FAME X-Over MKII Test: Aktive 19-Zoll-Frequenzweiche

FAME X-Over MKII 19-Zoll-Frequenzweiche mit Reglern für Main Level, Sub Level, Sub-Frequenz, Phase und Satelliten-Frequenz.

Im FAME X-Over MKII Test schaue ich mir eine aktive 19-Zoll-Frequenzweiche an, die vor allem für klassische PA-Setups mit Subwoofern und Topteilen interessant ist. Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Das Signal aus dem Mischpult wird vor den Endstufen in Bass- und Satellitenbereich aufgeteilt. Dadurch bekommt der Subwoofer nur den Frequenzbereich, den er wirklich verarbeiten soll, während die Tops vom tiefen Bass entlastet werden. Genau deshalb ist eine Frequenzweiche wie die FAME X-Over MKII besonders spannend für Bands, DJs, Verleiher, Proberäume und kleine bis mittlere Veranstaltungen.

Die FAME X-Over MKII arbeitet aktiv, bietet getrennte Regelmöglichkeiten für Subwoofer und Satelliten und setzt auf XLR- sowie Cinch-Anschlüsse. Laut Produktseite liegt der regelbare Trennfrequenzbereich bei 50 bis 200 Hz mit 12 dB/Oktave; außerdem werden ein Frequenzgang von 5 bis 30.000 Hz, 1 HE, 2 Kanäle und ein internes Netzteil genannt. Die Bedienungsanleitung bestätigt zudem die technischen Kerndaten, die Anschlüsse, das Setup-Prinzip und die Rack-Montage.

Was ist die FAME X-Over MKII?

Die FAME X-Over MKII ist eine aktive Frequenzweiche im 19-Zoll-Format. Sie sitzt im Signalweg zwischen Mischpult und Endstufen beziehungsweise zwischen Signalquelle und Verstärkung. Im typischen PA-Betrieb wird also zuerst das Stereosignal in die X-Over geführt. Anschließend gehen die getrennten Ausgänge an eine Bass-Endstufe und an eine Endstufe für die Mittel-/Hochtonlautsprecher. Genau dieses Prinzip zeigt auch das Setup-Diagramm in der Bedienungsanleitung: Mixer, Frequenzweiche, zwei Endstufen und ein Sub-/Top-System werden dort als klassischer Signalfluss dargestellt.

Ich sehe die FAME X-Over MKII deshalb weniger als „Effektgerät“, sondern eher als pragmatisches Werkzeug für sauber strukturierte PA-Racks. Wer passive Subwoofer und passive Tops mit separaten Endstufen betreibt, bekommt hier eine einfache Möglichkeit, das System sinnvoll aufzuteilen. Außerdem ist das Gerät durch Cinch-Anschlüsse auch für Setups interessant, bei denen nicht ausschließlich professionelle XLR-Verkabelung verwendet wird.

Erster Eindruck im FAME X-Over MKII Test

Optisch tritt die FAME X-Over MKII eher sachlich auf. Die Front ist klar gegliedert, die wichtigsten Regler sitzen direkt dort, wo ich sie bei einem Live-Rack erwarte: Main Level, Sub Level, Sub-Frequenz, Sub-Phase und Satelliten-Frequenz. Dadurch muss ich nicht durch Menüs gehen und keine Parameterseiten durchklicken. Gerade im hektischen Veranstaltungsalltag ist das ein Vorteil, weil ich die Arbeitsweise sofort erkenne.

Die Produktseite beschreibt die MKII-Version als überarbeiteten Nachfolger der Fame Audio X-Over 19″ und nennt eine modernere Optik, besser greifbare Frontregler sowie präziser arbeitende Potis gegenüber dem Vorgänger. Das passt auch zum Einsatzzweck: Eine analoge Frequenzweiche muss nicht spektakulär aussehen, sondern schnell bedienbar sein. Für mich ist genau diese Direktheit ein Pluspunkt, denn bei kleinen PA-Racks zählt häufig weniger die maximale Feature-Tiefe, sondern mehr die verlässliche und nachvollziehbare Bedienung.

Bedienung: schnell verstanden, aber nicht beliebig einstellbar

Im FAME X-Over MKII Test gefällt mir vor allem, dass die Bedienoberfläche konsequent auf das Wesentliche reduziert ist. Der Main-Level-Regler bestimmt den Ausgangspegel für Sub Out und Sat Out. Zusätzlich lässt sich mit dem Sub-Level-Regler das Verhältnis zwischen Bass und Tops anpassen. Das ist in der Praxis wichtig, weil verschiedene Räume sehr unterschiedlich auf tiefe Frequenzen reagieren. In einem kleinen Club kann der Bass schnell überbetont wirken, während Open-Air oder in großen Räumen oft etwas mehr Sub-Anteil nötig ist.

Die Trennfrequenzen für Subwoofer und Satelliten lassen sich jeweils stufenlos zwischen 50 und 200 Hz einstellen. Das ist sinnvoll, weil nicht jedes Topteil gleich tief spielt und nicht jeder Subwoofer im gleichen Bereich sauber arbeitet. Allerdings würde ich hier immer zuerst in die Datenblätter der verwendeten Lautsprecher schauen. Auch die Bedienungsanleitung weist ausdrücklich darauf hin, dass falsche Trennfrequenzen Lautsprecher beschädigen können, besonders im Mittel- und Hochtonbereich.

Sehr praktisch finde ich den Phasenschalter für den Subwoofer. Mit 0° und 180° gibt es zwar keine fein gerasterte Delay- oder Phasenanpassung wie bei einem modernen DSP-Controller, aber für viele einfache Sub-/Top-Setups reicht diese Umschaltung aus, um offensichtliche Auslöschungen im Übergangsbereich zu reduzieren. Wenn der Bass am FOH-Hörplatz dünn wirkt, obwohl der Subwoofer eigentlich genug Leistung bringt, ist dieser Schalter einer der ersten Punkte, die ich prüfen würde.

Anschlüsse und Verkabelung

Die FAME X-Over MKII bietet XLR- und Cinch-Anschlüsse für Ein- und Ausgänge. Das macht sie flexibel, denn sie lässt sich sowohl in PA-typische XLR-Setups als auch in einfachere DJ-, HiFi- oder Installationsumgebungen integrieren. Die Produktseite nennt symmetrische XLR-Anschlüsse sowie Cinch und beschreibt das Subwoofer-Signal als Doppelmono L/R.

Rückseite der FAME X-Over MKII Frequenzweiche mit XLR- und Cinch-Ein- und Ausgängen, Sicherung, Spannungswahlschalter und Netzanschluss.
Rückseite der FAME X-Over MKII mit XLR- und Cinch-Anschlüssen für Line In, Sub Out und Sat Out.

Wichtig ist jedoch: Ich würde XLR und Cinch nicht wild mischen. Die Bedienungsanleitung sagt klar, dass es für die Funktion unerheblich ist, welche Anschlussart verwendet wird, empfiehlt aber, immer nur eine Anschlussart zu nutzen. In einem professionellen PA-Rack würde ich daher XLR bevorzugen, weil symmetrische Leitungsführung bei längeren Kabelwegen und in störanfälligen Umgebungen meist die robustere Wahl ist. Cinch sehe ich eher als nützliche Zusatzoption für kompakte Setups, DJ-Zuspieler oder semiprofessionelle Anwendungen.

Klang und Praxiseindruck

Klanglich erwarte ich von einer Frequenzweiche vor allem Neutralität, saubere Signaltrennung und ausreichende Pegelreserven. Die angegebenen technischen Werte sind dafür ordentlich: Der Frequenzgang wird mit 5 Hz bis 30 kHz angegeben, der Klirrfaktor mit 0,01 %, die Kanaltrennung mit 81 dB und der S/N-Ratio mit 101 dB(A). Diese Daten sprechen dafür, dass die FAME X-Over MKII nicht als klangformendes Gerät gedacht ist, sondern als funktionales Werkzeug zur Aufteilung des Signals.

In der Praxis würde ich die Weiche so einstellen, dass sie die Lautsprecher entlastet, ohne den Übergang zwischen Sub und Top künstlich aufzublähen. Bei vielen kompakten Tops liegt ein sinnvoller Startpunkt im Bereich um 80 bis 120 Hz, abhängig von Gehäusegröße, Belastbarkeit und gewünschtem Maximalpegel. Danach würde ich mit Musikmaterial testen, das ich sehr gut kenne: Kickdrum, Bassline, männliche Stimme und möglichst auch eine Aufnahme mit definierter Raumabbildung. So lässt sich schnell hören, ob der Übergang zwischen Subwoofer und Topteil homogen bleibt.

Gleichzeitig muss man fair bleiben: Die FAME X-Over MKII ist keine digitale Lautsprecher-Management-Zentrale. Es gibt keine Delay-Funktion, keinen parametrischen EQ, keine Limiter, keine Presets und keine Messmikrofon-Integration. Deshalb würde ich sie nicht als Ersatz für einen modernen DSP-Controller in komplexen Touring-Setups sehen. Für ein analoges, überschaubares PA-System mit separaten Endstufen kann sie aber genau die richtige Lösung sein.

Technische Daten der FAME X-Over MKII

Merkmal Wert
Gerätetyp Aktive 19-Zoll-Frequenzweiche
Kanäle 2
Eingänge XLR und Cinch
Ausgänge XLR und Cinch, Sub Out und Sat Out
Eingangsimpedanz Line: 10 kΩ
Eingangsempfindlichkeit / max. Eingangspegel Line: 0,775 V / 4 V
Ausgangsimpedanz Cinch: 100 Ω, XLR: >600 Ω
Ausgangsspannung Cinch: 4 V bei 100 Ω, XLR: 8 V bei 600 Ω
Frequenzgang 5 Hz bis 30 kHz
Trennfrequenz Satellit 50 bis 200 Hz, 12 dB/Okt., regelbar
Trennfrequenz Subwoofer 50 bis 200 Hz, 12 dB/Okt., regelbar
Subsonicfilter 25 Hz / 18 dB/Okt.
S/N-Ratio 101 dB(A)
Klirrfaktor 0,01 %
Kanaltrennung 81 dB
Betriebsspannung 110-120 V / 60 Hz oder 220-240 V / 50 Hz
Leistungsaufnahme ca. 5 W
Maße 483 x 45 x 160 mm
Gewicht 2 kg

Die Werte stammen aus der Bedienungsanleitung und werden auf der Produktseite in den wesentlichen Punkten ebenfalls aufgegriffen.

Für welche PA-Setups eignet sich die FAME X-Over MKII?

Im FAME X-Over MKII Test sehe ich den größten Nutzen bei klassischen passiven Beschallungssystemen. Wer beispielsweise zwei passive Subwoofer und zwei passive Topteile mit separaten Endstufen betreibt, bekommt eine einfache, racktaugliche Lösung für die Signalverteilung. Dadurch muss der Bassbereich nicht von den Tops mitverarbeitet werden, was im besten Fall mehr Headroom, weniger Verzerrung und eine aufgeräumtere Wiedergabe bringt.

Ich würde die FAME X-Over MKII besonders für kleine Bühnen, mobile DJs, Vereinsräume, Proberäume, Partykeller, Festzelte im kleinen Rahmen oder einfache Installationen einplanen. Außerdem passt sie gut in bestehende analoge Racks, wenn keine digitale Systemendstufe und kein DSP-Controller vorhanden sind. Für große Produktionen, komplexe Mehrweg-Systeme oder anspruchsvolle Line-Array-Setups würde ich dagegen eher zu einem vollwertigen Lautsprecher-Management-System greifen.

Stärken im Alltag

Eine der größten Stärken ist für mich die Direktheit. Ich muss keine App öffnen, kein Display bedienen und keine Presets verwalten. Stattdessen drehe ich an klar beschrifteten Reglern und sehe sofort, was passiert. Gerade bei Verleihern, Schulen, Vereinen oder wechselnden Bedienern kann das ein echter Vorteil sein, weil sich die Hemmschwelle bei der Bedienung deutlich reduziert.

Außerdem gefällt mir die Kombination aus XLR und Cinch. Natürlich ist XLR im PA-Bereich die sauberere und professionellere Lösung. Dennoch ist Cinch praktisch, wenn schnell ein DJ-Mixer, ein kleiner Controller oder eine Consumer-Quelle eingebunden werden soll. Zusätzlich ist das geringe Gewicht von 2 kg angenehm, weil es ein Rack nicht unnötig schwer macht.

Auch der Subsonicfilter ist im PA-Alltag sinnvoll. Frequenzen unterhalb des nutzbaren Bereichs eines Subwoofers können Endstufenleistung verschwenden und Lautsprecher mechanisch belasten. Ein Filter bei 25 Hz mit 18 dB/Oktave hilft dabei, unnötigen Tiefstbass zu begrenzen.

Schwächen und Grenzen

Die FAME X-Over MKII bleibt eine einfache analoge Frequenzweiche. Das ist kein Nachteil, solange man genau diese Einfachheit sucht. Trotzdem fehlen Funktionen, die ich in professionelleren Systemen häufig brauche: Delay zur Laufzeitanpassung, präzise EQs, Limiter, unterschiedliche Filtertypen, speicherbare Presets und eine feinere Kontrolle der Übergangsbereiche.

Auch die 12-dB/Oktave-Flankensteilheit ist eher klassisch und moderat. Dadurch wird der Übergang zwischen Sub und Top nicht extrem hart getrennt. Das kann musikalisch angenehm sein, verlangt aber saubere Abstimmung. Wenn ein Topteil im Bassbereich schnell an seine Grenzen kommt, kann eine steilere Trennung in manchen Setups sinnvoller sein.

Die Kundenbewertungen auf der Produktseite fallen insgesamt stark positiv aus; dort werden 86 Rezensionen sowie Bewertungen von 4,5 für Verarbeitung, 4,9 für Preis/Leistung, 4,8 für Bedienkomfort und 4,4 für Features angezeigt. Allerdings gibt es auch einzelne kritische Stimmen, etwa zu Anschlussqualität oder Rack-Einbau mit Füßen. Ich würde die X-Over MKII daher als preisbewusste, funktionale Lösung sehen, nicht als kompromisslosen Touring-Controller.

Sicherheit und Inbetriebnahme

Vor der Inbetriebnahme sollte der Spannungswahlschalter kontrolliert werden. Die Bedienungsanleitung weist darauf hin, dass die eingestellte Gerätespannung zur lokalen Netzspannung passen muss. Außerdem ist der Sicherungswert abhängig von der gewählten Betriebsspannung. Das ist ein wichtiger Punkt, weil solche Details im Live-Alltag schnell übersehen werden.

Beim Anschließen würde ich konsequent vom Mischpult in CH1 und CH2 Line In gehen, danach Sub Out zur Bass-Endstufe und Sat Out zur Topteil-Endstufe führen. Anschließend stelle ich zunächst moderate Pegel ein, wähle eine passende Trennfrequenz und kontrolliere dann mit Musikmaterial, ob Subwoofer und Tops sauber zusammenspielen. Die Peak-LED sollte dabei nicht dauerhaft aufleuchten, weil sie auf zu hohe Pegel beziehungsweise drohende Verzerrungen hinweist.

Fazit: Lohnt sich die FAME X-Over MKII?

Mein Fazit im FAME X-Over MKII Test fällt klar aus: Die Frequenzweiche lohnt sich für Anwender, die ein einfaches, analoges und preisbewusstes Werkzeug für Sub-/Top-Setups suchen. Sie bietet die wichtigsten Funktionen, ist schnell verständlich und passt gut in ein 19-Zoll-PA-Rack. Besonders in kleinen bis mittleren Beschallungssystemen kann sie helfen, den Bassbereich sauberer zu organisieren und die Tops sinnvoll zu entlasten.

Wer hingegen ein modernes Lautsprecher-Management mit Delay, Limitern, EQs und Presets benötigt, sollte direkt zu einem DSP-Controller greifen. Genau deshalb sehe ich die FAME X-Over MKII nicht als Alleskönner, sondern als zielgerichtete Lösung: einfach, analog, übersichtlich und für viele klassische PA-Anwendungen völlig ausreichend.

FAQ zur FAME X-Over MKII

Was macht die FAME X-Over MKII?

Die FAME X-Over MKII teilt ein Audiosignal in Subwoofer- und Satellitenbereich auf. Dadurch können Basslautsprecher und Topteile getrennt angesteuert werden.

Für wen eignet sich die FAME X-Over MKII?

Sie eignet sich vor allem für Bands, DJs, kleine Verleiher, Proberäume und einfache PA-Installationen mit passiven Subwoofern, passiven Tops und separaten Endstufen.

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Kann ich XLR und Cinch gleichzeitig verwenden?

Ich würde das nicht empfehlen. Die Bedienungsanleitung beschreibt XLR und Cinch als mögliche Anschlussarten, weist aber darauf hin, immer nur eine Anschlussart zu verwenden.

Hat die FAME X-Over MKII einen Limiter?

Nein, ein Limiter wird in den technischen Daten und Bedienelementen nicht aufgeführt. Wer Lautsprecherschutz per Limiter benötigt, sollte zusätzlich eine geeignete Endstufe, einen DSP-Controller oder ein Lautsprechermanagement-System einsetzen.

Welche Trennfrequenz sollte ich einstellen?

Das hängt von den verwendeten Lautsprechern ab. Als Startpunkt sind bei vielen Sub-/Top-Setups 80 bis 120 Hz sinnvoll, entscheidend sind aber die Herstellerangaben der Boxen und der Höreindruck im Raum.

Ist die FAME X-Over MKII für professionelle Veranstaltungen geeignet?

Für einfache bis semiprofessionelle PA-Setups kann sie gut passen. Für komplexe Touring-Systeme, große Produktionen oder Setups mit Delay-, EQ- und Limiter-Anforderungen würde ich jedoch eher einen DSP-Lautsprechercontroller einsetzen.


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Fame X-Over MKII 19″ Frequenzweiche

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