Shure SLX-D+ Serie: Funk für Bühne, Theater & Verleih – das ist neu (und warum es in der PA-Praxis zählt)
Wenn du schon einmal ein Mehrkanal-Setup kurz vor Showbeginn „retten“ musstest, kennst du den wahren Endgegner: HF-Stress plus Rückkopplungen plus der Laufweg zur Bühne. Genau an dieser Stelle positioniert Shure die SLX-D+ Serie: Sie bleibt klanglich in der bewährten SLX-D-Liga, legt aber beim Management nach – also dort, wo im Alltag Zeit, Nerven und manchmal auch der Gig entschieden werden.
Was ist SLX-D+ überhaupt?
SLX-D+ ist Shures aktueller Ausbau der SLX-D Plattform: 24-Bit Digitalaudio, robuste Funkperformance und ein Workflow, der sowohl zu Bühne/Club, Theater, Houses of Worship, Corporate/AV als auch Rental passt. Der Kern bleibt „Pro-tauglich“, aber die Serie soll gleichzeitig für weniger Routine-Handgriffe sorgen – und zwar über Remote-Kontrolle, Automatikfunktionen und zusätzliche Schutzmechanismen.
SLX-D+ im Überblick: Was ist neu?
1) 138 MHz Schaltbandbreite: mehr Flexibilität bei Frequenzen (regionsabhängig)
Die auffälligste Änderung ist die erweiterte Schaltbandbreite von bis zu 138 MHz über die Komponenten hinweg. Praktisch heißt das: Du bist bei Touren, wechselnden Venues oder im Verleih weniger darauf angewiesen, mehrere Varianten/Range-Splits vorzuhalten – weil mehr Spektrum „aus einer Hand“ abgedeckt wird (je nach Region und Frequenzband).
Und noch wichtiger für Mehrkanal-Setups: Shure nennt als Richtwert bis zu 11 Systeme in 6 MHz bzw. bis zu 14 Systeme in 8 MHz TV-Bändern – das ist genau die Art Zahl, die bei Planung und Bestand im Rental den Unterschied machen kann.
2) ShowLink Ease: Sender fernverwalten – ohne zur Bühne zu laufen
Das zweite große Thema ist ShowLink Ease: eine dedizierte Steuerverbindung, die Sender und Empfänger gekoppelt hält und Remote-Aktionen ermöglicht. Dazu gehören u. a. Frequenzwechsel, sobald eine freie Frequenz gefunden wurde, Ausgangspegel-Anpassung, Lock/Unlock der Bedienelemente sowie Firmware-Updates für Sender – gesteuert vom Empfänger aus (und damit aus der Regie/FOH-Position deutlich eleganter).
Für die Praxis heißt das: Wenn sich ein Störer einschleicht, ist der Plan nicht mehr zwingend „erst laufen, dann drücken, dann hoffen“, sondern „scannen, umschalten, weiterarbeiten“ – vorausgesetzt, die Funkumgebung und die Koordination geben es her.
3) Shure Digital Feedback Reducer: Rückkopplungen automatisch entschärfen
Neu ist außerdem eine integrierte digitale Rückkopplungsreduktion (Shure Digital Feedback Reducer), die in jedem SLX-D+ Empfänger sitzt und bei auftretender Rückkopplung automatisch gegensteuert.
Wichtig im Live-Kontext: Das ersetzt kein sauberes Gain-Staging und keine Mikrofontechnik, aber es ist ein Sicherheitsnetz – besonders bei wechselnden Sprecher:innen, lavalier-lastigen Setups, engen Bühnen oder kurzen Changeovers.
4) AES-256 Verschlüsselung „ab Werk“
Jede SLX-D+ Komponente bzw. jedes System wird mit installierter AES-256 Verschlüsselung ausgeliefert. Das ist vor allem für Corporate/Institutionen, Broadcast-ähnliche Anwendungen oder vertrauliche Inhalte relevant – und auch im Theaterbetrieb je nach Produktion ein echter Pluspunkt.
5) Neuer Formfaktor: SLXD4D+ als 2-Kanal-Empfänger im Halb-19″ Format
Shure erweitert die Rack-Optionen, unter anderem mit dem SLXD4D+ als Zwei-Kanal-Empfänger im Halb-19-Zoll-Format. Das ist vor allem für kompakte Racks und mobile Rigs interessant, weil du Kanäle pro HE/Case sauberer packen kannst – ohne sofort ins volle 19″-Setup zu müssen.
Was hat sich nicht geändert (und warum das gut ist)
SLX-D+ bleibt klanglich und konzeptionell in der SLX-D-DNA: transparentes 24-Bit Digitalaudio mit >118 dB Dynamikbereich und eine Funkplattform, die auf professionelle Zuverlässigkeit zielt.
Außerdem bleibt das Ökosystem praxisnah: Wireless Workbench für Desktop-Koordination und Monitoring sowie die mobile Anbindung über Wireless Workbench Mobile (iOS/Android) für Remote-Überwachung und Steuerung.
Und für Bestandskund:innen ist entscheidend: SLX-D+ ist darauf ausgelegt, in realen Setups weiterzuarbeiten, ohne alles neu denken zu müssen – inklusive Battery-Optionen (AA oder Shure-Akkus) und typischer Systemkonfigurationen.
Praxis: Warum 138 MHz und „14 Systeme pro 8 MHz“ im Alltag wirklich helfen
Die Zahlen wirken zunächst nach Datenblatt, sind aber im Venue- und Verleihbetrieb ziemlich konkret:
- Mehr Schaltbandbreite heißt: Du kannst häufiger „innerhalb derselben Serie“ bleiben, wenn du in verschiedenen Regionen/Locations arbeitest (immer unter Beachtung lokaler Frequenzregeln).
- Mehr kompatible Systeme pro TV-Kanal heißt: Bei größeren Produktionen werden Rack-Platz, Antennen-Setup und Koordination planbarer, weil du Kanäle effizienter in verfügbare TV-Raster legen kannst.
Gerade in dicht belegten Innenstädten, Messehallen oder Multi-Stage-Situationen ist dieser Spielraum oft der Unterschied zwischen „geht irgendwie“ und „läuft stabil“.
Praxis: ShowLink Ease = weniger Laufwege, weniger „Hands-on“-Risiko
ShowLink Ease zielt auf ein typisches Problem: Im laufenden Betrieb sind Sender häufig „weit weg“ – am Talent, am Instrument oder irgendwo hinter Kulissen. Wenn du dann Pegel anpassen, sperren oder im Extremfall die Frequenz wechseln musst, kostet das Zeit und birgt Fehlerquellen.
Mit SLX-D+ verschiebt sich dieser Aufwand in Richtung Empfänger/Software-Workflow: Du kannst Senderparameter remote verwalten und bleibst dabei näher am Mix- oder System-Monitoring.
Komponenten und Einsatzfelder: Bühne trifft Location Sound
SLX-D+ deckt weiterhin die typischen „PA-Realitäten“ ab: Bodypacks und Handsender, rackfähige Empfänger (Single/Dual/Quad) sowie mobile Receiver und Plug-On-Transmitter für Kamera-/Sound-Bag-Anwendungen. In der mobilen Welt kommt zusätzlich ein Multi-Mic-Modus für komplexere Mehrkanal-Überwachung und Steuerung ins Spiel – spannend für ENG/Location-Sound und Content-Produktionen.
SLX-D+ Specs (kurz & datenblatt-tauglich)
- Audio: 24-Bit Digitalaudio, >118 dB Dynamikbereich
- HF: bis 138 MHz Schaltbandbreite (regionsabhängig)
- Kanal-Dichte: bis 11 Systeme/6 MHz, bis 14 Systeme/8 MHz
- Remote/Automation: ShowLink Ease (u. a. Frequenzwechsel, Ausgangspegel, Sperre, Firmware-Updates)
- Anti-Feedback: Shure Digital Feedback Reducer im Empfänger
- Security: AES-256 Verschlüsselung integriert
- Formate: u. a. SLXD4D+ 2-Kanal Halb-19″, plus weitere Rack- und Mobile-Optionen
- App/Monitoring: Wireless Workbench + WWB Mobile (Remote-Kontrolle je nach Gerät via WLAN/Bluetooth)
- Betrieb: bis 8 h mit 2×AA oder optional Shure SB903 Akku (mobile Empfänger teils abweichend)
Setup-Hinweis aus der Praxis: Mobile App & Firmware sauber einplanen
Wenn du WWB Mobile wirklich nutzen willst, plane Firmware-Stände als Teil des Systemchecks ein: Shure weist darauf hin, dass für die volle Mobile-Kontrolle (inkl. Bluetooth-Anbindung) ein entsprechendes Update nötig sein kann.
Das ist kein Drama – aber es verhindert den Klassiker „App ist drauf, nur leider passiert nichts“ am Produktionstag.
Fazit: Für wen lohnt sich SLX-D+?
SLX-D+ ist vor allem dann spannend, wenn du mehrere Funkstrecken betreibst und dabei entweder häufig die Location wechselst (Tour/Verleih) oder regelmäßig mit dynamischen Bedingungen kämpfst (HF-Störer, kurze Changeovers, wechselnde Sprecher:innen). Dann zahlen sich 138 MHz Schaltbandbreite, ShowLink Ease und die integrierten Schutzfunktionen schnell aus – nicht weil sie Magie sind, sondern weil sie Routinearbeit reduzieren.
Wenn du dagegen ein kleines, statisches Setup ohne Zeitdruck fährst, bleibt SLX-D weiterhin solide. Sobald jedoch „echte Veranstaltungstechnik-Realität“ ins Spiel kommt, ist SLX-D+ die Version, die sich eher wie ein System anfühlt, das mitdenkt – und genau das will man im Live-Betrieb.
Herstellerlink: SLX-D+ Drahtlossysteme – Shure Germany


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