprechersystem besteht aus einem 6,5-Zoll-Woofer und einem 1-Zoll-Kompressionstreiber. Für den Tiefton stehen 50 Watt RMS zur Verfügung, während der Hochtonbereich mit 17 Watt RMS versorgt wird. Hinzu kommen Bluetooth 5.3 und TWS. Über TWS lassen sich zwei kompatible Systeme drahtlos miteinander verbinden.

Das ist vor allem deshalb interessant, weil der FAME Tour 1 dadurch mit den Anforderungen wachsen kann. Für einen einzelnen Singer-Songwriter reicht beispielsweise ein Lautsprecher. Werden später zwei Geräte verwendet, kann dagegen eine größere Fläche beziehungsweise ein Stereo-Setup aufgebaut werden.

Technische Daten des FAME Tour 1

Die wichtigsten technischen Merkmale im Überblick:

  • Bauart: portable, akkubetriebene PA
  • Lautsprechersystem: 6,5″-Koaxialsystem
  • Tieftöner: 6,5″
  • Hochtöner: 1″-Kompressionstreiber
  • Leistung Tiefton: 50 Watt RMS
  • Leistung Hochton: 17 Watt RMS
  • maximaler Schalldruckpegel: 115 dB
  • Kanäle: 3
  • Kanal 1 und 2: XLR-/6,35-mm-Kombibuchsen
  • MIC/INST-Umschaltung für Kanal 1 und 2
  • Kanal 3: Bluetooth/AUX/USB-Zuspielung
  • Bluetooth: 5.3
  • TWS-Funktion
  • AUX: 3,5 mm und 6,35 mm
  • 3-Band-EQ
  • Effekte: Reverb, Delay, Chorus und Flanger
  • USB-A für Wiedergabe, Recording und Ladefunktion
  • USB-C-Ladeausgang
  • Line-Out: 6,35 mm
  • Kopfhörerausgang: 3,5 mm
  • Farbdisplay: 1,77 Zoll
  • Akku: Lithium-Ionen, 14,6 V / 75,92 Wh
  • Akkulaufzeit: bis zu 12 Stunden bei 50 Prozent Lautstärke
  • Stromversorgung: 100–240 Volt
  • Abmessungen: 246 × 280 × 332 mm

Die Anschlussausstattung sowie Lautsprecher-, Verstärker-, Akku- und Gehäusedaten werden auch in der technischen Dokumentation aufgeführt.

Gehäuse und Verarbeitung im FAME Tour 1 Test

Beim ersten Kontakt hinterlässt das Gehäuse bei mir einen zweckmäßigen und durchdachten Eindruck. Besonders gefallen hat mir, dass der Lautsprecher nicht auf eine einzige Aufstellposition festgelegt ist.

FAME Tour 1 portabler Bluetooth-Lautsprecher mit gepolstertem FAME Schutzcover
FAME Tour 1 mit gepolstertem Schutzcover für den sicheren Transport der portablen Akku-PA.

Aufrecht als klassischer Lautsprecher

Für die normale Musikwiedergabe lässt sich der FAME Tour 1 hochkant aufstellen. Unterhalb des Gehäuses sorgt eine Gummierung für einen sicheren Stand. Gerade bei einer mobilen PA halte ich dieses unscheinbare Detail für wichtig, denn ein leichter Lautsprecher sollte auf glatten Böden nicht bei jeder Berührung verrutschen.

In dieser Position funktioniert der FAME Tour 1 beispielsweise gut als Lautsprecher für Hintergrundmusik, Präsentationen oder kleinere Partys.

Angewinkelt als Bodenmonitor

Noch interessanter finde ich die Möglichkeit, das Gehäuse angewinkelt aufzustellen. Dadurch wird aus der mobilen PA mit wenigen Handgriffen ein kompakter Bodenmonitor. Vor allem für Singer-Songwriter oder kleinere akustische Auftritte ist das praktisch. Ich kann die Box vor mir auf dem Boden platzieren und auf mich ausrichten, ohne zusätzlich einen Monitorständer zu benötigen. Positiv fällt außerdem auf, dass die Anschlüsse und Bedienelemente auch in dieser Position gut erreichbar bleiben. Gerade auf kleinen Bühnen oder beim Straßenmusizieren ist das wesentlich angenehmer, als hinter die Box greifen zu müssen.

Mobilität: Noch angenehm zu tragen

Ein tragbares PA-System muss meiner Ansicht nach tatsächlich tragbar bleiben. Ein großer Akku und leistungsfähige Lautsprecher helfen wenig, wenn das Gerät anschließend nur widerwillig vom Auto zum Veranstaltungsort getragen wird. Beim FAME Tour 1 ist die Größe gut gewählt. Das Gewicht liegt für mein Empfinden in einem Bereich, in dem sich die Box noch angenehm transportieren lässt (ca. 8,4kg). Gleichzeitig wirkt sie nicht wie eine typische kleine Consumer-Bluetooth-Box, sondern wie eine ausgewachsene kompakte PA. Die Abmessungen von lediglich 246 × 280 × 332 mm unterstreichen dieses Konzept.

Gepolstertes Schutzcover gefällt im Praxistest

Sehr gut gefallen hat mir außerdem das gepolsterte Schutzcover unseres Testgeräts. Es schützt die Box beim Transport, ohne dass der Lautsprecher vor jedem kurzen Ortswechsel komplett ausgepackt werden muss. Dafür sind Aussparungen für den Tragegriff sowie den Flansch unterhalb der Box vorhanden. Gerade für Musiker, die das System regelmäßig transportieren, halte ich ein solches Cover für deutlich mehr als nur ein nettes Zubehörteil. Die Bedienungsanleitung selbst nennt als grundsätzlichen Lieferumfang allerdings nur Lautsprecher und Netzkabel und weist darauf hin, dass je nach Vertriebsversion weiteres Zubehör beiliegen kann. Das Cover sollte deshalb vor dem Kauf anhand des konkreten Angebots geprüft werden.

Bedienfeld: Kleiner Mixer direkt im Lautsprecher

Einer der größten Unterschiede zwischen dem FAME Tour 1 und einer herkömmlichen Bluetooth-Box zeigt sich auf dem Bedienfeld. Hier sitzt praktisch ein kompakter Mixer direkt im Lautsprecher. Kanal 1 und Kanal 2 besitzen jeweils eine XLR-/6,35-mm-Kombibuchse. Die Eingänge können sowohl für Mikrofone als auch für Instrumente genutzt werden. Über den jeweiligen MIC/INST-Schalter wird der Eingang an die Signalquelle angepasst. In der Praxis eröffnet das viele Möglichkeiten. Ein Straßenmusiker kann beispielsweise sein Mikrofon mit Kanal 1 verbinden und die Gitarre über Kanal 2 anschließen. Ein Playback läuft anschließend über Bluetooth oder AUX über Kanal 3. Damit lässt sich ein kleines Live-Setup ohne zusätzliches Mischpult realisieren.

Genau darin sehe ich eine der größten Stärken des FAME Tour 1.

Lautstärke wird über Kanal und Master geregelt

Etwas Aufmerksamkeit verlangt zunächst die Gain-Struktur beziehungsweise Lautstärkeregelung. Die endgültige Wiedergabelautstärke hängt nämlich nicht nur vom Master-Regler ab. Auch die Lautstärke des jeweiligen Eingangskanals beziehungsweise des Zuspielers spielt eine Rolle. Das fiel mir beim Bluetooth-Test unmittelbar auf. Wer beispielsweise sein Smartphone nur relativ leise eingestellt hat, kann zwar den Master weit aufdrehen, nutzt das gesamte System aber trotzdem nicht optimal. Nach kurzer Eingewöhnung ist das Prinzip allerdings nachvollziehbar und entspricht letztlich dem Aufbau eines kleinen Mischsystems.

Bei Kanal 1 und 2 sollte außerdem der Eingangspegel sauber eingestellt werden. Die Bedienungsanleitung empfiehlt ausdrücklich, Gain nur so weit zu erhöhen, dass ein sauberes Signal anliegt. Leuchtet die Clip-Anzeige rot, sollte Gain reduziert werden.

EQ direkt über die Kanalregler

Die Bedienoberfläche hält die Zahl der Bedienelemente erfreulich überschaubar. Gleichzeitig sind zahlreiche Parameter erreichbar. Durch einen Druck auf den entsprechenden Kanalregler gelange ich unter anderem zu den EQ-Einstellungen. Dadurch lässt sich der Klang eines angeschlossenen Mikrofons, Instruments oder Zuspielers direkt am Lautsprecher bearbeiten. Pro Kanal stehen Bass, Mitten und Höhen zur Verfügung. Das reicht meiner Ansicht nach für den vorgesehenen Einsatzbereich völlig aus.

Ein ausgewachsenes Digitalmischpult ersetzt diese Klangregelung selbstverständlich nicht. Für eine Stimme etwas weniger Bass einzustellen, die Sprachverständlichkeit anzupassen oder ein Instrument schnell auf den Raum abzustimmen, ist der integrierte EQ jedoch ausgesprochen praktisch.

Farbdisplay: Klein, aber vollkommen ausreichend

Bei der Navigation hilft das integrierte 1,77-Zoll-LCD-Display. Ich empfinde das Display als ausreichend dimensioniert. Natürlich handelt es sich nicht um einen großen Touchscreen. Das wäre bei einer kompakten Akku-PA dieser Klasse meiner Meinung nach allerdings auch unnötig. Wichtiger ist, dass ich unmittelbar erkennen kann, in welchem Menü ich mich befinde und welche Einstellung gerade verändert wird. Genau diese Aufgabe erfüllt das Display.

FAME Tour 1 Bedienpanel mit Farbdisplay, Master FX, Gain, EQ und MIC-Inst-Umschaltung
Bedienpanel des FAME Tour 1 mit Farbdisplay, Master-/FX-Regler, EQ- und Gain-Einstellungen.

Gerade bei EQ und Effekten ist diese visuelle Rückmeldung hilfreich.

Kritikpunkt: Drehregler könnten etwas satter sitzen

Bei der mechanischen Verarbeitung habe ich allerdings einen kleinen Kritikpunkt. Die Drehregler könnten für meinen Geschmack etwas fester beziehungsweise satter gelagert sein. Sie besitzen bei unserem Testgerät ein leichtes seitliches Spiel und vermitteln deshalb nicht ganz die Solidität, die ich mir bei intensivem Bühneneinsatz wünschen würde.

Kritisch ist das jedoch nicht. Während des Tests funktionierten sämtliche Bedienelemente einwandfrei. Ich würde diesen Punkt deshalb eher als haptischen Schönheitsfehler denn als ernsthafte Schwachstelle bewerten.

Bluetooth im Test: Smartphone sofort verbunden

Eine der vermutlich meistgenutzten Funktionen dürfte Bluetooth sein. Schließlich soll der FAME Tour 1 nicht nur für Mikrofon und Instrument, sondern ebenfalls als unkomplizierter Musiklautsprecher funktionieren. Hier konnte mich das System überzeugen. Die Kopplung mit meinem Smartphone funktionierte im FAME Tour 1 Test problemlos. Nach dem Pairing stand die Verbindung unmittelbar zur Verfügung und blieb während des Tests stabil. Das deckt sich mit dem vorgesehenen Bedienablauf: Nach dem Einschalten ist Bluetooth automatisch sichtbar. Während des Pairings blinkt die entsprechende Anzeige blau und leuchtet anschließend dauerhaft, sobald die Verbindung hergestellt wurde.

Auch die Verbindung mit einem Fernseher funktionierte

Zusätzlich habe ich den Lautsprecher mit einem Fernseher verbunden. Auch dabei gab es keine Probleme. Damit erweitert sich der mögliche Einsatzbereich deutlich. So kann der FAME Tour 1 beispielsweise temporär als kräftiger externer TV-Lautsprecher dienen oder bei Präsentationen und Videoveranstaltungen eingesetzt werden. Natürlich hängt eine mögliche Audio-Latenz hierbei immer auch vom jeweiligen Zuspieler und dessen Bluetooth-Implementierung ab. Die grundsätzliche Verbindung bereitete im Test jedoch keine Schwierigkeiten.

Wie laut ist der FAME Tour 1?

Für eine portable PA ist die erreichbare Lautstärke wesentlich wichtiger als für einen gewöhnlichen Bluetooth-Lautsprecher. Schließlich soll das System nicht ausschließlich auf dem Schreibtisch stehen, sondern unter Umständen eine kleinere Veranstaltung beschallen. Für den FAME Tour 1 liegt eine Angabe von bis zu 115 dB Schalldruckpegel vor. Im praktischen Einsatz zeigte sich entsprechend, dass durchaus deutliche Pegelreserven vorhanden sind.

Smartphone 50 Prozent: angenehme Zimmerlautstärke

Bei meinem ersten Test stellte ich den Zuspieler, also das Smartphone, auf ungefähr 50 Prozent Lautstärke. Der Master des FAME Tour 1 stand auf 100 Prozent, während das Channel-Volume ungefähr bei 50 Prozent lag. Damit erreichte ich eine gute und kräftige Zimmerlautstärke. Interessant ist dabei, wie deutlich der Zuspielpegel die Gesamtlautstärke beeinflusst. Wer sich zunächst über vermeintlich geringe Pegel wundert, sollte deshalb nicht nur Master und Kanal überprüfen, sondern ebenfalls die Lautstärke des Smartphones.

Smartphone 100 Prozent: deutlich partytauglicher

Anschließend erhöhte ich die Smartphone-Lautstärke auf 100 Prozent, während Master weiterhin bei 100 Prozent und das Channel-Volume ungefähr bei 50 Prozent standen. Damit verändert sich der Eindruck erheblich. Nun erreicht der FAME Tour 1 eine Lautstärke, mit der sich beispielsweise eine kleinere Party oder ein ähnliches Event beschallen lässt. Natürlich sollte man einen kompakten 6,5-Zoll-Lautsprecher nicht mit einer ausgewachsenen 10-, 12- oder 15-Zoll-PA vergleichen. Für den mobilen Einsatzzweck ist jedoch beachtlich, welcher Pegel aus diesem kleinen Gehäuse herauskommt.

6,5-Zoll-Koaxialsystem als sinnvoller Kompromiss

Im Inneren kombiniert FAME einen 6,5-Zoll-Woofer mit einem 1-Zoll-Kompressionstreiber. Die Verstärkersektion stellt dafür 50 Watt RMS im Tiefton und 17 Watt RMS im Hochton zur Verfügung. Diese Bestückung passt zum Konzept. Der FAME Tour 1 will keine Subwoofer-PA ersetzen, sondern Sprache, Gesang, Instrumente und Musik in einem möglichst kleinen Format wiedergeben. Ich würde ihn daher vor allem dort einsetzen, wo Transportabilität wichtiger ist als maximaler Tiefbass. Für Straßenmusik, akustische Instrumente, Sprache, Hintergrundmusik oder eine kleinere Feier ist dieser Ansatz nachvollziehbar.

Zwei Mikrofoneingänge machen den FAME Tour 1 zur kleinen Live-PA

Besonders viel Mehrwert gegenüber normalen Bluetooth-Lautsprechern bieten Kanal 1 und Kanal 2. Beide Kombibuchsen nehmen XLR- sowie 6,35-mm-Klinkenstecker auf. Damit lassen sich beispielsweise Gesangs- und Sprachmikrofone, Gitarren, akustische Instrumente oder Keyboards anschließen. Für mich ist gerade das klassische Singer-Songwriter-Szenario überzeugend: Kanal 1 übernimmt den Gesang, Kanal 2 die Gitarre und Kanal 3 liefert ein Playback oder Pausenmusik über Bluetooth. Mehr zusätzliche Hardware wird für ein solches Setup zunächst nicht benötigt.

FAME Tour 1 portable Bluetooth-PA mit Mikrofon und Gitarre für Gesang und Instrumente
FAME Tour 1 als mobile PA für Mikrofon und Gitarre – ideal für Singer-Songwriter und Straßenmusiker.

Integrierte Effekte für Gesang und Instrumente

Auch Effekte sind bereits eingebaut. Dabei stellt der FAME Tour 1 zwei Effektgruppen bereit. Zur ersten Gruppe gehören Reverb und Delay, während die zweite Gruppe Chorus und Flanger umfasst. Auswahl und Bearbeitung erfolgen über das Display und den Master-/FX-Regler. Gerade Reverb und Delay halte ich für den Live-Einsatz für sinnvoll. Ein Sänger kann seiner Stimme etwas Raum geben, ohne ein externes Effektgerät oder Mischpult mitzunehmen. Chorus und Flanger erweitern die Möglichkeiten zusätzlich, beispielsweise bei Gitarre oder Keyboard. Für ein so kompaktes System ist diese Ausstattung durchaus beachtlich.

AUX, Line-Out und Kopfhörer erweitern die Einsatzmöglichkeiten

Neben Bluetooth stehen 3,5-mm- und 6,35-mm-AUX-Anschlüsse zur Verfügung. Interessant ist außerdem der 6,35-mm-Line-Out. Darüber lässt sich die Summe beispielsweise an ein weiteres Beschallungssystem oder ein Aufnahmegerät weitergeben. Hinzu kommt ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang. Wird dort ein Kopfhörer angeschlossen, schaltet sich der interne Lautsprecher stumm. Damit lässt sich der FAME Tour 1 sogar als sehr kompakte zentrale Audioeinheit verwenden.

USB-Wiedergabe und Recording

Ein ungewöhnlich praktisches Detail ist die USB-Funktion. Über USB-A kann Musik von einem geeigneten Speichermedium wiedergegeben werden. Darüber hinaus ist eine Aufnahme auf USB möglich. Eine laufende Aufnahme wird über die rote Anzeige signalisiert und nach dem Beenden automatisch gespeichert. Für Musiker kann das interessant sein, um beispielsweise eine Probe, einen Auftritt oder eine musikalische Idee unkompliziert mitzuschneiden. USB-A und USB-C können außerdem zum Laden externer Geräte genutzt werden. Das ist gerade beim mobilen Betrieb sinnvoll, wenn beispielsweise das Smartphone gleichzeitig als Playback-Zuspieler dient.

TWS: Zwei FAME Tour 1 drahtlos verbinden

Wer mehr Beschallungsfläche benötigt, kann über TWS einen zweiten kompatiblen Lautsprecher verbinden. Dadurch lässt sich entweder eine breitere Abdeckung oder ein Stereo-Setup realisieren. Das macht das Konzept skalierbar. Für die kleine Moderation reicht eine Box, während für die nächste Feier oder den etwas größeren Auftritt zwei Systeme eingesetzt werden können.

Akku: Bis zu zwölf Stunden ohne Steckdose

Ein portables PA-System steht und fällt mit seinem Akku. Der integrierte Lithium-Ionen-Akku besitzt laut technischer Dokumentation 14,6 Volt und 75,92 Wh. Für den praktischen Betrieb liegt eine Laufzeitangabe von bis zu zwölf Stunden bei 50 Prozent Lautstärke vor. Wie bei jeder Akku-PA hängt die tatsächlich erreichbare Laufzeit jedoch stark davon ab, wie laut das System betrieben wird, welches Programmmaterial läuft und ob gleichzeitig externe Geräte über USB geladen werden. Genau auf diese Abhängigkeiten weist auch die Anleitung hin. Für typische mobile Anwendungen ist die nominelle Laufzeit jedenfalls interessant. Straßenmusiker oder Moderatoren müssen dadurch nicht zwingend nach einer Steckdose suchen. Der Akku ist für Anwender problemlos wechselbar.

FAME Tour 1 portable Akku-PA mit herausnehmbarem Akku und geöffnetem Akkufach
FAME Tour 1 mit herausnehmbarem Akku, Akkufach und Stativflansch auf der Gehäuseunterseite.

Die App wird separat getestet

Zum Funktionsumfang gehört ebenfalls eine App-Steuerung. Zum Zeitpunkt unseres praktischen Tests konnte ich die Android-Version allerdings noch nicht sinnvoll in die Bewertung einbeziehen. Deshalb werde ich den App-Test separat nachreichen, sobald die entsprechende Version verfügbar beziehungsweise abschließend getestet ist.

Die App-Bedienung fließt deshalb an dieser Stelle bewusst noch nicht in mein Testurteil ein.

Für wen eignet sich der FAME Tour 1?

Nach meinem Test sehe ich drei besonders naheliegende Einsatzgebiete.

Straßenmusiker und Singer-Songwriter

Hier spielt das Konzept seine größten Stärken aus. Mikrofon an Kanal 1, Gitarre an Kanal 2 und bei Bedarf ein Playback über Bluetooth – schon steht ein vollständiges kleines Beschallungssystem. Dazu kommen Akku, Effekte und EQ. Vor allem der Verzicht auf ein zusätzliches Mischpult reduziert das zu transportierende Equipment.

Kleine Partys und private Events

Auch als leistungsfähigere Alternative zur klassischen Bluetooth-Box macht der FAME Tour 1 Sinn. Die Bluetooth-Verbindung funktionierte bei mir zuverlässig, während die vorhandenen Pegelreserven für deutlich mehr als reine Hintergrundbeschallung ausreichen. Für eine kleinere Feier lässt sich damit bereits eine beachtliche Lautstärke erzielen. Für große Partys oder basslastige elektronische Musik vor vielen Personen würde ich dagegen weiterhin zu einer ausgewachsenen PA mit größeren Lautsprechern beziehungsweise zusätzlichem Subwoofer greifen.

Moderation und Präsentationen

Sprache gehört ebenfalls zu den naheliegenden Einsatzbereichen. Mikrofon anschließen, Pegel einstellen und loslegen – mehr braucht es grundsätzlich nicht. Durch Akku und kompakte Abmessungen lässt sich die Anlage zudem schnell zwischen verschiedenen Räumen oder Veranstaltungsorten transportieren.

Was mir am FAME Tour 1 besonders gefällt

Im täglichen Umgang überzeugt mich vor allem die Kombination aus Mobilität und Funktionsumfang. Der FAME Tour 1 bleibt klein genug, um tatsächlich mitgenommen zu werden, besitzt aber trotzdem die wesentlichen Funktionen einer kleinen PA. Besonders gelungen finde ich die zwei vollwertigen Eingangskanäle, den zusätzlichen Wiedergabekanal, die flexible Gehäuseposition, Bluetooth, EQ und Effekte. Auch das Display erweist sich als sinnvoll. Es ist klein, zeigt aber genau die Informationen an, die ich zum Einstellen benötige. Der Akku ist zu meiner Freude wechselbar und das System wird mit einem Schutzcover geliefert. Hinzu kommen praktische Details wie USB-Recording, Line-Out, TWS und die Möglichkeit, externe Mobilgeräte über USB mit Strom zu versorgen.

Wo könnte der FAME Tour 1 besser sein?

Der größte Kritikpunkt meines Testgeräts betrifft die Haptik der Drehregler. Hier hätte ich mir eine etwas festere Lagerung gewünscht. Das leichte Spiel fällt zwar beim normalen Arbeiten kaum ins Gewicht, dennoch könnten die Regler einen hochwertigeren mechanischen Eindruck vermitteln. Außerdem sollte man die physikalischen Grenzen des 6,5-Zoll-Formats berücksichtigen. Der FAME Tour 1 ist eine portable PA und kein Ersatz für ein leistungsfähiges Fullrange-/Subwoofer-System für größere Veranstaltungen. Wir hatten den Move 1 mit der Firmware 1.1. getestet – in dieser Version blieb das kleine LCD-Display noch dauerhaft an – ein Vorschlag für die nächste Firmwareversion.

Preis des FAME Tour 1

Der FAME Tour 1 wird im MUSIC STORE professional aktuell für 229 EUR angeboten. Angesichts von wechselbaren Akku, Drei-Kanal-Mixer, Bluetooth 5.3, EQ, Effekten, TWS und USB-Recording positioniert sich das System in einem interessanten Bereich für Nutzer, die mehr als eine klassische Bluetooth-Box suchen, aber keine komplette PA transportieren möchten.

Fazit zum FAME Tour 1 Test

Der FAME Tour 1 Test zeigt für mich vor allem eines: Das Gerät ist weniger Bluetooth-Lautsprecher mit einigen Zusatzfunktionen als vielmehr eine kompakte Akku-PA mit integriertem Mixer und Bluetooth.

Genau diese Kombination macht den Reiz aus.

Besonders gut gefallen mir die beiden Kombikanäle für Mikrofon und Instrument. Dadurch kann ich beispielsweise eine Gitarre und ein Gesangsmikrofon gleichzeitig anschließen, während Kanal 3 das Playback per Bluetooth übernimmt. Für Straßenmusiker oder kleine akustische Auftritte ist das ein ausgesprochen praktisches Setup.

Auch im Alltag funktioniert das Konzept. Die Bluetooth-Kopplung mit Smartphone und Fernseher verlief in meinem Test problemlos. Darüber hinaus lässt sich der Lautsprecher aufrecht oder angewinkelt als Monitor betreiben. Das kleine Farbdisplay erleichtert die Bedienung und die vorhandenen EQ- und Effektmöglichkeiten reduzieren den Bedarf an zusätzlichem Equipment.

Bei der Verarbeitung hätte ich mir lediglich etwas fester gelagerte Drehregler gewünscht. Das leichte Spiel war bei unserem Testgerät zwar nicht problematisch, mindert aber den ansonsten guten haptischen Eindruck geringfügig.

Die erreichbare Lautstärke ist für das kompakte Format beachtlich. Bereits für kleinere Partys sind ordentliche Pegel möglich, während sich der FAME Tour 1 bei moderater Einstellung ebenso gut für Musik im Raum, Sprache oder Präsentationen einsetzen lässt.

Unterm Strich ist der FAME Tour 1 deshalb besonders für Straßenmusiker, Singer-Songwriter, Moderatoren und Anwender interessant, die eine unkomplizierte mobile PA für kleine Veranstaltungen suchen. Wer Mikrofon, Instrument und Playback ohne separates Mischpult kombinieren möchte, bekommt hier erstaunlich viele Möglichkeiten in einem kompakten Gehäuse.


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FAQ zum FAME Tour 1

Ist der FAME Tour 1 ein Bluetooth-Lautsprecher oder eine PA?

Der FAME Tour 1 ist technisch eher eine portable Akku-PA als eine klassische Bluetooth-Box. Neben Bluetooth besitzt er zwei separate Mikrofon-/Instrumenteneingänge, einen Drei-Kanal-Mixer, EQs, Effekte sowie Line- und USB-Funktionen.

Kann ich gleichzeitig Gitarre und Mikrofon anschließen?

Ja. Kanal 1 und Kanal 2 besitzen jeweils eine XLR-/6,35-mm-Kombibuchse und können zwischen Mikrofon- und Instrumentenbetrieb umgeschaltet werden. Damit lässt sich beispielsweise Kanal 1 für Gesang und Kanal 2 für Gitarre verwenden.

Kann zusätzlich ein Playback über Bluetooth laufen?

Ja. Bluetooth beziehungsweise AUX wird über den separaten Wiedergabekanal genutzt. Dadurch können Mikrofon und Instrument gleichzeitig angeschlossen bleiben, während ein Playback kabellos zugespielt wird.

Wie laut ist der FAME Tour 1?

Für das System liegt eine maximale Schalldruckangabe von 115 dB vor. Im Praxistest reichte bereits eine moderate Zuspielerlautstärke für kräftige Zimmerlautstärke. Mit voll aufgedrehtem Smartphone, hohem Masterpegel und entsprechender Kanallautstärke sind auch Pegel möglich, die für kleinere Partys interessant sind.

Wie lange hält der Akku des FAME Tour 1?

Die angegebene Akkulaufzeit beträgt bis zu zwölf Stunden bei etwa 50 Prozent Lautstärke. Die tatsächliche Laufzeit hängt jedoch unter anderem von Lautstärke, Audiomaterial und davon ab, ob externe Geräte über die USB-Anschlüsse geladen werden. Die Anleitung bestätigt diese grundsätzliche Abhängigkeit.

Kann der FAME Tour 1 als Monitor verwendet werden?

Ja. Das Gehäuse lässt sich angewinkelt positionieren, sodass der Lautsprecher wie ein kompakter Bodenmonitor auf den Musiker ausgerichtet werden kann. Im Test blieben Anschlüsse und Bedienelemente dabei gut erreichbar.

Besitzt der FAME Tour 1 einen EQ?

Ja. Für die Kanäle stehen Bass-, Mitten- und Höhenregelungen zur Verfügung. Damit lassen sich Sprache, Gesang, Instrumente und Zuspielsignale direkt am Gerät anpassen.

Welche Effekte sind integriert?

Der FAME Tour 1 besitzt Reverb, Delay, Chorus und Flanger. Die Effekte werden über das Display beziehungsweise den Master-/FX-Regler ausgewählt und eingestellt.

Kann ich zwei FAME Tour 1 miteinander verbinden?

Ja. Über die integrierte TWS-Funktion können zwei kompatible Lautsprecher kabellos gekoppelt werden. Dadurch lässt sich die Beschallungsfläche erweitern beziehungsweise ein Stereo-Setup aufbauen.

Kann der FAME Tour 1 Aufnahmen erstellen?

Ja. Über USB-A kann der Lautsprecher auf ein geeignetes USB-Speichermedium aufnehmen. Außerdem ist die Wiedergabe von USB-Medien möglich.

Für wen lohnt sich der FAME Tour 1?

Ich sehe den größten Nutzen bei Straßenmusikern, Singer-Songwritern, kleinen Akustik-Gigs, Moderationen, Präsentationen und kleineren privaten Veranstaltungen. Besonders interessant ist der Lautsprecher immer dann, wenn Mikrofon, Instrument und Musikzuspielung in einem einzigen kompakten, akkubetriebenen System zusammenkommen sollen.

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